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mercilessreaper 12.09.2009 16:05:30

Reisebericht: Vogesen, Moselland etc.
 
Hallo miteinander,

Schon ein paar Monate stand fest diese Ferien geht es mit dem Möp in den Urlaub. Geplant war der Urlaub mit meinem Freund der eine SR500 fährt (knappe 40.000km Fahrerfahrung, aber nur ein paar T auf der SR, den Rest auf ner 125er Sachs) und natürlich mir, mit meiner kleinen Susi (etwas mehr als 4Mm Erfahrung). Relativ schnell hatte ich mich mit meinem Kumpel geeinigt, wo es hingehen sollte: Vogesen und dann je nach Wetter Ardennen oder Jura.
Packplanung und Einkäufe begannen einen Monat vorher und endeten in einer eintägigen Packorgie.
Am 29.08. war dann Aufbruch, so hatten wir notfalls noch 2 Tage Puffer bis Urlaub bzw. Ferien zu Ende wären. Am Ende jedes Abends habe ich etwas Zeit geopfert und eine kleine Zusammenfassung des Tages geschrieben.

http://lh3.ggpht.com/_bdLWJjM76j4/Sq...0/P7230008.JPG

Tag 1; Distanz 270km
Strecke: Backnang-Illingen-BadenBaden-Schwarzwaldhochstraße-Griesbach-Bad Peterstal-Schappach-Wolfach-Hausach-Triberg-
Heute morgen nach ausgiebigem Frühstück bei meinem Kumpel etwas später als geplant losgefahren. Packordnung wurde noch kurz geändert da die große Gepäckrolle von Louis bei meinem Kumpel schlecht saß und in den Rücken gedrückt hat, so hatte ich dann beide Rollen auf dem Möp.
Kleine Landstraßen bis nach Illingen gefahren, auf einer Strecke die mein Kumpel durch seinen Berufschulweg her kannte. Ab da, übernahm für den Rest des Urlaubs ich die Navigation.
Ein paar schöne kleine Städtchen gesehen und bei einer Essenspause festgestellt, dass mein Kumpel seine Auspuffmuttern abgeworfen hat, zum Glück sind wir 500m davor an einer Autowerkstatt vorbeigekommen, die richtige Auspuffmuttern hatte. Auf der Schwarzwaldhochstraße hatte es ihm dann noch einen Spiegel rausgedreht. Meine hatte sich am Berg irgendwie verschluckt und ruckelte, haben dann anngehalten. Sprit war eigentlich noch genug drin aber mal den Reservekanister reingeworfen und weitergefahren. Abends dann nach vergeblicher Suche in Triberg inkl. Achselzucken zweier Ducati-Hessen, haben wir dann in Simonswald nen kleinen Campingplatz gefunden.Simonswald ist ein kleines Örtchen das nur 4 Häuserreihen besitzt dafür aber (gefühlte) 10km lang. Bier und Cordon Bleu im Laden aufm Campingplatz gekauft und Brötchen fürs Frühstück bestellt. War sehr erstaunt wie sportlich Susi lief und das trotz Gepäck.


Tag 2; Distanz 150km
Strecke: Simonswald-Waldkirch-Sankt Peter-Stegen-Freiburg-Schauinsland-Todtnau-Badenweiler

