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Alt 06.09.2014, 08:10:05   #3
berndy
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gsmattis Anleitung ist fast nichts hinzuzufügen. Allerdings würde ich von einer verdrehten oder verspannten Gabel reden. Verzogen hört sich so final an. Das Einfedern funktioniert normalerweise auch ohne Wand und ohne Bremse. Nur wenn das nicht zum Ergebnis führt, manchmal brauchts ein größeres Losbrechmoment, kann man das Rad gegen eine Wand abstützen. Gegen die Wand fahren würde ich auch nicht, das könnte weh tun. Aber ich weiß, wie es gemeint ist.

Zum technischen Hintergrund: Die Standrohre sind in den Gabelbrücken nur geklemmt und können sich gegeneinander unter hoher Belastung verdrehen. Dann steht, übertrieben gesagt, ein Holm nach vorne, der andere dagegen nach hinten. Das Verdrehen ist mit bloßem Auge fast nicht erkennbar.

Löst man die Verschraubungen bis auf die obere Gabelbrücke, kann sich die Gabel leicht in sich verdrehen. Beim Einfedern richten sich die Standrohre wieder zueinander in beiden Ebenen parallel aus.

Da die Bremsscheibe bei der GS außer der Mitte sitzt, könnte es ein Drehmoment beim Einfedern an der Radachse geben, das u.U. die Gabel verdreht, wenn man bremst. Daher nicht bremsen.

Einfach die GS auf beide Räder stellen und kräftig von oben die Gabel herunter drücken, das ganze ein paar mal hintereinander. Anschließend die losen Schrauben wieder mit dem geforderten Drehmoment anziehen und eine Probefahrt machen.

Wenn die Gabel nur verdreht war, war es das. Wenn nicht, muss man die Standrohre auf Verzug prüfen und gegebenenfalls ersetzen. Standrohre kann man auch richten lassen. Ob das geht, muss aber die Fachfirma dann entscheiden.
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Man sollte es so oder so nicht übertreiben.
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