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Alt 19.06.2009, 16:52:24   #12
AmigaHarry
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Standard Re: Motor überdreht!

Zitat:
Zitat von cha0s
Zitat:
Zitat von AmigaHarry
soweit haben die Suzuki-Ingenieure schon vorausgedacht....
ob die wirklich "gedacht" haben, sei dahingestellt. es wäre jedenfalls weniger arbeit gewesen, eine drehzahlbegrenzung in der cdi zu realisieren als den "überdrehzahlfall" zu planen.
Nein, es wäre weit mehr Aufwand gewesen (und die haben weit mehr vorausgedacht als du denkst........). Um das zu erklären muss ich etwas weiter ausholen:

Der Motor geht in seinen Ursprüngen auf 1976/77 zurück, als die Zündung noch über Unterbrecher lief. Diese wurde in den letzten Baujahren der GS450 bereits durch eine ganz einfache (billige), der Unterbrecherzündung nachempfundenen Transistorzündung, ohne Eigenintelligenz, ersetzt (der Motor blieb im Rest im Wesentlichen ja völlig unverändert). Da einen Begrenzer zu bauen wäre ein erheblicher Aufwand gewesen, denn dazu hätte man ein komplettes "Impuls-Zählwerk pro Zeiteinheit" mit einer "Branch-Equal-Logik" in diskreten Bausteinen bilden müssen! Nicht Vergessen: zu der Zeit kamen gerade mal die ersten (erschwinglichen) programmierbaren Taschenrechner in 4Bit-Techologie auf den Markt - 8Bit Systeme in der Robustheit und v.a. Geschwindigkeit wie es eine Zündung benötigt waren da noch in weiter Ferne.........
Das wurde auch so 1987/88 ("Late Bird"-Prototypen) in die GS500 (die ist ja nichts anderes als eine aufgebohrte und - heute würde man wohl sagen - "gepimpte" GS450 ist) 1:1 übernommen. Der Grund dafür war die damalige Forderung von Suzuki Deutschland - Namentlich Hr.Poengsen - nach einem günstigen (billigem) Einsteigermotorrad (Man stand ja in starker Konkurrenz zu Honda und Yamaha). Hrn. Poengsen und Suzuki Deutschland ist es überhaupt zu verdanken, daß es die GS500 gibt! Natürlich wäre damals (1989) bereits eine CPU-gesteuerte Zündung möglich gewesen, doch zu welchem Preis....? Man musste an allen Ecken und Enden sparen um die Vorgaben zu erreichen - deswegen die schwachen Dämpferfedern, die filigrane Schwinge, oder auch die Einscheibenbremse vorne und am Schlimmsten: Kein GSX-Zylinderkopf, obwohl bereits damals fix fertig Entwickelt und vorhanden......(ich durfte die beiden Prototypen in Hamamatsu bestaunen.....)!

Ausserdem: Warum einen Begrenzer, wenn von all den zig tausenden GS 400/425/500-Motoren keiner wegen Überdrehen (im serienmäsigem Zustand) zu Grunde ging? Das gilt auch heute noch. Der Begrenzereffekt der jetzigen GS-Kennfeldzündung ist nur ein Zufall bzw. Nebeneffekt - er wurde nicht geplant. Und das man den Motor nicht im Leerlauf eine halbe Stunde bei 13000rpm jodeln lassen darf - nun eine gewisse "Eigenintelligenz" ist auch beim Fahrer vorauszusetzen......

Würde man eine neue GSX500 ( ) konstruieren, hätte sie natürlich einen Begrenzer, denn heute kostet die Elektronik fast nichts mehr und da alle Funktionen softwaremäßig realisiert werden können hätte sie vermutlich irgendwann auch eine Stimme die dem Fahrer sanft ins Ohr säuselt, daß er in dieser Kurve gerade viel zu schnell ist und sich gleich zwanglos von seinem Sportgerät trennen wird........

So - Schluss mit der Zeitreise!
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