Kurz vor 9 aufgestanden, Kaffee gemacht und Brötchen geholt. Erstesmal Rührei aufm Campingkocher ausprobiert. Gemütlich zusammegepackt und einmal Motorradcheck.
Kurz vor 12 Abfahrt. Quasi sofort kleine Straßen gefunden, jedoch durch Fahrradfahrer und ein paar Autos gewaltig ausgebremst worden. Wunderschöne Aussicht gehabt und kurz mit 2 anderen Motorradfahrern unterhalten. Weiter auf ziemlich engen, kurvigen Straßen aber trotzdem zackig. In Freiburg total verfranzt und nicht die richtige Richtung gefunden. An der Tankstelle nach dem Weg gefragt und gegenüber nen Döner gekauft. Sind an einem Kloster vorbeigefahren und haben kurz angehalten. Mein Kumpel wurde beim Absteigen unter seiner Maschine begraben, die dann Gemütlich auf den billigen moto-detail Taschen lag. Kurz ausgeruht und Bilder gemacht. Nicht viel weiter weg nen Campingplatz gefunden und Zelt aufgeschlagen. Aufbau lief schon routinierter. Im Camping war freier Eintritt fürs Freibad inkl. Also dort noch ein oder zwei Stunden ins Becken gehüpft. Zurück auf dem Campingplatz kurz die Motorräder überprüft und dann Spaghetti mit Tomatensauce gemacht. Im Laden auf dem Platz noch Bier gekauft. Während dem Schreiben des Textes, raschelte auf einmal etwas im Vorzelt und es wurde lauter und am Ende ein schleifendes Geräusch. Zelt aufgemacht und geschaut was das war "scheint noch alles da zu sein. Hast du vorhin den Müll weggebracht?". Hat doch tatsächlich unser Müllbeutel gefehlt. Wir uns halb fragend halb lachend angeschaut und überlegt wer uns den Müll klaut. Haben jedoch dann eine Müllspur entdeckt die hinter einem Caravan endete und der Fuchs ab ins Gebüsch huschte. Ergebnis: Den halben Döner, den mein Kumpel unbedingt mitnehmen wollte und dann doch nicht gegessen hat, war verschwunden. Also die Reste eingesammelt und den Rest vom Abend gelacht. Frage des Abends wie geht es einem Fuchs nach Döner mit Zwiebeln, Kraut und Chili.
Randnotiz: Heute etwas verpeilt die Schnellspanner gelöst und natürlich einen auf die Nase bekommen...sie wird blau...passender zur Sonnenrötung der restlichen Nase...

http://lh4.ggpht.com/_bdLWJjM76j4/Sq...0/P7240066.JPG

Tag 3; Distanz 120km
Badenweiler-Mühlhausen-Grand Ballon-Lac de Longemer

8:30 aufgestanden. Brötchen gefuttert und Zelt abgebaut während mein Kumpel den GPS Logger repariert hat. 11 Uhr aufgebrochen. Über die Grenze rüber nach Mühlhausen und ins Schlumpfmuseum Bugattis angucken. Französin sprach uns an, erst auf französich aber dann auch noch auf deutsch, ob wir denn schon Eintritt hätten, denn sie hätte noch freien Eintritt für 2 Personen. Es war nämlich gerade die "Deghusta", eine Art Feinschmecker-/Weinmesse zwischen den ausgestellten Autos. Also kostenlos ins Museum gekommen. Danach natürlich wieder nicht aus Mühlhausen rausgefunden, dazu auch noch ein mulmiges Gefühl, da der Verkehr doch irgendwie anders ist. Auf den Grand Ballon gefahren und auf halber Höhe noch einen Nationalfriedhof angeschaut, findet man hier in jeder zweiten Stadt. Alle Friedhöfe sehr würdevoll und gepflegt, wirken jedoch sehr bedrückend. Auf dem Grand Ballon super Aussicht gehabt und nach kurzer Pause wieder runtergefahren, war ein ziemlicher Flickenteppich. Mein Kumpel meinte jedoch ich wär gefahren wie ne Sau, ob ich den überhaupt was von der Landschaft gesehen hätte. Ich meinte nur "wenig" :)
Im Tal einen schönen Campingplatz gefunden und vom Besitzer noch eine Erklärung bekommen wo man denn einkaufen kann. Waren jedoch zu faul und haben uns eine Packung Bier (schnuckelige 0,25er Flaschen) mitgenommen. Noch einen deutschen SR-Fahrer getroffen, der einen Platz suchte. Noch kurz unterhalten über die alten Damen und fahren an sich, dann fuhr er weiter. Mopedcheck, Reis angebraten und Tomatensauce dazugemacht.

4.Tag; Distanz 160km
Lac de Longemer- Col dela Schlucht-Hohrodberg-Lac Blanc-Bonhomme-Ste Marie aux Mines- Lubine-Breitenbach-Andlau-Barr

