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Alt 12.09.2009, 16:05:30   #1
mercilessreaper
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Standard Reisebericht: Vogesen, Moselland etc.

Hallo miteinander,

Schon ein paar Monate stand fest diese Ferien geht es mit dem Möp in den Urlaub. Geplant war der Urlaub mit meinem Freund der eine SR500 fährt (knappe 40.000km Fahrerfahrung, aber nur ein paar T auf der SR, den Rest auf ner 125er Sachs) und natürlich mir, mit meiner kleinen Susi (etwas mehr als 4Mm Erfahrung). Relativ schnell hatte ich mich mit meinem Kumpel geeinigt, wo es hingehen sollte: Vogesen und dann je nach Wetter Ardennen oder Jura.
Packplanung und Einkäufe begannen einen Monat vorher und endeten in einer eintägigen Packorgie.
Am 29.08. war dann Aufbruch, so hatten wir notfalls noch 2 Tage Puffer bis Urlaub bzw. Ferien zu Ende wären. Am Ende jedes Abends habe ich etwas Zeit geopfert und eine kleine Zusammenfassung des Tages geschrieben.

http://lh3.ggpht.com/_bdLWJjM76j4/Sq...0/P7230008.JPG

Tag 1; Distanz 270km
Strecke: Backnang-Illingen-BadenBaden-Schwarzwaldhochstraße-Griesbach-Bad Peterstal-Schappach-Wolfach-Hausach-Triberg-
Heute morgen nach ausgiebigem Frühstück bei meinem Kumpel etwas später als geplant losgefahren. Packordnung wurde noch kurz geändert da die große Gepäckrolle von Louis bei meinem Kumpel schlecht saß und in den Rücken gedrückt hat, so hatte ich dann beide Rollen auf dem Möp.
Kleine Landstraßen bis nach Illingen gefahren, auf einer Strecke die mein Kumpel durch seinen Berufschulweg her kannte. Ab da, übernahm für den Rest des Urlaubs ich die Navigation.
Ein paar schöne kleine Städtchen gesehen und bei einer Essenspause festgestellt, dass mein Kumpel seine Auspuffmuttern abgeworfen hat, zum Glück sind wir 500m davor an einer Autowerkstatt vorbeigekommen, die richtige Auspuffmuttern hatte. Auf der Schwarzwaldhochstraße hatte es ihm dann noch einen Spiegel rausgedreht. Meine hatte sich am Berg irgendwie verschluckt und ruckelte, haben dann anngehalten. Sprit war eigentlich noch genug drin aber mal den Reservekanister reingeworfen und weitergefahren. Abends dann nach vergeblicher Suche in Triberg inkl. Achselzucken zweier Ducati-Hessen, haben wir dann in Simonswald nen kleinen Campingplatz gefunden.Simonswald ist ein kleines Örtchen das nur 4 Häuserreihen besitzt dafür aber (gefühlte) 10km lang. Bier und Cordon Bleu im Laden aufm Campingplatz gekauft und Brötchen fürs Frühstück bestellt. War sehr erstaunt wie sportlich Susi lief und das trotz Gepäck.


Tag 2; Distanz 150km
Strecke: Simonswald-Waldkirch-Sankt Peter-Stegen-Freiburg-Schauinsland-Todtnau-Badenweiler

Kurz vor 9 aufgestanden, Kaffee gemacht und Brötchen geholt. Erstesmal Rührei aufm Campingkocher ausprobiert. Gemütlich zusammegepackt und einmal Motorradcheck.
Kurz vor 12 Abfahrt. Quasi sofort kleine Straßen gefunden, jedoch durch Fahrradfahrer und ein paar Autos gewaltig ausgebremst worden. Wunderschöne Aussicht gehabt und kurz mit 2 anderen Motorradfahrern unterhalten. Weiter auf ziemlich engen, kurvigen Straßen aber trotzdem zackig. In Freiburg total verfranzt und nicht die richtige Richtung gefunden. An der Tankstelle nach dem Weg gefragt und gegenüber nen Döner gekauft. Sind an einem Kloster vorbeigefahren und haben kurz angehalten. Mein Kumpel wurde beim Absteigen unter seiner Maschine begraben, die dann Gemütlich auf den billigen moto-detail Taschen lag. Kurz ausgeruht und Bilder gemacht. Nicht viel weiter weg nen Campingplatz gefunden und Zelt aufgeschlagen. Aufbau lief schon routinierter. Im Camping war freier Eintritt fürs Freibad inkl. Also dort noch ein oder zwei Stunden ins Becken gehüpft. Zurück auf dem Campingplatz kurz die Motorräder überprüft und dann Spaghetti mit Tomatensauce gemacht. Im Laden auf dem Platz noch Bier gekauft. Während dem Schreiben des Textes, raschelte auf einmal etwas im Vorzelt und es wurde lauter und am Ende ein schleifendes Geräusch. Zelt aufgemacht und geschaut was das war "scheint noch alles da zu sein. Hast du vorhin den Müll weggebracht?". Hat doch tatsächlich unser Müllbeutel gefehlt. Wir uns halb fragend halb lachend angeschaut und überlegt wer uns den Müll klaut. Haben jedoch dann eine Müllspur entdeckt die hinter einem Caravan endete und der Fuchs ab ins Gebüsch huschte. Ergebnis: Den halben Döner, den mein Kumpel unbedingt mitnehmen wollte und dann doch nicht gegessen hat, war verschwunden. Also die Reste eingesammelt und den Rest vom Abend gelacht. Frage des Abends wie geht es einem Fuchs nach Döner mit Zwiebeln, Kraut und Chili.
Randnotiz: Heute etwas verpeilt die Schnellspanner gelöst und natürlich einen auf die Nase bekommen...sie wird blau...passender zur Sonnenrötung der restlichen Nase...

