Hallo,
die Vergaser sind ja eine recht fummelige Angelegenheit und ich möchte hier gerne mal ein paar Punkte etwas theoretischer diskutieren. Natürlich liegt dem ein konkretes Problem zu Grunde, aber das ist wenig akut.
Nach dem Ausbauen, Prüfen (entspr. Drossel-Anleitung) Reinigen, Überholen meiner beiden Vergaser (mit Louis-Reparatur-Kit) und anschließendem Synchronisieren fährt die gute GS von mir nun ja seit einiger Zeit wieder fast problemlos. Jedenfalls wenn man nicht zu sparsam mit dem Gas ist.
Was mir noch nicht ganz gefällt, ist, dass meine GS bei 3000 Umdrehungen etwa ein etwas nerviges Verhalten beim Gasgeben zeigt. Zwischen den Autos durch die Stadt bummelnd finde ich diese Drehzahl eigentlich ganz angemessen und mag da nicht immer so hochdrehen.
Details:
Bei 3000 Umdrehungen +/- paar hundert ist die Stellung des Gasdrehgriffes ja nur knapp über dem Nullpunkt, gerade mal am Spiel vorbei.
Drehe ich also das Gas ein paar Grad weiter auf, ruckt es kurz und die GS scheint langsamer zu werden. Drehe ich weiter, jubelt sie problemlos hoch und zieht dann wie Sau, verglichen mit meinem Schlachtschiff von Familenkutsche - Golf 3 Variant mit 75 PS.

Das ist kein Drama und ich kann damit leben, aber nervt schon ein bissel. Ein sauberer Durchzug wäre was feines.
Davon vielleicht unabhängig oder auch nicht hat die GS
nach dem Kaltstart bissel Probleme, rund zu laufen. Choke minimal drinne, kann man sie mit Geduld
bei 1500 bis 2000 Umdrehungen einpegeln, aber
hin und wieder ruckt es kurz und die Drehzahl fällt runter auf 1000 und steigt dann wieder.
Im warmen Zustand ist dieses Symptom aber weg und daher sehe ich da wenig Veranlassung, großartig nachzuforschen.
Was ich weiß, was
nicht 100%ig stimmt bei meiner GS ist der Stand des Benzins in den Schwimmerkammern. Die Methode mit dem Schlauch an den Abflussöfnnungen hatte ergeben, dass der
Sprit vielleicht 5 Millimeter über der Dichtungsfläche steht. Beim Einstellen verlor ich damals die Geduld und wollte nach dem dritten Versuch (Vergaser vollaufen lassen, Schlauchprobe, ablassen, wieder aufmachen, einstellen, von vorne) nicht noch weitere Versuche folgen lassen. Benzindämpfe sind nach einiger Zeit auch nicht mehr so lecker.
Meine Theorie ist, dass dieser
leicht erhöhte Benzinstand in den Schwimmerkammern entgegen hier gelegentlich gelesener Meinungen
auf die Gemischaufbereitung eher keinen Einfluss hat, denn die Düsen für Leerlauf und fürs Gasgeben reichen ja beide rein in das Benzin und ob da nun 5mm mehr Benzin ist oder nicht, sollte allein schon deshalb keine Auswirkungen haben, da man ja beim Fahren ständig Erschütterungen und daraus resultierend unterschiedliche Eintauchtiefen hat. Solange der Sprit nicht oben ausm Vergaser wieder rausquillt, sollte alles hübsch sein. (Das hatte ich vor der Vergaser-Reparatur-Aktion übrigens, das war kein schönes Fahren mehr.)
Zu wenig Benzin in den Schwimmerkammern wäre meiner Meinung nach eher ein Problem, weil angesaugte Luft nun einmal nicht brennt.
Frage: Kann mit jemand diese Theorie bestätigen? Ich mag nicht schonwieder die Vergaser rausbauen und dran rumfummeln, nur um festzustellen: Joah, daran liegts nicht.
Düsennadelklips umhängen würde ich da lieber, das geht ohne größeren Aufwand.
Deswegen die nächste eher theoretische Frage:
Kann es sein, dass bei einer 1995er gedrosselten GS (130 Düsen, verengte Ansaugstutzen motorseitig, 4. Kerbe von oben gesehen, dickes Ende der Nadeln)
das Gemisch im unteren Drehzahlbereich zu fett ist, wenn man nur bissel Gas gibt und der Einfluss der Leerlaufdüsen noch bedeutend sein sollte?
So fett, dass sie ohne Choke losläuft, ist es jedenfalls nicht. Allerdings hilft nach den ersten paar Metern, wenn ich den Choke zu früh rausnehme, zärtlich Gasgeben gegen Ausgehen aber das ist wohl eher normal.
Ach ja, ich möchte nicht nur ungern die Vergaser wieder komplett rausreißen, ich möchte auch ungern nach den Zündkerzen gucken, weil da ja meine olle Verkleidung davorhängt und ich auch glaube, dass diese nur in ganz krassen Fällen deutbare Verfärbungen aufweisen. Relativ neu sind die übrigens auch.
Vielleicht mache ich doch nochmal eine größere Bastel-Aktion, aber vorher möchte ich gerne noch bissel mehr über die Zusammenhänge im Vergaser lernen.
Die meisten beklagen sich hier ja eher über ein Leistungsloch paar 1000 Umdrehungen/Min später. Das jedenfalls habe ich nicht.
OT: Bringt mein angefetteter Text eine Lese-Vereinfachung, oder nervt das eher? Ich neige dazu, (zu) viel zu schreiben und nicht alle haben so viel Zeit...
Gruß,
Stephan