Kurz nach 8 aufgestanden, mein Kumpel kam mit Salami und Baguette wieder, dazu noch Rührei gemacht und schön Duschen gewesen. 12 Uhr aufgebrochen. Im Supermarkt Nahrungsbestände aufgefüllt. Zwischendurch vereinzelte Regentropfen. Suche nach Öl vergeblich fortgesetzt (die SR verblas ca einen halben Liter Öl am Tag, ein Übermaßkolben wäre nötig hat aber zeitlich nicht mehr gereicht). Suche abgebrochen und 3km außerhalb von Barr einen Campinplatz gefunden. Das Büro war nicht besetzt und es stand auf einer Kreidetafel "Nehmen sie sich einen Platz", damit konnten wir aber irgendwie nichts anfangen. Ratlos herumgestanden, doch dann kam ein deutsches Ehepaar die uns erklärten wir sollen uns einfach irgendwo hinhauen und morgen zahlen. Der Regen begann pünktlich. Absolutes Chaos beim Aufbau, das Zelt stand schepps und sah grottig aus, die Nerven lagen blank. Motorräder zusammengestellt und meine Polo Picknickdecke mit der Wasserdichten Seite nach oben festgespannt. Haben dann unter unserem "Dach" Cordon Bleu und irgendeinen Käse angebraten. Immerhin das Essen war also gut. Mit der Befürchtung morgends in einem See aufzuwachen, früh schlafen gegangen.

5.Tag; Distanz 180km
Strecke: Barr-Obernai-Mont Ste Odile- Schirmeck-Col du Donon-Sarrebourg-Phalbourg-Dossenheim

Das Zelt hat gehalten und es hat aufgehört zu regnen. Kurz vor 9 aufgestanden. Geplant war schnell zusammenzupacken und nach Öl zu suchen. Beim Abspülen kam ich mit dem Deutschen vom Vorabend ins Gespräch, habe herausgefunden, dass er eigentlich auch Motorrad fährt und dann über Strecke und den Ölverlust der SR gesprochen. Er zeigte mir dann auf der Karte, wo der nächste große Supermarkt ist. Da er aber selber einkaufen fuhr, bot er uns an Öl mitzubringen, daher beschlossen wir doch noch zu frühstücken, deswegen fuhr ich in die Stadt und kaufte ein Baguette. Derweil versuchte mein Kumpel das Zelt zu trocknen. Öl nachgefüllt und losgefahren, aber ewig verfahre und 3x im Kreis gegondelt. Heute wieder an Friedhöfen vorbeigekommen. Abends einen günstigen Zeltplatz gefunden. Mein Kumpel baute auf und ich fuhr einkaufen. Danach aus Versehen Österreicher auf englisch angesprochen :D Spätzle angebraten und Sauerkraut dazu.
Randnotiz: Heute das erste mal auf einem Stehklo mein Geschäft erledigt...intressant...habs mir aber schlimmer vorgestellt. Ums Zelt fliegen ein paar Fledermäuse.

mercilessreaper 12.09.2009 16:07:14

6.Tag; Distanz 180km
Strecke: Dossenheim-Saverne-Bouxwiller-Ingwiller-Lemberg-Bitche-Rohrbach-Sarreguemins-Neufgrange
Nachts hat es geregnet. Kurz nach 8 aufgestanden und der Regen war fast vorbei aber wir haben immernoch starken Wind. Himmel ist schwer einzuschätzen, da die Wolken einfach vorbeirasen.
Zelt war wieder erwarten immernoch dicht und selbst die Koffer sind innen nahezu trocken (abends nicht richtig zugemacht). Heute im Zelt gefrühstückt da es wieder angefangen hat mit regnen. Nach Saverne gefahren und getankt, gleich noch die Regenkombi angezogen, da der Himmel ziemlich grau war. Regen kam auch pünktlich und wir sind ca 1,5h im Regen gefahren. Ziemlich ungemütlich und mein Knie schmerzt weil der Protektor irgendwie zu straff ans Knie gepresst wurde. In Lemberg war der Regen vorbei und wir haben in einem Supermarkt eingekauft, kurze Essenspause und weiter nach Bitche. Dort wollten wir eigentlich ein Fort der Maginot Linie besichtigen, das war jedoch nur per Reservierung möglich. Jedoch haben wir per Zufall die Citadelle gefunden und auch einmal aussenrum gelaufen. Tolle Aussicht und die Wolken sehen toll aus auf den Bildern. Danach Regenkombi abgelegt und weitergefahren. In Rohrbach beim Fort Casso gestanden, letzte Führung war jedoch eine Stunde zuvor, also wieder weiter. Zwischendurch noch Essen für den Abend eingekauft. In Sarreguemines bei der Touriinfo auf der Karte die Zeltplätze ausfindig gemacht. Sind dann auf einem Riesencampingplatz gelandet, hatten dort 2 Fussballfelder Fläche für uns. Wieder Bier eingekauft und zum Essen gab es Schinken-Käse-Ei-Nudeln.

