Ein gang sollte drin sein. Wenn man eine kurve schon mit moderater drehzahl angeht und langsamer werden muss, kann es sein, man verhungert am scheitelpunkt. Auch nicht schön ist das "geschiebe" vom Motor.
Also besser runterschalten. Zwischengas hilft dabei ungemein. Sonst stempelt das heck oder die kupplung wird gequält. Mit einer Anti-Hopping-Kupplung wie bei der GSR 600 braucht man das natürlich nicht.
Im Straßenverkehr kann man ja bremsen, dann mehrmals mit zwischengas runterschalten und dann die kurve mit ordentlicher drehzahl fahren. Am besten ist, man weiß den richtigen gang vor der kurve. Beispielsweise bei einer abknickenden vorfahrtstraße den zweiten. Lieber einen zu niedrigen gang als einen zu hohen.
Auskuppeln glaube ich ist worst-case einer guten kurvenfahrt. Es fehlt der stabilisierende kreisel und überhaupt...
Das sogenannte "Stützgas" finde ich für mich nicht so wichtig. Störender ist da schon der lastwechsel, wenn man das gas ganz zu und dann wieder auf macht. Deshalb lohnt es sich schon beim reinfahren in die kurve nicht komplett vom gas zu gehen. Man kann durchaus ohne also Opa zu gelten allein durch die Motorbremse beim zurückschalten flüssig zusammenhängende kurven fahren. Bei vielen Wechselkurven würde ich dir empfehlen, das nur mit Motorbremse zu machen. Je höher die drehzahl, desto stärker ist sie.
Wenn du nicht wirklich sehr hart fahren möchtest, wirst du mit der methode mehr erfolg haben, als wenn du viel bremst. Teilweise kann man so in engen kurvenkombination auf der Rennstrecke schneller sein, als wenn man bremst ohne es richtig zu können. Das starke eingetauche vorne ist vielleicht auch nicht so hilfreich.
Lange rede, krurzer Sinn: Mit zwischengas runterschalten in einen gang mit ausreichend drehzahl. Dabei nach Möglichkeit nicht das gas komplett schließen.
Wenn man noch später bremsen und fixer rausbeschleunigen will, muss man hartes bremsen mit zwischengas und runterschalten üben. Das geht aber nur, wenn man nicht mit allen fingern bremst, sondern noch mindestens einen für das gas frei hat ( beim greife ich um den gasgriff dann mit daumen und zeigefinger ). Einen finger auch beim bremsen am gasgriff zu haben ist immer gut.
Bremsen und gasgeben muss gleichzeitig gehen können. Also man bremst ohne schräglage hart und schaltet dabei mit zwischengas ( und kupplung ) runter. Das runterschalten soll so sein, dass man vorm kurveneingang so 9000-10000 U/min drauf hat. Da man beim reinbremsen langsamer wird, kommt man am kurvenscheitelpunkt vielleicht mit 6000 U/min an. Das reicht meistens um sich das runterschalten beim rausbeschleunigen zu sparen. Nebenbei bremst der Motor hinten ordentlich mit. Leichtes rutschen ist möglich, aber nicht schlimm. Fußbremse braucht man nicht.
Den lastwechsel sollte man sich auch klemmen und das gas minimal geöffnet lassen. Bremsen in schräglage und das alles aber besser auf einer rennstrecke üben. Da macht man das wie von selbst. Im normalen Straßenverkehr mache ich sowas nicht. Da reicht mir die Motorbremse zum hineinbremsen oft aus.
Beachte noch das "hinschmeißmoment". Wenn du in schräglage reinbremst, wird die schräglage schwerer aufzubauen sein - du musst mehr drücken. Lässt man die bremse los, geht das Motorrad dann sehr willig nach unten. Ein schöner effekt.
Wenn dir das nicht zu weit ist: in Peenemünde gibt es eine Stop-and-Go-Strecke mit einer ekligen zielkurve.
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