Soooo, bin wieder da und es war schön.
So freundliche Menschen ist man gar nicht gewohnt...auch wenn ein im Pub auf dem Weg zum Klo zugerauntes "Haw`Ya" keine echte Aufforderung ist, über das derzeitige Wohlbefinden zu referieren ^^
Neben der grandiosen Landschaft (hätte mit mehr Schafen gerechnet, aber die schiere Menge Kühe hat das locker ausgeglichen) sind mir ein paar Unterschiede zu Deutschland aufgefallen.
Positives wie die grundsätzliche Freundlichkeit der Bevölkerung, die exzellenten und vergleichsweise günstigen Busverbindungen quer durch´s ganze Land, free WiFi ÜBERALL und die quasi absolut spritzfreien Pissoirs, aber auch einiges negatives:
Dass die auf der falschen Seite fahren ist ja OK, aber so wie die Autos da durchweg aussehen, kommen die Iren damit auch nicht beliebig gut zurecht. Egal welches Baujahr: kaum ein Auto ohne Dellen oder Kratzer.
Ich verstehe nicht, warum die so daran festhalten. Hat doch nur Nachteile:
Schaltschema ist das Selbe wie bei uns (1. Gang vorn links usw), also eher unergonomisch zu bedienen. Durch die Mittelkonsole kann man den Kupplungsfuß nicht bequem abstellen (bei vielen "normalen" Fahrzeugen kann man das ja auf dem Innenradkasten). Der Lautstärkenregler am Radio ist auch weiter weg (links).
Cool ist, neben der Karre stehend durchs geöffnete Fenster den Motor starten zu können...aber das war´s dann auch schon.
Was mir beim exzessiven Busfahren auch aufgefallen ist:
Keine Beschilderungen an den Haltestellen...das Genuschel vom Fahrer verstehen vermutlich nichtmal die Einheimischen, sodass man nie weiß, bei welcher Station man grad ist.
Auch die Fahrpläne sind nicht wirklich schlau aufgebaut. Da könnte man mit wenig Aufwand viel verbessern.
Dass auch in den Touristenzentren relativ früh die Bordsteine hochgeklappt werden und zB Sonntag vor 12 Uhr gar nichts geht und auch danach nur wenige Läden offen haben, fand ich auch suboptimal.
Ich mochte sehr, dass die Iren echte Immobilienmessies sind. Was da an Ruinen rumsteht ^^
Allerdings sind die älteren Häuser winzig...schön von außen, aber fast unbrauchbar klein im Inneren. 40 m² auf 2 Etagen verteilt...da bleibt nicht viel Platz übrig...da sind die meisten von uns bestimmt durch größere Räume/Bäder verwöhnt.
Das chlorierte Wasser ist zwar absolut unkritisch, aber eben ungewohnt und je nach Ort auch deutlich unterschiedlich ausgeprägt.
Wir waren in Dublin (schöne Innenstadt, viel zu sehen, etwas überlaufen, zT etwas weitläufig und fast überall lag Uringeruch in der Luft), Galway (sehr schönes Städtchen mit vielen Straßenkünstlern), Aran Island (Inishmore...die größte der 3 Inseln...großartige Landschaft und eine echte Empfehlung für ein Wochenende), Doolin (Tagesausflug mit Cruise zu den Cliffs of Moher (inkl. Delfin)) und Cork (nicht ganz so schöne Stadt, weitläufiger...in meinem Ranking auf dem letzten Platz).
Schade, dass Irland vergleichsweise teuer ist. Durch den Euro bemerkt man die ~50% Aufschlag sofort.
Dafür kommt man auch in schönen B&Bs für 30-35€/Nacht inkl. full irish breakfast gut unter und findet eigentlich immer überall eine Bleibe.
Durch die kleinen Häuser und verbastelten Städte sind große Einkaufszentren eher selten. Die Ladenstruktur hat mich an Polen und Tschechien erinnert. Auch mal schön, auch wenn ich eigentlich ein Fan von AllesuntereinemDach bin.
Das milde aber wechselhafte Wetter macht die Klamottenauswahl am Frühstückstisch schwierig...irgendwie war ich immer überrascht, wenn ich vor die Tür ging.
Der Wind und häufige Nieselregen macht es nicht besser...irgendwie war es meist für nur Shirt zu kalt und für´s Jäckchen zu warm. Bei Nieselregen losgeradelt aber am Nachmittag von der Sonne quasi unbemerkt von der Sonne verbrutzelt.
Dieser Sommer ist dort wohl der sonnigste seit 1975...
Ich kann Irland und die kleinen Inseln wirklich empfehlen. Nicht für 2 Wochen an einem Ort, aber rundreisen wird einem dort sehr einfach gemacht und man hat überall was zu sehen.
Auf die Aran Islands werd ich jetzt jeden schicken, der mich nach nem Reiseziel fragt.
Danke nochmal für eure Ratschläge!
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