P. S. Heute an einer Tankstelle vor lauter Hektik mit meiner Maschine umgekippt, nur weil ich einem LKW Platz machen wollte und dann irgendwie verheddert und zack zur Seite, natürlich auf die Bordsteinerhöhung der Tanksäule. Helm eingeklemmt und zerkratzt und am Rahmen und Bremshebel kleine Kratzer. Nichts Wildes, aber ich war dann echt mies gelaunt.

7.Tag; Distanz 100km
Strecke: Neufgrange-Hambach-Puttelange-St. Avold-Metz

Heute nacht wenig geschlafen, mein Kumpel hat geschnarcht wie der Weltmeister und dann hat es so gestürmt, dass ich dachte das Zelt reist ein. Morgends kurz nach 8 aufgestanden und blauen Himmel gehabt, vereinzelt weiße Wolken. Zum Bäcker gefahren und danach zusammengepackt. Nach dem Zusammenpacken, quasi pünktlich zum Frühstück fängt der Regen an. Also in Regenkombi gefrühstückt. Rührei, Kaffee, Baguette und Salami! Alles was man braucht! Im Regen losgefahren, der dann auch noch stärker wurde. Auf den Straßen hatten sich dann schon kleine Seen gebildet. Mein Kumpel hat mit seinen alten Reifen erstmal ne schöne Rutschpartie auf zwei blockierten Reifen gemacht, ist jedoch zum Glück nichts passiert. Der Wind war so stark dass es mit 80 schon unangenehm zu fahren war. Der Abperleffekt aufm Visier leistet gute Arbeit. Regenkombi hätte theoretisch dicht gehalten, aber beim Sitzen hat sich eine Falte an der Hüfte gebildet, in der sich dann Wasser gesammelt hat und durch den Reisverschluss reinkam. In Metz Pause gemacht und Landkarten gekauft. Regen hatte etwas nachgelassen und wir haben beschlossen den nächsten Campingplatz zu nehmen, welcher dann direkt im Stadtpark am Fluss lag. Im Trockenen aufgebaut, danach jedoch immerwieder kurze Regenfälle. Bilanz des Tages: 2 Paar nasse Handschuhe, Stiefel durch und nasses T.Shirt, durch den Wassereinbruch. Bei meinem Kumpel waren beide Seitentaschen durchnässt.
Beim Auspacken hatte ein Holländer neben uns gehalten und meinte auf englisch, dass er uns auf der Schnellstraße gesehen hätte und er gehört habe, dass die Nacht trocken werden sollte. Das hob die Stimmung! Abends war es dann wirklich trocken und wir sind noch durch Metz spaziert. Eine wunderschöne Stadt mit ein paar Kirchen, die Nachts genial beleuchtet sind. Zurück auf dem Campingplatz, war ein deutsches Päarchen gerade dabei ihr Zelt neben uns aufzuschlagen. Sie kamen aus Plauen und wollten am nächsten Tag nach Verdun und dann Richtung Atlantikküste. Wir hatten vor einen Tag länger hier zu bleiben und die nassen Sachen zu trocknen.

8.Tag Distanz; 65km
Strecke: Metz-Verdun

Heute morgen viertel vor 9 aufgestanden, mein Kumpel schlief noch tief und fest, daher bin ich zum Bäcker und habe Baguette, Schokocroissants und Salami gekauft. Beschlossen dann doch noch weiterzufahren, weil a) der Trockner auf dem Platz nicht funktionierte und b) das Wetter nicht ganz so schlimm aussah (haha...). Handschuh trocknen und zusammenpacken hat ziemlich lang gedauert, sind dann also erst halb 2 losgekommen. In Gravelotte die Regenkombi angezogen, da das Wetter doch nicht so gut war ^^. Im Tal auf eine graue Wand gestoßen, absolut widerlicher feiner Regen und das zu Hauf. An der Ortsgrenze von Verdun bei einem Supermarkt untergestellt und eine Kleinigkeit gegessen. Dann hatte der Regen aufgehört und wir wollten eigentlich noch das Nationaldenkmal besichtigen, haben es aber nicht gleich gefunden und sind auf den Campingplatz gefahren und wenn treffen wir auf dem Parkplatz...das deutsche Päarchen vom Vorabend.
Ich bin nach dem Aufbau wieder einkaufen gefahren. Haben dann noch 4 kleine Flaschen Bier geschenkt bekommen und eine nette Unterhaltung mit einem älteren Mann gehabt, der uns von seinen 80igerle Touren erzählte. Heute gab es Cordon Bleu als Vorspeise und dann Ravioli (aus der Tüte nicht aus der Dose) mit Tomatensauce.

