Aber... do the math:
wenn der Zündfunke statt 3 ms nur noch 4 ns (rund Faktor c*10^6)benötigt, dann würde die Leistung nicht von 300 auf 100kWatt steigen, (c*10^3), sondern auf irgendwelche MegaWattwerte (300*c*10^6). Schon allein daran, daß da nen Faktor 1000 unterschlagen wird, deutet sich doch schon an, daß die Zahlen frei erfunden sind.
Und wenn ich mir dann den Pressebericht davon anschaue:
Zitat:
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Zitat von DER SYBURGER - MOTORRAD SZENE FEBRUAR / 2000
Das originale Zündkabel mit einer NGK BP6ET Zündkerze hat einen Widerstand von 4,58 Kiloohm, HotWire hat mit der empfohlenen Beru Silverstone-Kerze einen Widerstand von lediglich 0,516 Kiloohm.
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Kein Wunder, normale Kerzenstecker haben ja nen 5kOhm Entstörwiderstand, wenn ich dann nen Kabel+Kerze ohne Entstörwiederstand verwende, hab ich da freilich weniger.
Zitat:
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Bei der Messung der Zündspannung machte der Werkstattmeister große Augen: Belief sich der Wert des Original-Satzes noch auf 18000 bis 20000 Volt, sprengten die Nology-Kabel den Rahmen des auf 40000 Volt begrenzten Messgeräts. 60000 bis 90000 Volt sind daher durchaus realistisch.
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Käse^2.
Woher sollen die 60-90 kV kommen, wenn die Zündspule nur 20kV liefert? (mit dem normalen Kabel). Im Kabel enstehen nicht plötzlich aus 20kV mehr als die dreifache Spannung, d.h., die arme Zündspule muß diese Mehrspannung erbringen. Schönen Dank von der Isolation, die ist nämlich für die normalen 20kV ausgelegt und nicht für den 3-4fachen Wert.
Das ganze wird (wie in den drm-Beitragen im google-Archiv nachzulesen) vermutlich eine Vorfunkenstrecke sein, sprich, irgendwo im Kabel ist dein Leiter durchbrochen und es sind ein paar mm (2-3) Luft dazwischen. Großzügigerweise könnte man das jetzt als Kondensator ansehen (die beiden Drahtenden jeweils eine Kondenstatorplatte...), der die Energie "speichert" und dann schneller abgibt.
Faktisch ist es aber so, daß zur Überwindung dieses größeren Abstandes (an der Kerze selber sinds ja nur 0,8 mm) erstmal von der Zündspule deutlich mehr Spannung geliefert werden muß (siehe oben), bevor es dann im Kabel und danach auch an der Kerze funkt.
Das bringt als Vorteil, daß der Spannungsaufbau an der Kerze schneller ist. Dieser schnellere Spannungsaufbau wird aber (bei nem ordentlich laufenden Motor) garnicht gebraucht. Es gibt Fälle (einzelne Zylinder beim Startvorgang überfettet/abgesoffen), wo die Kerze so naß ist, daß der "relativ langsame" Spannungsanstieg der Spulenzündung so langsam ist, daß die ganze Ladung über den nassen Isolator abfließen kann, ohne daß es funkt. In diesem Fall kann dir der schnellere Spannungsanstieg etwas helfen, daß trotz der nassen Kerze ein Zündfunke ensteht.
Bei nem ordentlich laufenden Motor, wo es auch per Spulenzündung zuverlässig funkt, überlastest du dir nur deine Zündspulen, ohne daß es dir was nützt.
Dazu kommt, daß der Zündfunke durch diese Vorfunkenstrecke bißchen später kommt, und wieso jetzt dieser "schnellere und heißere" Funke etwas dermaßen fundamentales an der Verbrennung verbessert, wird auch nirgends tatsächlich erklärt. Mag sein, daß die paar Moleküle in Kerzennähe besser brennen, aber dem überwiegenden Rest im Brennraum ist das vermutlich dermaßen egal, ob an der Kerze mit 1500 oder 50k°C gezündet wird. Der wird genau wie vorher nur von brennendem Benzin gezündet, und wird vermutlich auch genauso wie vorher verbrennen.
Cherry