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Alt 22.08.2009, 12:50:55   #78
Cysign
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Wenn mans genau nimmt, sind das auch Kunststoffhelme, die jedoch mi Glasfaser/Kohlefaser-Matten innen drin verstärkt werden.
Ich kann mich da nicht so gut aus, aber z.B. bei den Rotorblättern von Windenergieanlagen wird ein Kunstharz benutzt. Was bei den Helmen genau genutzt wird, weiß ich allergins nicht. Das müsste ich mal meinen Chef fragen, der kennt sich da besser aus...

Edith sagt: CFK/GFK wird zum Beispiel mit Polyesterharz verarbeitet, wozu Wikipedia sagt:
Zitat:
Polyesterharze sind Kondensationsprodukte aus zwei- oder mehrwertigen Alkoholen (z. B. Glykolen oder Glyzerin) und Dicarbonsäuren. Im Gegensatz zu den chemisch verwandten Alkydharzen werden bei der Herstellung keine langkettigen Fettsäuren verwendet. UP ist die Abkürzung für ungesättigte Polyesterharze, die zur Herstellung faserverstärkter Kunststoffe, Spachtelmassen oder Gießharzen eingesetzt werden.
und

Zitat:
Der ausgehärtete Kunststoff ist typischerweise klar, kann aber auch trübe bis undurchsichtig erscheinen...
Quelle: Wikipedia/Polyesterharz

Eidth sagt außerdem, dass Wikipedia noch mehr weiß:

Zitat:
Grob unterteilt werden die Helmschalen aus zwei verschiedenen Werkstoffgruppen (Kunststoffen) gefertigt:

* Thermoplaste: (z. B. Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat, Polycarbonat, Polyamid) Diese Kunststoffe sind unter Hitzeeinwirkung leicht formbar und werden meist im Spritzgussverfahren hergestellt. Der Vorteil dieser Werkstoffe ist, dass diese leicht in großen Mengen herzustellen und somit günstig sind. Der Nachteil ist das schnelle Altern der Helmschale in unlackiertem Zustand, besonders durch Ultraviolettstrahlung welches ein relativ schnelles Erneuern des Helmes erforderlich macht.

* Duroplaste und Verbundwerkstoffe (wie Aramidfasern, Glasfaserverstärkter Kunststoff, Carbon, Dyneema): Diese Kunststoffe können nur aufwändig im Laminatverfahren hergestellt werden, da sie nicht leicht formbar und spröde sind, dafür aber eine große Härte und Bruchfestigkeit aufweisen. Dadurch sind diese Helme sehr stabil und vergleichsweise teuer, jedoch ist auch hier in den letzten Jahren das Preisniveau deutlich gesunken. Im Rennsport werden sie ausschließlich verwendet. Duroplaste altern weniger schnell, was der Helmschale bei guter Pflege eine hohe Lebenserwartung beschert.
Quelle: Wikipedia/Motorradhelm

Darauß schließe ich:
Thermoplaste: günstiger, da im Kunststoffspritzgussverfahren hergestellt, hält nur "wenige Jahre".
Duroplaste/FVK:teuerer, da sie aufwändig laminiert werden, nicht leicht formbar und spröde, härter und bruchfester, altert langsamer.

Aber ich kann mir weiterhin vorstellen, dass Kunststoffhelme nicht weniger sicher sind. Zwar ist Duroplaste härter und bruchfester...aber wird nicht auch eine Menge Energie des Sturzes beim Zerbrechen der Schale von den Materialien aufgenommen? Ist es nicht eher ein Vorteil wenn der Helm möglichst gut zerbricht und die Energie aufnimmt?

Edith musste grade auch bei Wikipedia leicht schmunzeln:
Zitat:
Klapphelme dürfen nur in geschlossenem Zustand verwendet werdet werden
Nachdem Edith nochmal genauer gelesen hat, weiß sie jetzt - ebenfalls von Wikipedia:
Zitat:
Moderne Helme sind so konzipiert, dass sie bei einer Krafteinwirkung, z. B. einem Schlag, diese in Verformungsenergie umwandeln. Entscheidend ist dabei weniger das Material der Außenschale, sondern mehr die Beschaffenheit des Innenmaterials, d.h. des (normalerweise unsichtbaren) Styropor-Schaumes, der zwischen Außenschale und Innenfutter sitzt: Diese Schicht ist der einzige komprimierbare Teil des Helmes, und sie übernimmt im Falle eines Unfalles die eigentliche Dämpfung. Während die Helmschale bei einem Aufschlag die auftretenden Kräfte auf eine möglichst große Fläche verteilt und dabei elastisch verformt wird, kehrt sie danach wieder in die ursprüngliche Form zurück. Dagegen erleidet die Styroporschicht eine plastische und damit bleibende Verformung.

Diese Verformung führt dazu, dass der Helm in seiner Gesamtheit unwirksam wird, denn danach ist er nicht mehr in der Lage, die ursprüngliche Schutzfunktion zu übernehmen. Deshalb wird empfohlen, einen Helm nach einem Unfall nicht mehr zu benutzen oder auch dem Hersteller zur Prüfung einzusenden, auch wenn optisch nur leichte oder keine Beschädigungen auszumachen sind.
Außerdem weiß Edith von Wikipedia jetzt, dass Pinlock eine Firma ist, die Visiere Herstellt.
__________________
(früher: GS500 - 34PS - Bj9 GPZ550 - 65PS - Bj84 (Ez '87)

Geändert von Cysign (22.08.2009 um 13:56:27 Uhr)
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