9.Tag; Distanz 125km
Strecke: Verdun-Denkmal-Bras-Sivry-Dun-Stenay-Beaumont-Sommauthe-Haracourt-Sedan

Ziemlich kalte Nacht, aber immerhin einigermaßen erholsam. Heut früh Wäsche gewaschen und getrocknet. Währenddessen war mein Kumpel im Nebel Baguette suchen. Der Nebel verzog sich und wir hatten blauen Himmel, trotz der Erfahrung das blauer Himmel nicht immer ein gutes Zeichen ist, freuten wir uns. Haben uns dann noch von den Deutschen mit denen wir geplaudert hatten verabschiedet und sind dann zum Denkmal von Verdun gefahren. Dort haben wir dann das Museum angeschaut, danach den riesigen Nationalfriedhof und anschließend waren wir noch im Fort Douaumont. Hier sieht man überall noch Schützengräben und die zerschossene hügelige Landschaft. In Stenay zufällig ein Schild mit Biermuseum gesehen und dann auch noch dieses Museum angeschaut, war klein aber sehr gemütlich aufgebaut. Am Ende des Rundgangs landeten wir in einem Ausschank, in dem eine Gruppe von Franzosen eine Bierprobe machten. Uns lief das Wasser im Mund zusammen, doch wir wollten ja noch ein Stück weiterfahren. Also ging es dann nach Sedan und dort auf einen Campingplatz. Dort festgestellt das ein Schnellspanner ein Loch in den Ölkanister meines Kumpels gedrückt hatte, sprich das ganze Zelt war eingesaut und das Heck der SR auch. Glücklicherweise war fast alles Öl nur am Unterboden und wir konnten es so einigermaßen abwischen. Schöne Sauerei. 2 Tüten Uncle Bens Tomatenreis mit Hühnchen mussten dann als Essen herhalten.

10.Tag; Distanz 240km
Kurz nach 7 aufgestanden, war wieder eine ziemlich kalte Nacht. Starker Morgentau und ziemlich eisig. So wie es aussieht fällt das Frühstück heut flasch. Kurz nach 10 aufgebrochen und Tankstelle gesucht, jedoch nur einen Supermarkt gefunden. Also doch noch ein kurzes Frühstück auf dem Parkplatz eingelegt. Eine Französin fragte uns auf deutsch wie wir denn hierher kommen würden, es wäre ja doch ein Stückchen weg von Deutschland. Sind dann in Richtung Belgien aufgebrochen. Auf der Schnellstraße durch Belgien getuckert und vor Dinant, zwischen Fluss und Gebirge gefahren. Sehr idyllisch! Nach Bastogne gefahren, jedoch keine Campingplatz gefunden, sondern erst in Luxembourg. Auf dem Campingplatz wollten sie uns erst nicht verstehen, der Chef wollte niederländisch mit mir Reden, dann hab ichs auf englisch probiert und auf einmal sprach er doch fließend deutsch. Noch schön geduscht und Nudeln mit Tomatensauce gekocht.
P.S. Heute früh war der Hauptständer auf einer Seite leicht eingesunken und ich Dussel schmeiß sie beim Runterkippen auf die andere Seite. Naja wieder nur sachte abgelegt und aufm Gras is eh nix passiert. Der Sprit hier ist übrigends fantastisch günstig 1,084€ pro Liter Super.

