Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 14.09.2014, 09:00:40   #4
berndy
Super-Moderator
 
Benutzerbild von berndy
 
Registriert seit: 16.08.2006
Ort: Schifferstadt/Pfalz
Alter: 63
Beiträge: 10.720
Baujahr: 1995
Kilometer: 66666
Standard

Das Ladesystem eines Fahrzeugs ist auf die Batterie abgestimmt und umgekehrt.

In erster Linie spielt es dabei eine Rolle, welchen Batterietyp man verwenden will. Z.B. eine normale Blei-Säure-Batterie, eine Gelbatterie, eine Lithium-Batterie oder was ganz anderes.

Danach bestimmt sich, wie hoch der Ladestrom sein muss bzw. darf. Also wie der Laderegler ausgelegt sein muss.

Daneben spielt auch die Kapazität der Batterie eine Rolle, also wie viele Ah (Ampere-Stunden) die Batterie haben soll.

Bei hochkapazitiven Batterien ist es sinnvoll auch eine leistungsfähige Lichtmaschine zu verbauen. Die muss ja schließlich den Strom zur Ladung der Batterie zur Verfügung stellen. Viel Strom ladet die Batterie natürlich auch schneller.

Eine Batterie mit geringer Kapazität ist umgekehrt schneller voll geladen als eine mit hoher Kapazität. Dann stellt sich die Frage, was passiert mit dem Strom, den die Lichtmaschine weiterhin liefert, der aber nicht gebraucht wird? I.d.R. wird der zu Wärme umgewandelt. Das ist natürlich wenig ökonomisch weil es Sprit kostet und die Wärme abgeleitet werden muss.

Eine Batterie mit hoher Kapazität erscheint hier günstiger.

Eine hochkapazitive Batterie verkraftet i.d.R. auch einen höheren Ladestrom und bietet natürlich auch größere Reserven.

Der Ladestrom sollte etwa 1/10 der Nennkapazität betragen. Bei der Standardbatterie der GS mit 11 Ah wären das ca. 1 Ampere. Bei einer 4 Ah-Batterie dagegen nur 0,4 Ampere.

4 Ah für eine Starterbatterie ist sehr wenig. Wenn die Batterie gesund ist und der Motor beim ersten, spätestens beim zweiten Startversuch anspringt, mag das funktionieren.

Man sollte dabei aber auch bedenken, dass nicht nur die Kapazität ausschlaggebend ist sondern auch die Startleistung. Also wie viel Strom kann die Batterie zum Starten zur Verfügung stellen. Das ist eine Konstruktionssache der Batterie und stellt gewissermaßen ein Maß dar, wie schnell die Spannung beim Starten zusammenbricht.

Bei Belastung sinkt die Spannung der Batterie sehr schnell weit unter 12 V. Mit unter so tief, dass die elektronische Zündung zu wenig Spannung bekommt und nicht funktioniert.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine 4 Ah-Batterie als Starterbatterie konzipiert wurde. Die wird vermutlich bei Fahrzeugen eingesetzt, die einen Kickstarter haben.

Die kleinste Starterbatterie, die mir je untergekommen ist, ist in der CB 600 Hornet PC 36 Bj. 2002 mit mickrigen 6 Ah. Das reicht zum Starten, wenn der Motor direkt anspringt. Braucht es drei oder vier Startversuche weil es kalt ist, ist Anschieben angesagt. Starten mit Licht ist so gut wie unmöglich. In dem Ding ist es aber so eng, da passt keine größere Batterie rein.

Mit der 4 Ah-Batterie wird es vermutlich bei deiner GS eine Weile klappen. Sobald aber auch die kleinsten Unregelmäßigkeiten auftreten, z.B. niedrige Temperaturen oder eine längere Standzeit, reicht der Strom nicht mehr zum Starten.

Außerdem besteht die Gefahr, dass die Batterie überkocht, weil sie mit einem zu hohen Ladestrom geladen wird. Also muss man öfter mal nach dem Elektrolytstand gucken und ggf. destilliertes Wasser nachfüllen.

Ich würde mir die passende Batterie holen.
__________________

Man sollte es so oder so nicht übertreiben.
berndy ist offline   Mit Zitat antworten