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GS500_Dude 29.11.2023 13:03:37

Schraube ausdrehen mit Schweißelektrode ?
 
Hallo,

es gibt wieder eine Schraube, bei der der Linksausdreher nicht funktionieren will. Kann man denn eine Schweißelektrode da dran schweißen und die Elektrode selber als Linksausdreher verwenden ?

Vielen Dank für die Beiträge !

AmigaHarry 29.11.2023 13:26:36

Um welche Schraube gehts?

Eine Schweisselektrode ist zu weich und hat keine Festigkeit - das wird nicht klappen.

GS500_Dude 29.11.2023 14:05:05

Ein Schraube am Kupplungsdeckel ist mir kaputt gegangen. Die bekomme ich gerade nicht heraus. Mit der Bohrmaschine komme ich nicht durch und die Linksausdreher brechen ab. Vielleicht ist die Schweißelektrode doch gut genug ?

AmigaHarry 29.11.2023 17:21:05

Bitte mach ein Foto - vielleicht gehts auch einfacher....

GS500_Dude 30.11.2023 12:42:35

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 1)
Hier ist ein Bild. Im Roten Kreis befindet sich die Schraube.

jensschumi 03.12.2023 23:57:14

Linksausdreher sind Teufelszeug...

Es wird häufig geraten, eine Mutter aufzuschweißen.
Bin ich aber auch nicht warm mit geworden - man bekommt durch das tiefe Loch das Schraubenmaterial nicht aufgeschmolzen.

Mein Weg:
Unterlegscheibe mit MAG aufgeschweißt und mit einer Grip-Zange losdrehen.

GS500_Dude 04.12.2023 09:22:07

Danke für die Tips. Das mit der Mutter habe ich noch nie versucht. Vielleicht hilft auch die Unterlegscheibe.

jensschumi 04.12.2023 18:45:40

Zitat:

Zitat von GS500_Dude (Beitrag 621067)
Danke für die Tips. Das mit der Mutter habe ich noch nie versucht. Vielleicht hilft auch die Unterlegscheibe.

Eher als mit Mutter auf jeden Fall.
Mit *Power* auf den Restbolzen schweißen, bis sich das flüssige Metall 'der Scheibe angenommen hat'.

Dann:
Abkühlen, am Besten über Nacht.
Das Restgewinde wurde durch Wärme gedehnt, hat idealerweise das Innengewinde auch ein wenig (dauerhaft) gedehnt und zieht sich nun wieder zusammen.
Dann sollte der Rest mit mit der Hand rauszuschrauben sein ;-)

AmigaHarry 04.12.2023 19:12:48

Ich würde das dennoch zuerst versuchen aufzubohren, Gut ankörnen und dann mit einem 2mm HSS oder Diamantbohrer aufbohren (Ruhige Hand ist gefragt). Dannach in 2-3-Schritten das Loch bis nahe bis ans Gewinde vergrößern. In der Regel lässt sich der Rest dann schon mit einem leicht eingeschlagenen Schraubenzieher rausdrehen.

Man kann auch nur auf ca. 3mm aufbohren und mit einem Linksausdreher das nochmals versuchen.

Beim Aufschweissen muss man extrem aufpassen - die Legierung des Gehäuses schmilzt schnell....

jensschumi 04.12.2023 20:33:46

Zitat:

Zitat von AmigaHarry (Beitrag 621072)
Ich würde das dennoch zuerst versuchen aufzubohren, Gut ankörnen und dann mit einem 2mm HSS oder Diamantbohrer aufbohren (Ruhige Hand ist gefragt). Dannach in 2-3-Schritten das Loch bis nahe bis ans Gewinde vergrößern. In der Regel lässt sich der Rest dann schon mit einem leicht eingeschlagenen Schraubenzieher rausdrehen.

Man kann auch nur auf ca. 3mm aufbohren und mit einem Linksausdreher das nochmals versuchen.

Beim Aufschweissen muss man extrem aufpassen - die Legierung des Gehäuses schmilzt schnell....

Gutes Aufbohren ist schon was für Experten...
Die U-Scheibe sollte schon ungefähr zum Gewindedurchmesser passen.