11.Tag; Distanz 120km
Um 8 Uhr aufgestanden, wollten eigentlich früher aufstehen haben aber irgendwie den Wecker überhört. Gefrühstückt und zusammegepackt. 11 Uhr aufgebrochen und zurück nach Bastogne gefahren, dort ins Historical Center, ein Museum über die Ardennenschlacht. Mit Audioguide durch eine Ausstellung von Uniformen, Waffen, Fahrzeugen und Zeitdokumenten gelaufen und danach noch das Ehrendenkmal angeschaut und von oben den Ausblick genossen. Danach weiter nach Ettelbrück und dort das Patton Museum besichtigt, das ist zwar ziemlich klein bot aber viele Plakate und Aushänge der damaligen Zeit und dann wurden noch Ausgrabungsfunde ausgestellt. Vor der Grenze nochmals getankt und nach Bitburg gefahren. In Oberweis einen 5 Sterne Campinplatz gefunden, hier war dann wieder Freibadeintritt inklusive. Also ab ins Freibad, das jedoch fürchterlich kalt war. Wir beschlossen dann am nächsten Tag schon nach Hause zu fahren. Die Lust noch was einkaufen zu gehen und zu kochen war auch nicht sonderlich groß, daher sind wir ins Restaurant, dass an den Platz angrenzte. Dort erlebten wir eine wahre Geschmacksexplosion! Rumpsteak und Schnitzel mit Pfefferrahmsauce und SALAT endlich mal wieder SALAT. Anschließend noch zwei Bier getrunken und auf die Matte gefallen.

12.Tag, Distanz 550km
Oberweis-Irrel-Saarbrücken-A6-Sulzbach-Backnang

Kurz vor 8 aufgestanden und die am Vorabend bestellten Brötchen geholt und gefrühstückt. Zusammengepackt und losgefahren. Kleine Straßen bis Irrel, Trier und dann auf der Landstraße nach Saarbrücken von dort auf die A6 und Richtung Weinsberger Kreuz. In einem kleinen Örtchen vor Saarbrücken Pommes und Wurst gegessen. Nach 130km Autobahn mal die Beine vertreten und einen Kaffee getrunken. Noch nen amerikanischen Soldat im AMG Mercedes gesehen.
Die Autobahnfahrt war anstrengend aber die Maschinen liefen gut, hatten zwischen Raststätte 1+2 (ca 130km) einen Schnitt von 108km/h, mit dem wir recht zufrieden waren. Nach der Autobahn eigentlich eine schöne, mir unbekannte Straße erwischt, jedoch viel zu kaputt um noch sportlich zu fahren. Dann in unserer Stadt angekommen und in den Umleitungswahn geraten, die bauen hier echt alles neu...

Es waren jetzt zwar keine 14 Tage wie eigentlich geplant, aber diese 12 waren echt toll und es war dann auch wieder schön die Familie zu sehen ich die ich seit einem Monat nicht mehr um die Ohren hatte.
Für unsereren ersten Motorradurlaub verlief alles viel reibungsloser als erwartet und war fahrtechnisch auch gut zu meistern. Einzig, dass man auf den Campingplätzen mit wenigen ins Gespräch kam war etwas schade.

Dinge die mir während und nach dem Urlaub aufgefallen sind:
- zu wenig Reservebenzin dabeigehabt
- zu wenig Öl zum Braten
- etwas zu wenig Salz mitgenommen
- zuviel Kaffee und Zucker, trotz fast täglichem Frühstückskaffee
- nächstes Mal wird ein gescheites Zelt gekauft und vorallem gescheite Heringe
- das Zelt wird nächstes Mal auch in eine Wasserdichte Rolle gepackt
- Sitzkissen oder kleine Hocker wären ab und zu nicht schlecht gewesen
- Wozu habe ich mir Bücher mitgenommen?
- Es ist doof wenn man seine Klamotten in Stofftaschen uneingetütet hat
- Kameraakku laden kann schnell Nerven kosten
- Füller sind ne mächtige Sauerei nach der Schüttelorgie
- lieber 2 Pullover statt einem einpacken bibber
- meine Stiefel und Handschuhe sind fürn Popo...haha waterproof und so...
- im kleinen Topf wurden die Cordon Bleu besser als in der Pfanne, so war die Pfanne theoretisch nur einmal nützlich

