Mal so nebenbei zum Nachdenken:
Der Druck
http://de.wikipedia.org/wiki/Druck_(Physik) wird allgemein als Kraft pro Fläche, in unserem Fall normalerweise in N/cm² ausgedrückt.
Habe ich eine kleine Fläche wird bei gleichem Druck auf diese kleine Fläche eine größere Kraft ausgeübt als im Verhältnis bei einer größeren Fläche auf eben die gleiche kleine Fläche. Um zu verdeutlichen, wie ich das meine:
400 N / 200 cm² = 2 N/cm²
400 N / 400 cm² = 1 N/cm²
Die Kraft bleibt gleich, eben 400 N.
Das ist dasselbe wie mit schmalen Reifen und Breitreifen. Die Aufstandsfläche ist bei Breitreifen zwar größer, das Fahrzeuggewicht nimmt aber nicht zu, also ist der Flächendruck bezogen auf die größere Fläche kleiner, die übertragene Kraft aber wieder gleich. Dass man mit breiten Reifen wesentlich besser bremst, ist ein Trugschluss. Der Vorteil ist vernachlässigbar klein und beruht eigentlich nur darauf, dass die Fläche des Gummis, das sich mit der Fahrbahnoberfläche verzahen kann, größer ist. Mathematik, Physik und etwas Werkstoffkunde halt.
Für die reine Bremskraft spielt es daher keine Rolle wie groß die Beläge sind.
Da bei einer Bremse jedoch die Bremswirkung wesentlich vom Scheibendurchmesser abhängig ist, Hebelgesetze eben, macht es schon einen Unterschied, ob ich eine kleine oder eine große Bremsscheibe verbaue.
Bei größeren Belägen geht es hauptsächlich um eine bessere Wärmeableitung und einen geringeren Belagabrieb (geringere Flächenpressung) also um die Standfestigkeit der Bremsanlage.
Aber ganz egal, wenn ich mit der Serienbremse bereits die Räder zum Blockieren bringe, hat es keinen Sinn eine größere Bremsscheibe zu verbauen. Muss ich viel bremsen, kann es Sinn machen zwei Scheiben und größere Zangen zu verbauen um die Bremse standfester zu machen.
Die Serienbremse der GS ist mit guten Belägen und einer passenden Scheibe recht ordentlich. Also nur um eventuell die Bremskraft zu erhöhen und ständig mit einem blockierenden Vorderrad herumzufahren, würde ich persönlich nichts umbauen.
Dass BMW von einem 1-Kolben-Sattel auf 6-Kolben-Sättel umbaut, liegt nicht daran, dass man damit eine höhere Kraft übertragen kann sondern, dass sich diese Kraft besser und gleichmäßiger verteilt. Verwindungen und Schwingungen der Bremsscheiben können so weitgehend vermieden werden.
Mal lesen was ein Hersteller von Mehrkolben-Bremssätteln so schreibt:
http://www.taroxbrakes.de/index.php/...--strasse.html
Da steht nix von höherer Bremskraft.