Also im Grund ist Erste Hilfe ganz einfach und leicht:
es gibt nur zwei Dinge, die man können sollte, um jemanden das Leben zu retten:
Reanimieren
und die
stabile Seitenlage.
(Und evt spritzende Wunden stillen, aber dass man da drauf drückt, ist wohl gesunder Hausverstand.)
Ob etwas verbunden wird oder geschient ist, ob ich eine Verbrennung kühle oder ein Auge spülen kann, das sind alles Dinge, die schön und gut sind (und auch fein, wenn mans kann) - aber da gehts nicht um Leben und Tod!
Bei einem bewusstlosen Motorradfahrer gehört DER HELM RUNTER! Da gibt es keine Diskussion und keine unterschiedlichen Meinungen mehr dazu heutzutage.
Bei einem bewusstlosen Menschen erschlaffen die Muskeln, dazu gehört auch die Zunge, die dann nach hinten in den Hals sinkt, die Atmung ist blockiert und der Mensch erstickt.
Der Helm wird abgenommen und die Atmung kontrolliert, indem man den Kopf nach hinten überstreckt (sonst blockiert die Zunge die Atmung und man wird nix hören...).
Atmet der Patient, dann bringt man ihn in die stabile Seitenlage. Egal wie, ob ich ihn jetzt am Gürtel packe und zur Seite drehe, ihn zu dritt auf die Seite rolle oder wwi - ganz egal, hauptsache er liegt seitlich und sein kopf ist nach hinten überstreckt und sein Mund Richtung Boden geneigt - dann kann Speichel und Erbrochenes rausfließen.
Viele Menschen sind doch etwas schwerer, und da gehts am einfachsten, wenn ich sein Knie aufstelle, seine Hand drauf lege und ihn zu mir drehe. Zu mir wohlgemerkt, wenn ich das "falsche" Knie nehme, dann fall ich ja auf ihn drauf - ist ja logisch. (Videos auf youtube) Aber im grunde ist es egal, wie ich das mach.
Wer von euch liegt abends seitlich im bett? Am angenehmsten ist es doch, wenn das knie abgewinkelt ist, weil man ja sonst eher am bauch liegt. Selbiges macht man bei der "stabilen" seitenlage, wenn das "obere" knie abgewinkelt ist, liegt der Patient stabiler. Und mit dem oberen Arm kann ich ihn auch "abstützen" am Boden.
Das sind keine Sachen, die man auswendig lernt, das ist einfach logisch. Schaut euch heut ein Video dazu an, und probiert es beim Einschlafen selber aus.
Reanimieren
Wenn der Patient nicht atmet, dann wird reanimiert. Puls wird nicht mehr getastet, (zumindest nach meinem Wissen aus Ö).
Ersthelfer waren (verständlicherweise) oft so überfordert, wenn sie übers Telefon angeleitet werden, dass dann weder die herzdruckmassage, noch das beatmen funktioniert hat. Das bringt dann nix, also lässt man als Ersthelfer das beatmen weg, um es einfacher zu machen. (Ausgebildetes personal beatmet nach wie vor - auch als Ersthelfer.)
Und auch das Drücken ist "einfacher" geworden: man drückt in der Mitte vom Brustbein. (früher gabs da doch so eine drittel-regel oder so)
Bei Männern ist das einfach: auf Höhe der Brustwarzen.
Bei Frauen mit prallen Brüsten ebenso.
Frequenz: vergesst das. Ersthelfer drücken sowieso immer zu schnell, das macht das Adrenalin im Blut ^^ ca. mit einer Frequenz von 110, aber auch Profis arbeiten nicht als Metronom.
Wichtig ist es, fest zu drücken, die Arme durchgestreckt und die eigenen Schultern über den eigenen Handflächen. Als Frau brauche ich oft meine ganze Kraft und hab nachher einen furchtbaren Muskelkater im Bauch.
(Wenn Rippen brechen ist das ok und es kann nichts passieren, die Muskulatur schützt die Lunge - und bedenkt: der Patient ist im Moment tot.)
Wenn der Patient in der stabilen Seitenlage ist, übrigens bitte bei ihm bleiben und regelmäßig die Atmung kontrollieren, das könnte sich ja ändern...
Und an erster Stelle steht immernoch: Selbstschutz!
Vor allem im Straßenverkehr nicht darauf vergessen!
Ich find es auch sehr schön, dass die Diskussion hier so lebhaft geführt wird!
Schließlich könnte dieses Wissen bei eurem Partner/ euren Eltern/ euren Kindern/ euren Freunden über Leben und Tod entscheiden.
Es sind nur zwei Dinge, die man können muss.