http://lh4.ggpht.com/_bdLWJjM76j4/Sq...0/P7240066.JPG

Tag 3; Distanz 120km
Badenweiler-Mühlhausen-Grand Ballon-Lac de Longemer

8:30 aufgestanden. Brötchen gefuttert und Zelt abgebaut während mein Kumpel den GPS Logger repariert hat. 11 Uhr aufgebrochen. Über die Grenze rüber nach Mühlhausen und ins Schlumpfmuseum Bugattis angucken. Französin sprach uns an, erst auf französich aber dann auch noch auf deutsch, ob wir denn schon Eintritt hätten, denn sie hätte noch freien Eintritt für 2 Personen. Es war nämlich gerade die "Deghusta", eine Art Feinschmecker-/Weinmesse zwischen den ausgestellten Autos. Also kostenlos ins Museum gekommen. Danach natürlich wieder nicht aus Mühlhausen rausgefunden, dazu auch noch ein mulmiges Gefühl, da der Verkehr doch irgendwie anders ist. Auf den Grand Ballon gefahren und auf halber Höhe noch einen Nationalfriedhof angeschaut, findet man hier in jeder zweiten Stadt. Alle Friedhöfe sehr würdevoll und gepflegt, wirken jedoch sehr bedrückend. Auf dem Grand Ballon super Aussicht gehabt und nach kurzer Pause wieder runtergefahren, war ein ziemlicher Flickenteppich. Mein Kumpel meinte jedoch ich wär gefahren wie ne Sau, ob ich den überhaupt was von der Landschaft gesehen hätte. Ich meinte nur "wenig"
Im Tal einen schönen Campingplatz gefunden und vom Besitzer noch eine Erklärung bekommen wo man denn einkaufen kann. Waren jedoch zu faul und haben uns eine Packung Bier (schnuckelige 0,25er Flaschen) mitgenommen. Noch einen deutschen SR-Fahrer getroffen, der einen Platz suchte. Noch kurz unterhalten über die alten Damen und fahren an sich, dann fuhr er weiter. Mopedcheck, Reis angebraten und Tomatensauce dazugemacht.

4.Tag; Distanz 160km
Lac de Longemer- Col dela Schlucht-Hohrodberg-Lac Blanc-Bonhomme-Ste Marie aux Mines- Lubine-Breitenbach-Andlau-Barr

Kurz nach 8 aufgestanden, mein Kumpel kam mit Salami und Baguette wieder, dazu noch Rührei gemacht und schön Duschen gewesen. 12 Uhr aufgebrochen. Im Supermarkt Nahrungsbestände aufgefüllt. Zwischendurch vereinzelte Regentropfen. Suche nach Öl vergeblich fortgesetzt (die SR verblas ca einen halben Liter Öl am Tag, ein Übermaßkolben wäre nötig hat aber zeitlich nicht mehr gereicht). Suche abgebrochen und 3km außerhalb von Barr einen Campinplatz gefunden. Das Büro war nicht besetzt und es stand auf einer Kreidetafel "Nehmen sie sich einen Platz", damit konnten wir aber irgendwie nichts anfangen. Ratlos herumgestanden, doch dann kam ein deutsches Ehepaar die uns erklärten wir sollen uns einfach irgendwo hinhauen und morgen zahlen. Der Regen begann pünktlich. Absolutes Chaos beim Aufbau, das Zelt stand schepps und sah grottig aus, die Nerven lagen blank. Motorräder zusammengestellt und meine Polo Picknickdecke mit der Wasserdichten Seite nach oben festgespannt. Haben dann unter unserem "Dach" Cordon Bleu und irgendeinen Käse angebraten. Immerhin das Essen war also gut. Mit der Befürchtung morgends in einem See aufzuwachen, früh schlafen gegangen.

5.Tag; Distanz 180km
Strecke: Barr-Obernai-Mont Ste Odile- Schirmeck-Col du Donon-Sarrebourg-Phalbourg-Dossenheim

Das Zelt hat gehalten und es hat aufgehört zu regnen. Kurz vor 9 aufgestanden. Geplant war schnell zusammenzupacken und nach Öl zu suchen. Beim Abspülen kam ich mit dem Deutschen vom Vorabend ins Gespräch, habe herausgefunden, dass er eigentlich auch Motorrad fährt und dann über Strecke und den Ölverlust der SR gesprochen. Er zeigte mir dann auf der Karte, wo der nächste große Supermarkt ist. Da er aber selber einkaufen fuhr, bot er uns an Öl mitzubringen, daher beschlossen wir doch noch zu frühstücken, deswegen fuhr ich in die Stadt und kaufte ein Baguette. Derweil versuchte mein Kumpel das Zelt zu trocknen. Öl nachgefüllt und losgefahren, aber ewig verfahre und 3x im Kreis gegondelt. Heute wieder an Friedhöfen vorbeigekommen. Abends einen günstigen Zeltplatz gefunden. Mein Kumpel baute auf und ich fuhr einkaufen. Danach aus Versehen Österreicher auf englisch angesprochen Spätzle angebraten und Sauerkraut dazu.
Randnotiz: Heute das erste mal auf einem Stehklo mein Geschäft erledigt...intressant...habs mir aber schlimmer vorgestellt. Ums Zelt fliegen ein paar Fledermäuse.

Geändert von mercilessreaper (12.09.2009 um 16:18:33 Uhr)
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