Hab den Thread mal verschoben.
Du brauchst als einziges "spezielles" Zubehör etwas, um die Front abzustützen.
Wenn du also keinen Frontheber hast, tut es auch ein Stapel Holzklötzchen oder ein Wagenheber.
Erst die Radachsen vorn und hinten lösen.
Dann aufbocken.
Ich fange mal am Hinterrad an:
Wenn du mit dem Kettendurchhang zufrieden bist, kannst du dir die Einstellung merken, indem du die Gewindelänge misst, die hinten bei den Kettenspannern herausschaut. (die sollte übrigens auf beiden Seiten identisch sein, damit das Rad auch geradeaus läuft).
Ich mache den Ausbau immer wie folgt:
Die obere Schraube der linken Fußraste rausdrehen, die untere lösen. Jetzt kommst du an beide Schrauben des Kettenschutzes (der muss runter).
Die Radachsmutter hast du schon gelöst, also jetzt nur noch die Kettenspanner ein großes Stück reindrehen um die Kette zu entspannen.
Die Radachse kannst du rausziehen (nicht wundern, die Distanz auf der Bremsscheibenseite fällt gern mal raus, die im Kettenradträger sollte drinbleiben. Wenn nicht, auch nicht schlimm).
Wenn du das Hinterrad jetzt nach vorn schiebst, kannst du die Kette vom Kettenrad abheben, zur Seite drücken und das Hinterrad nach hinten rausrollen.
Wenn du noch die originale Spritzschutzverlängerung dran hast, kannst du die vorher abschrauben um genügend Platz zu haben. Evtl. hakt die Bremsscheibe etwas am Bremssattel...der braucht nur ein paar Schläge mit der Hand um Platz zu machen (keine Angst, da kann nichts rausfallen oder so).
Den Kettenradträger kannst du für den Reifenwechsel in der Felge lassen oder einfach abziehen (und auch die Ruckdämpfer darunter, damit nichts verloren geht).
Vorn hast du die Achsmutter gelöst.
Der Bremssattel muss abgeschraubt und von der Scheibe gezogen werden, damit du dir die Felge nicht beschädigst.
Je nach Baujahr sind das 2 große Inbusschrauben oder (die für mich nettere Variante) 2 Sechskantschrauben. Die Bremsleitung hält noch ein zusätzlicher Halter an der Gabel, der sollte auch abgeschraubt werden.
Der Sattel kann an der Leitung baumeln, besser ist es jedoch, ihn mit zB Blumendraht irgendwo anzubinden um die Leitung zu entlasten und ihn aus dem Weg zu haben.
Auf der anderen Seite musst du noch den Halter für die Tachowelle von der Gabel lösen.
Nun kannst du das Vorderrad entlasten (Wagenheber oder jemand der hinten die Maschine runterdrückt), sodass das Vorderrad in der Luft schwerbt, die Steckachse ziehen (hier fällt auf der Bremsscheibenseite wieder eine Distanz raus, rechts die Tachoschnecke) und das Rad nach vorn rausrollen.
Lass dir beim Wechsel gleich neue Ventile einkleben...kosten nur ein paar Euro.
Wenn du dir Winkelventile gönnst, hast du bei der Luftdruckkontrolle sauberere Handrücken
Der Einbau mit den frisch bereiften Felgen geht in umgekehrter Reihenfolge, ist aber fummeliger, da du die ganzen Distanzen noch balancieren musst.
Am in Fahrtrichtung rechten Holm ist unten vorn eine kleine Schraube, die eine Buchse im Holm fixiert. Die solltest du lösen, damit sich die Buchse bewegen kann.
Vorn also (wenn du davor hockst) links die lose Distanz und rechts die Tachoschnecke an die Felge positionieren und die Steckachse einführen.
Das geht mit einer dritten Hand sehr viel einfacher.
Achte drauf, dass die Nase der Tachoschnecke hinte der Nase am Gabelholm sitzt (damit sie sich nicht mitdreht).
Wenn du die Achse durch hast, Mutter drauf.
Beim Bremssattel kann es besonders bei schon sehr verschlissener Scheibe Probleme geben, den einfach wieder aufzusetzen und auf die Scheibe zu schieben.
Das ist gern mal fummelig, weil die Beläge wackeln und dann im Weg sind.
Meist geht das ohne Weiteres, manchmal muss man aber die Bremskolben etwas zurückdrücken um genügend Luft zu haben.
Maschine vorn "abbocken", dann kannst du die Achsmutter anziehen (40-58 Nm, wenns die ohne Sicherungssplint ist, sonst 36- 52Nm). Jetzt kannst du die kleine Schraube am rechten Gabelholm wieder anziehen (die kann einen klitzekleinen Tropfen Schraubensicherung bekommen).
Die Bremssattelschrauben bekommen einen kleinen Tropfen mittelfeste (!) Schraubensicherung und 30-48 Nm Drehmoment (also schon ordentlich fest für die kleinen Schrauben).
Bremsleitungs- und Tachowellenhalter wieder anschrauben, Vorderrafertig.
Hinten ist genauso einfach.
Hinterrad reinrollen, Kette aufs Kettenrad legen (das du vorher samt Kettenradträger und Ruckdämpfern wieder auf die Felge gesteckt hast).
Wenn man nicht die kürzesten Arme hat, und zu zweit ist, ist es einfach von oben das Rad hochzuhalten (dann ist es leichter gerade zu pendeln) und dann die Steckachse durchzustecken. Wieder rechts auf dei Distanz zwischen Bremssattelhalter und Felge achten. Auch hier kann sich der hintere Bremssattel als störrisch erweisen, abr mit etwas Nachhilfe geht der auch wieder über die Scheibe.
Wenn du die Achse komplett durchgefädelt hast, kannst du die Kettenspanner wieder Richtung Ausgangseinstellung drehen, bis du mit dem Durchhang zufrieden bist. Sollte trotz dem korrekten Wert eines der Schwingenabschlussbleche klappern, ist das Rad nicht gerade. Da hilft ein kleiner Tritt gegen das Rad oder in die andere Richtung das Rad zu drehen/die Maschine ein stück rückwärts zu rollen und mit der Fußbremse abzubremsen. Dann schuckelt sich das Rad in die richtige Position.
Radachse festziehen (selbstsichernde Mutter 60-96 Nm, Mutter mit Splint 50-80 Nm), Kettendurchhang nochmal kontrollieren (und, dass die Bleche nicht klappern und die Gewinde der Kettenspanner gleichlang sind), Kettenschutz montieren, Fußrastenhalter anschrauben.
Maximale Erfolge!
Ich staune, dass es da immernoch keine bebilderte FAQ gibt.
Zumindest für den Kettenkitwechsel hatte ich schonmal Bilder gemacht...hmm...muss man wohl mal machen...