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ABS bei Motorrädern
Hallo,
Ich weiß das Thema ABS hat in einem GS 500 Forum nicht all zuviel verloren, aber ich würde trotzdem gerne mal nachfragen. Das ABS auch bei Motorrädern sinnvoll ist muss hier wohl nicht weiter diskutiert werden, es gibt genug Studien und Berichte die zum Schluss gekommen sind das ABS Leben rettet. Letztens habe ich allerdings mit einem eigentlich erfahrenen Motorradfahrer gequatscht der behauptet hatte, dass ABS bei Motorrädern erst seit den letzten paar Jahren wirklich zu gebrauchen ist. Sein Punkt war, dass die anfänglichen ABS welche etwa seit 2005 bei manchen Motorrädern serienmäßig verbaut wurden, Schrott sind, da der Bremsweg durch das ABS länger war als der ohne ABS... Ist da etwas dran oder gilt das nur für Profi Fahrer die die Grenzen ihres Motorrades so genau kennen das ein ABS ihren Bremsweg wirklich verlängern würde? Lg eatthefish ;) |
Ich kann jetzt nicht wirklich etwas dazu sagen, ob das ABS eine schlechtere Bremsung verursacht hat als ohne, aber man muss auch bedenken, dass man im Straßenverkehr nicht unbedingt so "konzentriert" bremst wie beispielsweise auf der Rennstrecke. Eine Schrecksekunde und zack!, liegt man schon auf der Straße.
Aber um deine Frage evt. zu beantworten: So wie ich das lese, gibt es gravierende Unterschiede bei den angebotenen ABS. Nicht nur dass man bei einigen die Modi der ABS umschalten kann (z.B. auf Race, wo es erst sehr spät eingreift) und bei vielen nicht, sondern dass manche ABS so schlecht sind, dass viele es bevorzugen, sie auszuschalten. Ob das der Regelfall ist, wage ich zu bezweifeln. |
es liegt in der Natur eines Blockierverhinderers , dass sich damit der theoretische Bremsweg teilweise verlängern kann
ob und wie sich das in der Praxis letztlich auswirkt hängt sowohl mit dem Fahrer als auch mit den Straßenverhältnissen zusammen die Hauptgefahr beim Motorrad ABS war aber , dass es aufgrund von extrem gutem Vorderradgrip am Ende der Vollbremsung zu einem ungewollten Stoppie oder gar zu einem Überschlag kommen konnte , wenn sich der Fahrer voll aufs ABS verlassen hat aktuelle Motorrad ABS berücksichtigen diesen Umstand aber inzwischen |
Es wäre doch unnatürlich, wenn sich bei der Weiterentwicklung eines ABS-Systems nichts zum positiven gändert hätte.
Bei KTM gibt es seit dieser Saison sogar ein Kurventaugliches ABS. Soll heißen: Selbst in Schräglage kann so stark gebremst werden, dass das ABS anspricht und ein blockieren der Räder verhindert. BMW Testet der Zeit auch ein solches System, dort wird es Pro-ABS genannt. Zu lesen in der neuen MOTORRAD-Zeitschrift. Ich fahre erst seit 3 Jhren mit ABS, habe es noch nie gebraucht (Gott sei Dank), bin aber mit 2 anderen Bikes, wegen einer Schockbremsung, in Seitenlage zum Stehen gekommen. Daher bin ich der Meinung, lieber ein etwas längerer Bremsweg, als gar kein ABS. Vorausgesetzt, es gibt ABS. Liest man die Test, die Wert auf Bremsverhalten legen, so zeigt es sich immer wieder, das die heutigen ABS-Systeme auf den Niveau eines Testfahrers liegen und auch für normal Sterbliche kurze Bremswege ermöglichen. |
Danke schonmal für die Antworten und Informationen.
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Ich hab die KTM beim Bikertag gesehen. Echt der Hammer wie die in der Kurve reingegriffen haben.... :shock:
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Hab auch schon mal jemanden mit ABS hinmaulen sehen...muss man eben auch üben, schließlich muss das irgendwann aufhören zu regeln, sonst könnte man ja nie stehenbleiben ;)
Und auch das schlechteste ABS ist für den ungeübten Bremser von Vorteil. Man muss sich nur trauen voll reinzulangen ohne Angst vor blockierenden Rädern. Ohne ABS muss man Gefahrenbremsungen einfach regelmäßig und ausgiebig üben. Könnten bestimmt viele Unfälle vermieden wären, wenn die Fahrer besser gebremst hätten (statt aufzufahren oder wegen blockierten Rädern hinzumaulen) |
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Oder kann man durch (Brems-) Übung doch "besser" als ein ABS dieser Jahre sein? Zitat:
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Egal ob oder welches ABS dein nächstes Bike haben wird: üben solltest du trotzdem.