Was sich als super erwiesen hat:
- selbstaufblasende Isomatte von louis
- wasserdichte Gepäckrolle (50L) für Louis
- wasserdichte Picknickdecke von polo
- selbstgeschnürtes Werkzeugpaket
- Michelin Karten mit 1:150.000 Maßstab
- meine Hepco und Becker Koffer
- GPS Logger inkl. 12V Ladegerät
- Handyladegerät für 12V Bordsteckdose
- Kompass
- Zippertüten für alles und jeden
- mein neuer Held Tankrucksack, ein Packwunder für sich
- die Regenkombi von louis, ohne die wären wir klitschnass gewesen
- der uralt Benzinkocher
- meine "Eintagesrollen" mit je Tshirt, Boxershort und Socken; so musste ich nicht lang suchen und nicht jeden Tag neuvertüten



Ich hoffe euch gefallen meine Urlaubsnotizen und die Bilder.
Für Vorschläge, gefundene Fehler, Fragen oder was auch immer bin ich offen :)
Linke zum Gruß
Sebastian

Link zum Fotoalbum: http://picasaweb.google.de/sebastian...eat=directlink

Mouna 13.09.2009 15:19:09

geil =)

der Reisebericht gefällt mir echt gut und ich habe großen Bock bekommen, selber paar Tage aufem Moped durch die Gegend zu reisen :) :)


Die Liste mit den Dingen, was sich als gut erwiesen hat und was dir aufgefallen ist finde ich übrigens auch ziemlich gut, ich werds mir mal speichern bzw. merken für die erste eigene Motorradtour ;)

Ach.. und Bild Nr 13 ist übrigens mein persönlicher Favorit =)

mercilessreaper 13.09.2009 21:31:21

Danke dir,
habe auch noch Sachen hinzugefügt die mir eingefallen sind.
Wobei es mir scheint, dass wenig Interesse an Reiseberichten besteht. Habe gerade mal die Hits verglichen zwischen diesem Thread und dem den ich vorhin erstellt habe. Hälfte der Zeit, doppeltsoviel Hits.
Naja solang es wenigstens jemandem gefällt und vielleicht nützt bin ich schonmal zufrieden!

Schönen Abend noch

iris 13.09.2009 21:36:40

ich finde deinen Reisebericht Klasse.Ist zwar immer ne sache für sich die Erlebnisse von anderen zu lesen aber deine ganze arbeit fürs schreiben und so hat sich gelohnt:meinung:

Grollicus 14.09.2009 17:02:42

Der Thread hat echt erstaunlich wenige Views. Frag mich nicht wieso, seltsame Sache das. Wobei es natürlich eine ordentliche Wall of Text ist - wenngleich sehr spannend, aber selbst um das zu bemerken müsste man den Thread ja mal öffnen.
Trotzdem, toller Bericht =)

G.

fischli91 14.09.2009 17:27:46

also ich find den Bericht echt gut und vorallem die Bilder regen auch zum Nachmachen an...

mercilessreaper 14.09.2009 18:04:36

hui es melden sich ja doch ein paar, na das freut mich dass er gefällt.
Ich weiß auch dass er besser sein könnte aber nach nem anstrengenden Motorradtag ist man manchmal etwas wortkarg :D dafür ist der Bericht aber doch recht lang geworden.
Ich habe den Bericht ja auch geschrieben um mich irgendwann daran zurückzuerinnern.

@fischli wohnst ja quasi um die Ecke :D könnten ja mal zusammenfahren wenn du interesse hast

extralarge_1966 14.09.2009 18:13:57

Klasse Sache und Hütchen ab für die Arbeit!! Zwei Daumen hoch .... :-D

fischli91 14.09.2009 18:40:27

ja theoretisch bin i da immer dabei, aber so wie's heut aussieht, vergeht einem bei der Kälte ja echt die Lust am Fahren...und nächstes Frühjahr kommt's Abi...aber da findet sich sicherlich mal was

mercilessreaper 14.09.2009 19:01:42

geht mir genauso! aber man findet sicherlich mal ein Wochenende

Sgt.Maulwurf 14.09.2009 19:54:34

Echt ein klasse Bericht. Macht Lust. Auch wenns Wetter auf deutsch gesagt scheiße war, wenn man hinterher wieder daheim ist, sind die Erinnerungen an die Tour allesamt schön.
Das mit dem Handschuh trocknen find ich geil, auf sowas wär ich nie gekommen^^.
Und zum Essen brauch man ja auch nichts weiteres zu sagen. So wie auf dem Foto stell ich mir ne Mahlzeit im Urlaub vor. Mehr muss das garnicht sein.


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