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5,5 Bar Kompression auf beiden Zylindern, aber Motorrad läuft top ?!
Hey Leute, nachdem im meine GS500E 1994 mit vielen Mängeln, für zu viel Geld gekauft habe, habe ich mich trotzdem dazu entschieden sie zu behalten und selber die Fehler zu beheben, da die GS mein erstes Motorrad ist und einfach klasse ist. Nachdem ich jetzt die letzte Woche den ganzen Vergaser revidiert habe und alles neu eingestellt habe, springt sie endlich super an, läuft super in jedem Drehzahlbereich und zieht auch keine Falschluft mehr. :-)
Heute habe ich sie dann das erste Mal nach dem langen Winter ausfahren können und habe wieder ein paar Kleinigkeiten bemerkt. Meine größere Sorge ist aber eher, dass ich nach der Fahrt die Kompression der beiden Zylinder gemessen habe und dabei festgestellt habe, dass beide Zylinder nur 5,5 Bar haben (Habe aber nicht daran gedacht Vollgas zu geben), vielleicht wäre es mit gezogenem Gas etwas mehr ? Wollte das ganze morgen nochmal auf kalten Motor testen und danach die Zündkerzen wieder einbauen (soll man ja nicht auf warmen Motor). Vielleicht habe ich mich auch zu blöd angestellt ? :kopfkratz2: Habe bei einer anderen GS vor kurzem bessere Ergebnisse gehabt, liegt also nicht an der Messuhr. Habe mir auch schon einige Beiträge durchgelesen, dass es an den Kolbenringen liegen kann. Meine GS verbrennt aber so gut wie kein ÖL, also nicht messbar und raucht auch nicht. Zündkerzen sehen super aus nach jeder fahrt (rehbraun). Ventile wurden wahrscheinlich länger nicht eingestellt. Kann es nur daran liegen ? :? Oder woran noch ? Ich danke euch schonmal im voraus, ich versuche alle Fragen zu beantworten. |
1. Kompression misst man bei heissem Motor und Vollgas und beide Kerzen natürlich heraussen! Alles andere gibt falsch Werte.
Wenn die Ventile nicht geprüft wurden, solltest du einmal da ansetzen. Ausser Ventile (sehr warscheinlich) und Kolbenringe (eher unwarscheinlich) gibts kaum was, das die Kompression so stark beeinflusst (ok, Starterdrehzahl muss auch passen). Sollten es wirklich nur 5,5bar sein, kannst du schon mit dem Zerlegen beginnen. 2. Wenn deine Kerze rehbraun sind, ist sie alles andere als richtig eingestellt! Sie läuft viel zu fett! Das Kerzenbild muss weißgrau sein. Rehbraun war vor vielen Jahren einmal bei den Knalltaktern.......aber nicht bei einem 4-Takter. Sollten deine Kolbenringe (oder auch die Ventilführungen) doch durchblasen, dann wäre das Kerzenbild nicht verwunderlich. Allerdings hast du gesagt, das sie nicht raucht. Am ehesten siehts du das, wenn jemand hinter dir fährt. Rauchen tut sie dann meist beim starken Gasgeben, oder wenn man bei hohen Drehzahlen das Gas zudreht...... |
@JanGS500 Wenn dein Motor gut läuft und jetzt keine Probleme mehr macht, warum hast du dann die Kompression gemessen?
Das macht man eigentlich nur, wenn man Probelem hat, keine Leistung, hoher Ölverbrauch usw. Wenn man etwas misst, muss man mehrfach, am besten an verschiedenen Tagen, messen um Fehler möglichst auszuschließen. Da die Verschleißgrenze der Kompression bei 8 Bar liegt, denke ich nicht, das dein Motor vernünftig laufen würde, wenn er beidseitig nur 5,5 Bar hätte. Außerdem halte ich es für unwahrscheinlich, dass der Verschleiß beidseitig so schön gleichmäßig ist. Bevor du irgendetwas auseinander baust, miss nochmal, aber richtig. Außerdem lohnt sich eine Motorrevision finanziell nicht, es sei denn es handelt sich um einen seltenen Motor. Alleine die benötigten Teile übersteigen den Zeitwert der meisten GSen. Da bist du mit einem gebrauchten, geprüften Motor güstiger dran. |
...wie AmigaHarry schon geschrieben hat
1. Motor warm - damit die Ausdehnung der Kolben korrekt ist 2. Gasgriff bei der Messung auf Vollgas...damit auch die maximale Luftmenge in die Zylinder kommt. 3. Batterie vollgeladen und noch in gutem Zustand...damit der Anlasser auch mit maximaler Geschwindikeit den Motor durchdrehen kann. Beide Kerzen raus! So niedrig sollten die Werte wirklich nicht sein. Es kommt normalerweise gar nicht so auf den Maximaldruck an - sondern auf die Differenz. Als ich gelernt habe hies es, dass nicht mehr als 1-1,5 bar Unterschied sein sollen Da gibt es aber sicherlich auch entsprechende Werte für die GS500 Bei mir waren es kalt gemessen (umständehalber, weil der Motor ausgebaut war) zwischen 9,5 und 10 bar. Du solltest vielleicht auch mal dein "Messequipment" checken - nicht das dort der Fehler liegt. Verschlissene Kolben-/ringe kannst du prüfen, wenn du einen Spriter Öl ins Kerzenloch gibst und anschließend nochmal misst. Wenn der Druck dann merklich angestiegen ist, dann liegt es warscheinlich an den Kolben bzw. Ringen. Wenn sich nichts verändert, dann am Zylinderkopf/Ventilen. Gruß René |
Hey AmigaHarry, berndy und Bambi.
