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Diagnosehilfe "Schlagen der Antriebskette"
Ich brauche mal Tips, wo nach ich gucken kann.
Im Standgas schlägt die Kette - bei ruckartigem Gasgeben auch sowie ein kurzer "Schlag" hör- und spürbar. Das offensichtliche ist geprüft und in Ordnung, will meinen: Kette ist grade und ausreichend gespannt und ausserdem neu. Ritzel sitzt sauber auf einer (aussen) nicht ausgeschlagenen Antriebswelle. Das Symphtom hört und fühlt sich an, als wäre die Kette viel zu locker oder total schräge aufmontiert und springt. Was, siehe oben, nicht der Fall ist. Es tritt nur im extrem untertourigen Bereich sowie einmalig beim "aufreissen" auf. Das Sympthom tritt nicht auf, wenn man die Drehzahl gemäßigt steigert und dann auch nicht bei hohen Drehzahlen. |
Wenn du unter 2500/3000upm das Gas aufreißt, hackt der Motor auf der Kette rum. Bei kleinen Motoren (500er, 650er V2) muss man ihm etwas mehr Drehzahl geben, damit er sauber läuft. Selbst eine 1200er Ducati mag 3500upm und Vollgas nicht und rumpelt vor sich hin.
Wie hast du denn den Kettendurchhang eingestellt? Am besten sitzt man drauf und hat Belastung auf dem Heck. |
enttäuschend
Vier Zentimeter Durchbiegung ohne Kraft war die Einstellung. Ich habe jetzt noch etwas lockerer gestellt und es ist zumindest etwas besser.
Den eigentlichen Grund habe ich gefunden und es ist enttäuschend. Die nagelneue JT-Kette von Louis biegt sich derart schwer, dass die Glieder nach dem Ritzel erst noch ein paar Zentimeter leicht abgerundet auslaufen und erst dann mit einem Klack auf grade springen. Das mag an der angepriesenen x-Ring Technologie liegen, da sind so Kunststoffscheiben in jedes Glied eingesetzt. Ich geb dem ganzen jetzt ein paar hundert Kilometer dass es sich vielleicht einläuft, aber so hab ich mir das mit der high-tech-Kette nicht vorgestellt. |
...und...
...unter Last machen sie das Schauspiel natürlich nicht, daher auch kein Geräusch...
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Servus,
Da die Kette ja neu ist, tausche sie doch einfach um bei Louis! Kann ja schon mal vorkommen, dass bei der Herstellung zu straff verpresst wurde. |
Zitat:
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...und nicht zu viel nachdenken!
Ich hab mir mal fast das Ausgangslager versaut und die Ausgangswelle hat seitdem ein paar Macken. Denk nicht zu viel nach, beachte aber die Unterscheide zwischen KettenSPIEL und DURCHHANG.
Ich war dmaals durch zu viel Lesen und Nachdenken so durch den Wind, ich bin dann zur Werkstatt. Die haben das für mich eingestellt, ich wusste dann, was sein soll und konnte ein Gefühl dafür entwickeln. Vielleicht ist ja jemand aus dem Forum in der nähe und kann Dir das zeigen. Mir hat damals Multiman helfen können. Jemand da aus dem Raum zwischen Bremen und Hamburg? |
Zitat:
Meine war, nachdem ich in der Werkstatt den Kettensatz habe wechseln lassen, auch zu straff. Ich habe dann, als sowieso mal das Federbein ausgebaut war, das Hinterrad komplett durchgefedert und siehe da -- in der Mitte des Federweg war die Kette straff gespannt. Ich hab sie dann soviel lockerer gemacht, daß sie an der straffsten Stelle nicht mehr gespannt war sondern ganz leicht locker. Und so fahre ich jetzt seit über 10000km ohne daß ich jemals wieder was an der Kette hätte nachstellen müssen. Nur alle 2 Jahre beim TÜV meint der Prüfer "die Kette ist ganz schön locker", dann erklär ich ihm warum und wie ich die eingestellt habe und dann ist er zufrieden. |
Seife hat völliig recht! Der Durchhang muss entgegen dem Handbuch bei aufgebockter Maschine gute 4cm betragen. Da der Schwingendrehpunkt nicht mit der Ritzelwelle zusammenfällt, verlängert sich der Abstand Ritzewelle-Hinterradachse beim Ein/Ausfedern. Dafür reichen 2,5cm definiiv nicht! Dann spannt die Kette sehr stark und wird ungleichmäsig gedehnt. Folge davon: Kette rasch tot, tangentiale Ruckdämpferfedern im Kupplungskorb verschleissen rasch (scheppernde Kupplung im Leerlauf) und im schlimmsten Fall verbogene Ritzelwelle.
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Ich wiege 100 kg... und bei mir liegen 4,5 cm zwischen Oben und Unten (gezogen/gedrückt) ... sitze ich auf... hat die Kette nur noch wenig Spiel.
Mit Gepäck für größere Reise.. stelle ich meine Kette auf 5 cm Spiel. WD40... würde ich definitiv nie zur Ketten"schmierung" nehmen. NIE! Aber gut, jeder wie er mag. ;-) |
Wenn ich drauf sitze und mein ganzes Gewicht auf dem Sitz ist (abzgl. der minimalen Abweichung durch das Abstützen um nicht umzufallen), muss die Kette noch Spiel haben. Die Zentimeter in der Reparaturanleitung sind ein Anhaltspunkt - mehr aber auch nicht. Hat sie belastet kein Spiel mehr, ist also stramm, dann muss die Achse weiter nach vorn. Zudem: So lange man es nicht übertreibt und die Kette, ist etwas zu viel Spiel immer noch besser als etwas zu wenig.
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Die Kette soll von alleine durchhängen, nicht ziehen oder drücken. Gemessen wird von der untersten Ecke des Ritzels zur untersten Ecke des Kettenrads, dann in der Mitte des unteren Kettentrums. Wenn die Kette da 3 - 4 cm von alleine durchhängt, ists gut.
Und ja, die meisten Prüfer bei der HU denken die Kette sei zu locker und haben Angst, die würde abspringen. |
Und wieder was gelernt...
...den Unterschied Durchhang zu Spiel.
Ich war bei 4cm Spiel...der Durchhang war dabei ja nicht mal 2cm. Danke für die Erklärung. Und b.t.w. 200km fahren hat die Kette geschmeidiger gemacht. |
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