Ja, das sind die Tücken eines ungeregelten Vergasers mit Choke.
Die Funktion des Chokes ist es für ein fettes Gemisch zu sorgen.
Der Grund dafür ist: Die Vergaserabstimmung kann immer nur ein eng begrenztes Einsatzfeld des Motors abdecken. Entweder kalt oder warm. Wäre der Vergaser nur für kalten Motor abgestimmt, wäre er für einen warmen Motor viel zu fett. Weil man aber öfter und länger mit warmem Motor fährt, sind die Vergaser für warmen Motor abgestimmt, also für kalten Motor zu mager.
Bei der GS funktioniert der Choke grob beschrieben so: Durch eine zusätzliche Düse, die bei Betätigung des Chokes freigegeben wird, wird zusätzlich Benzin angesaugt. Bei anderen Vergasern wird der Durchmesser im Vergaser, der die Frischluft durchlässt etwas verengt (deshalb auch Choke von würgen ...).
Der Choke wirkt sich hauptsächlich im unteren Drehzahlbereich aus, da hier der Motor am wenigsten Kraft hat und bei unzureichender Verbrennung stehen bleibt. Das soll aber nicht heißen, dass ein kalter Motor bei höheren Drehzahlen besser läuft. Der hat da auch seine Probleme.
Wenn man nun Gas gibt, wirkt man dem Prinzip des Chokes entgegen. Es kommt zu dem angereicherten Gemisch wieder mehr Luft und das Gemisch ist wieder magerer.
Man könnte versuchen die Leerlaufgemischeinstellschrauben etwas weiter in Richtung fett zu stellen, im Winter den Luftfilter etwas abkleben oder, falls das noch geht, einfach mehr am Chokehebel ziehen. Wenn man das nicht machen will oder (beim Chokehebel) kann, muss man halt warten, bis die Zylinder handwarm sind.
Dass ein kalter Motor etwas fetteres Gemisch braucht hängt mit verschiedenen Ursachen zusammen.
Zum einen spielt dabei eine Rolle, dass das Benzin, das im Vergaser ja nicht vergast sondern zerstäubt wird, bei Kälte sich wieder zu größeren Tröpfchen zusammenfindet, größere Tröpfchen haben eine kleinere Oberfläche als kleine Tröpchen (im Verhältnis zu ihrem Rauminhalt) weswegen das schon mal schlechter zu verbrennen geht. Dann braucht alles Brennbare eine bestimmte Temperatur ab der es entflammbar ist. Je kälter es ist, um so größer ist die zu überbrückende Temperaturdifferenz. Außerdem beinhaltet kalte Luft mehr Sauerstoff als warme und hat eine höhere Dichte, weswegen das Gemisch zusätzlich nochmal magerer wird.
Es ist also, bis zu einem gewissen Grad, normal, dass der Motor ausgeht, wenn er kalt ist.
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