AmigaHarry, du hattest recht, ich habe vergessen Vollgas zu geben und wahrscheinlich war die Kompression deshalb so gering. Trotzdem habe ich vor das Ventilspiel mal zu checken, einfach um dem Wartungsintervall wieder einmal einen neuen Startpunkt zu geben. Die Zündkerze hat natürlich nicht diesen typischen Rehbraun Ton, sondern ähnelt eher einer neuen Zündkerze, aufjedenfall passt das Kerzenbild perfekt zu einer gesunden Kerze, da bin ich mir sicher. Hatte nämlich davor Pechschwarz verrußte Kerzen. Danke für deine Hilfe. berndy, ich wollte nur mal aus neugierde prüfe, wieviel Kompression meine GS hat, da sie schon 67t KM auf dem Buckel hat, ich denke aber da sind noch mindestens 20t drin. Ich war genau so erschrocken als ich die 5,5 Bar gesehen habe und dachte mir "mit 5,5 Bar würde sie doch wahrscheinlich nicht einmal sauber starten, kann doch nicht sein". Habe heute auf kalten Motor, aber mit Vollgas geprüft und hatte schon 10 Bar auf beiden Zylindern, also schonmal aufatmen. Ich hatte leider keine Zeit sie bis jetzt warm zu fahren, teste aber gerne noch ein Paar mal, im warmen Zustand, wieviel ich denn nun jetzt habe. Ich denke auch, dass das austauschen so vieler Teile keinen Sinn hat und würde einfach einen neuen gebrauchten Motor kaufen. Bambi, dir möchte ich auch nochmal danken, habe auch kalt meine 10 Bar erreicht und denke deshalb, dass der Fehler gestern woanders lag. Und wie gesagt Öl verbrenne ich wirklich kein bisschen, also können es ja kaum die Kolbenringe sein. 1.Ich denke das Ventilspiel kann ich alleine prüfen, das traue ich mir zu. Sollte ich aber vielleicht jemanden, der das bei der GS schonmal gemacht hat um Hilfe bitten, damit ich beim ersten Mal noch zwei extra Augen habe, die alles prüfen ? 2. Denkt ihr ich kann die Ventildeckeldichtungen von Louis nehmen ? Diese hat nämlich ein paar schlechte Bewertungen ... Oder könnt ihr mir eine andere Marke besonders empfehlen ? |
Die originale Dichtung lässt sich wiederverwenden, wenn sie nicht ausgehärtet ist.
Ich würde mir, falls das erforderlich sein sollte, von Suzuki die Originaldichtung kaufen. Geiz ist zwar geil, es ist aber nicht geil, wenn man wegen ein paar Euro Ersparnis Ölverlust am Ventildeckel hat und sich dann doch die Originaldichtung kaufen muss. Man braucht auch vier neue O-Ringe für die Ventildeckelchrauben (Tellerkopfschrauben). Und Vorsicht beim Anziehen der vier Bundschrauben (Tellerkopfschrauben). Die reißen gerne ab und dann hat man ein größeres Problem. Unbedingt vorsichtig sein. Die Schrauben lassen sich wegen des Bunds nicht weiter festziehen. Wenn man weiter dreht, reißt die Schraube oder das Gewinde aus dem Nockenwellenlagerbock. |
IdR dreht das Gewinde über. Hab ich jetzt 2x bei der Bandit, also 8x Gewindeeinsatz.
Das Problem ist, dass da "nur"* 14Nm drauf sollen. Mit einer Viertelzollknarre bekommt man das höchstens mit 2 Händen und Vollgas hin. Rein "aus dem Handgelenk" bekommt man das Gewinde nicht kaputt, also immer schön sachte anziehen. *ich habe bisher ein Mal 14Nm mit einem Drehmomentschlüssel angezogen und da habe ich mich bis zum Schluss gefragt, wann es denn mal erreicht ist. Man darf aber auch nicht mit Schmackes bis zum Klick durchziehen, sondern langsam und gleichmäßig drehen, bis der Schlüssel auslöst. |
Ich zieh tatsächlich von den Normwerten Nm immer 10% ab. Beim Wiederverwertet von alten Schrauben manchmal sogar 20%.
Gruß, Wolfgang |
Ich würde sogar behaupten, dass da auch 5-7Nm völlig ausreichend sind. Wenn die Dichtung so platt ist, dass sie damit nicht dichtet, dann auch nicht bei 14Nm.
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Wie kommst du auf die 20Tkm die der Motor halten soll? Es gibt hier einige im Forum die mit der GS mehr als 100Tkm gefahren sind.
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Gibt GS-Motoren mit über 200000km - und die laufen immer noch.
Ventildeckelschrauben: Das sind Bundschrauben, die sich nur eine bestimmte Tiefe einschrauben lassen. Man kann daher die Dichtung nicht zerquetschen -weder die Deckeldichtung noch die Gümmidichtplättchen der Schrauben selbst. Wenn es undicht ist, nutzt stärkeres Anziehen genau gar nichts. Es genügt diese Schrauben *handfest* anzuziehen - aber keinesfalls anzuknallen. Wenn das Gewinde ausreisst wirds teuer. Wenn es nicht dicht wird, kann man zur Überbrückung, bis man neue Dichtplättchen hat, einen Oring, der ausserhalb des Bundes am Deckel aufliegt, einbauen. Gibt auch Leute, die dann die Oringe für immer und ewig verwendet haben...... |
Zitat:
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Ja, natürlich! Idioten können auch einen Caterpillarmotor am ersten Tag ruinieren.
Allerdings würde ich den meisten GS-Gahren schon ein besseres Zeugnis ausstellen - es sind nicht soooo viele, die gar keine Ahnung haben und dann trotzdem selber herumpfuschen. Und absolut "Beratungsresistente" gibts auch nicht viele... |
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