Empfehlenswert ist immer ein Fahrsicherheitstraining. Vor allem zu Beginn der Saison. Das bringt dir sehr viel schneller was, als wenn du nur mal im Gewerbegebiet übst. Aber auch das ist schon besser als sich gar keine Gedanken darüber zu machen. Ich als Schönwetterfahrer brauchte bisher kein ABS. Bei Nässe oder verschmutzter Fahrbahn sieht das schnell anders aus. Aber ich verschenke bestimmt auch noch einige Meter bei Vollbremsungen, die ein ABS rausholen könnte. |
Mit ABS ist man in realen Situationen immer besser dran.
Erfahrene ÖAMTC Instruktoren die fast täglich Vollbremsungen üben und vorzeigen, auf einem ihnen gut bekannten Untergrund und Motorrad stehen -wenn sies vorzeigen- maximal eine gute Motorradlänge früher. Jetzt sind wir einmal alle keine ÖAMTC Instruktoren, dann üben wir nicht jeden Tag, haben immer andere Fahrsituationen und dann -haben Notsituationen so an sich- rechnen wir nicht damit. Da kommt in der Regel wohl eine Bremsung raus die halb so gut ist wie wenn mans am Parkplatz übt. Mit ABS kann man immer voll bremsen, egal ob Schotter, Laub, Regen, müde etc Und dafür reicht schon ein 2005er ABS Ist übrigens auch die natürliche Reaktion voll zuzupacken, da helfen also sogar die Instinkte (vor allem ungeübten Fahrern). |
richtig
ein ABS kann Fehler ausbügeln , welche man unwillkürlich macht , wenn man nicht voll konzentriert , abgelenkt oder erschrocken ist und daher macht es im normalen Straßenverkehr immer Sinn , da man dort nicht alle Situationen vorausahnen kann und wenns einem trotz ABS hinlegt , hätte mans ohne ABS in der selben Situation zweimal nicht hinbekommen natürlich muß man trotzdem angemessen fahren und kann nicht davon ausgehen , dass das ABS im Zweifel alle Fehler ausbügelt am besten fährt man so als wüßte man gar nicht ,dass man diese Hilfssystem an Bord hat , dann kommt es nur zum Einsatz wenns wirklich eng wird und danach weiß man es dann mit Sicherhheit zu schätzen |
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Ich finde das alle Helferlein Sinn haben, leider machen diese das Schrauben uninteressant. Ich zum Beispiel hätte gerne eine Anti-Hoppel-Kupplung zusätzlich im Bike. |
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Mit genügend KnowHow bekommt man vielleicht sogar jede Kupplung so umgebaut. |
Ohne ABS übe ich nach längerer Fahrpause immer erstmal ein wenig das Bremsen. Wenn ich gut bin, schaffe ich, das Hinterrad cm-hoch übern Asphalt hüpfen zu lassen.
Ich muss also trotz 10 Jahre Fahrerfahrung das Bremsen trainieren! Mit ABS fällt sowas ganz weg. Ich würde jedem, der die Wahl hätte, unbedingt ein ABS empfehlen. Auf der Renne ist das vielleicht nicht unbedingt nötig, aber im Verkehr dient das der Sicherheit sehr. |
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Mit ein bisschen Knowhow lernt man auch mit Zwischengas runterzuschalten :undwech:
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das erspart Anti-Hopping und schont zudem die Kupplung allgemein einfach Gas leicht lüpfen und dabei gleichzeitig auf den Hebel treten wenn man den Bewegungsablauf erst mal raushat , läuft das unheimlich sanft ab |
Oder einfach ohne Kuppeln schalten :grinser2:
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Papperlapapp Zwischengas! Runterschalten, Kupplung kommen lassen und driftend in der Kurve den entgegenkommenden Verkehr grüßen :grinser2:
Diese kleinen Helferlein sind ja ganz nett, aber sofern diese Helferlein nicht der Sicherheit dienen, verzichte ich sehr gerne auf die Mehrkosten. Schließlich will ich das Motorrad fahren, und nicht umgekehrt. Ich spreche hierbei nicht von Anti Hopping Kupplung, sondern z.B. ASR, Wheelie Control etc. |
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dass jede Supergixxer auch einen Unfähigen brav, sicher und gemütlich in die Arbeit und wieder zurück bringen muss. Aber das ist halt gut fürs Geld wenn ein Superbike als Alltagsgurke herhalten muss und Lamborghinis gelobt werden wie praktisch sie sind. Superfahrzeuge müssen Respekt verbreiten und sich nicht alles gefallen lassen. Ein anständiges Superbike startet ein paar Tage nicht mehr wenns als Alltagsgurke missbraucht worden ist und hat Beinamen wie "Widowmaker". :grinser2: |