Alu leitet die Wärme sehr gut ab und schmilzt nicht so schnell
Und bei einem quick-and-dirty-MAG-Schuß sollte nichts passieren.
Wenn doch, mal mit einer Flachfeile drüberziehen...

Nochmal zum Thema Linksausdreher.
Auf die habe ich einen absoluten Hass - bei Metall immer noch schiefgegangen...
Man schraubt da was 'sehr dünnes, extrem gehärtetes' in ein deutlich dickeres Gewinde ein und hofft, daß das dünne Teil die Korrosion, Fressung, etc. überwindet, wobei die Originalschraube bereits abgeschert ist.
Dabei expandiert man noch den bereit festsitzenden Schraubenrest durch den Kegel des Ausdrehers - suppi...
Dann bricht das Dingen wie zu erwarten ab und man noch dankenswerterweise einen gehärteten Stahlkern genau da, wo man dann aufbohren möchte...

Ich habe auch so einen Satz, benutze den mittlerweile nur noch zum Rausschrauben von verwürgten Plastik-Verschraubungen..

AmigaHarry 04.12.2023 21:32:58

Musste schon einige Male abgerissene Stehbolzen vom Zylinder bei diversen Suzies rausholen - hat mit Aufbohren immer gut geklappt.

GS500_Dude 05.12.2023 10:22:04

Ich habe nur ein altes Elektrodenschweißgerät, aber die Elektroden (2,5 mm glaube ich) sind noch recht neu. Da habe ich dann als Pseudounterlegscheibe zuerst ein verbogenes Stück Metall mit Loch und dann einen Nagel drangeschweißt.

Als Resultat ist die Schweißmasse immer abgerissen. Eigentlich funktioniert die Elektrode mit 85 A, aber durch die Impedanz von dem Motorblock habe ich auf 95 A erhöht. Einen besseren Kontakt habe ich nicht gefunden. Wenn ich die Masse direkt am Kurbelwellengehäuse anbringe, dann wird es auch nicht besser. hat Alu so eine schlechte Leitfähigkeit ?

Das mit dem Aufbohren werde ich nochmal versuchen, aber dafür muss ich erst die passenden Bohrer finden. Sind Vollhartmetallbohrer eurer Meinung nach gut genug ? Soll ich mir Titanbohrer kaufen ?

gsmattis 05.12.2023 12:41:41

VHM Bohrer sind eher was für geführte Bohrungen, also Standbohrmaschine oder Fräse. Per Hand, wackelig, auf einem knorpeligen Schraubenende wird das mMn nichts.

Titanbohrer kenne ich nicht.

berndy 05.12.2023 14:30:23

Mich würde mal interessieren, warum die Schraube eigentlcih abgerissen ist.

Denn: Ist sie festgegammelt, dann hilft vermutlich nur ausbohren. Aber, wenn sie abgerissen ist, weil man die Schraube zu fest angezogen hat, besteht die Möglichkeit, dass der Rest eigentlich locker im Gewinde sitzt. Dann ließe sie sich wahrscheinlich mit einem linksschneidenden Bohrer anbohren und eventuell sogar schon herausdrehen. Und vor dem Anbohren gut ankörnen.

Edit: Ach ja, man braucht natürlich auch eine Bohrmaschine, die links herum drehen kann.

jensschumi 05.12.2023 15:52:33

Zitat:

Zitat von GS500_Dude (Beitrag 621077)
Ich habe nur ein altes Elektrodenschweißgerät, aber die Elektroden (2,5 mm glaube ich) sind noch recht neu. Da habe ich dann als Pseudounterlegscheibe zuerst ein verbogenes Stück Metall mit Loch und dann einen Nagel drangeschweißt.

Das kann nichts werden.
Muß man mit MAG machen - schnell und heftig.
Am Alu liegt das nicht, das leitet super.

jensschumi 05.12.2023 15:55:29

Zitat:

Zitat von gsmattis (Beitrag 621080)
VHM Bohrer sind eher was für geführte Bohrungen, also Standbohrmaschine oder Fräse. Per Hand, wackelig, auf einem knorpeligen Schraubenende wird das mMn nichts.

Titanbohrer kenne ich nicht.

Er meint wohl die Dinger mit der gelben Spitze.
Also Titannidrid (wimre) beschichtet oder gelb lackiert :rock2:


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