Da ich ja nicht mehr so oft hier unterwegs bin, schreibe ich erst jetzt was dazu:
Ich habe ja seit 11/2013 eine F650GS, BJ2006 mit ABS. Ich kann sagen, man fühlt sich schon sicherer mit ABS, da man auch mal bei nasser Straße beherzter Bremsen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass das Vorderrad blockiert. Als ich die Maschine neu hatte, hat es einiges an Mut gekostet, einfach mal voll reinzulangen (trockene Straße). Es ist erstmal ein merkwürdiges Gefühl wenn der Bremshebel eigene Bewegungen macht. Ich habe aber (gefühlt) sehr schnell gestanden (ca. 30-35m aus 100kmh), mit der Suzuki habe ich ca. 40m gebraucht. Das wahrscheinlich weil man einfach vorsichtiger bremst wenn man kein ABS hat. Und dadurch nicht die ganze Bremskraft ausnutzt. Das Hinterrad kam übrigens nicht hoch. Ich kann jetzt nicht sagen, ob man das BMW-ABS aus der Zeit mit anderen Herstellern vergleichen kann, da BMW ja schon seit den 80ern (glaube ich) teils ABS verbaut hat. Für mich persönlich fühlt sich speziell dieses ABS aber gut an. Ein anderes Motorrad mit ABS bin ich aber auch noch nicht gefahren. Gruß Ralf |
Die ABS werden ja auch in den Zeitschriften miteinander verglichen.
Ich glaube nicht, dass BMW einen so großen Vorsprung hat, nur weil sie schon länger ABS in Motorrädern verbauen. |
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Auch haben die Motorradentwickler jedes Herstellers die Vergleichsmaschinen der anderen in den Hallen stehen. Daher werden die Systeme sich immer etwas ähnlich sein. |
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Ich hatte mit dem ABS der ZX10R keine Probleme mit reinlangen. Aber ich musste bewusst darauf achten, es zu tun. Von selbst dosiert man dann doch wieder bis an die Grenze.
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:-)
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Man muss auch mit ABS- Motorrädern erstmal bremsen üben, damit man ein Gefühl dafür bekommt, wie stark muss gebremst werden, bis man in den Regelbereich kommt, denn sonst verschenkt man bei einer Notbremsung wichtige Meter und wie fühlt sich das am Bremshebel an. Bei älteren ABS-Systemen pumpt der Bremshebel deutlich. Das muss man wissen und erfühlen. Sonst erschreckt man sich womöglich und lässt die Bremse los.
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ABS ist ein anti-blockier-system. Solang das Vorderrad nicht blockiert, greift (theoretisch) kein ABS ein. Somit hast du den kürzesten Bremsweg beim Bremspunkt kurz vor dem Blockieren. Ob mit oder ohne ABS.
ABS schützt nur vor dem zu stärken bremsen. Dass dann beim eingreifen von ABS der Bremsweg länger ist als im idealen Bremspunkt ist klar. Nichtsdestotrotz greift jeder mal zu fest rein und dann ist ein ABS System echt sinnvoll. Ich würde das System aber nicht immer ausnutzen, denn wenn man einmal den idealen Bremspunkt gefunden hat, braucht man das System (im besten Falle) nicht. Gruß |
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im alltäglichen Fahrbetrieb sollte man sich für gewöhnlich außerhalb dessen Regelbereichs bewegen trotzdem schadet es natürlich nicht regelmäßig Vollbremsungen zu üben , unabhängig davon ob das Fahrzeug über einen Blockierverhinderer verfügt oder nicht - jedoch nicht im normalen Straßenverkehr sondern auf einem Übungsgelände und bevorzugt unter fachmännischer Anleitung |
Was anderes habe ich auch nicht geschrieben.
Da die wenigsten den idealen Bremspunkt für maximale Verzögerung kennen und in einer Schrecksituation noch weniger auf den Punkt bremsen können, ist mit regelnden ABS der Bremsweg immer kürzer als bei einer unterbremsten Vollbremsung ohne ABS. Und dass man Bremsübungen nicht im Feierabendverkehr macht, sollte auch jedem klar sein. |
Wer Interesse an weiteren Infos zur Regelung, Aufbau, und generell über Motorradtechnik wissen möchte, hier ein sehr gutes Buch aus dem Springer-Verlag:
http://www.springer.com/springer+vie...-3-8348-1716-7 |
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