@Knoz Ich habe so den Eindruck, dass dir die Tragweite eines eingegangen Risikos und übernommener Verantwortung noch nicht so bewusst ist. Ich befürchte, dass du noch in zu kurzen Zeitabständen denkst. Du hast anscheinend auch noch nicht erlebt, wie es ist wirklich Verantwortung für sein Handeln übernehmen zu müssen und richtig bestraft zu werden. Ich habe schon Menschen erlebt, deren Existens wegen "Dummheiten" oder "Risikobereitschaft" zerstört wurden.
Wenn man gerade bei komplexen Großprojekten einfach machen würde, wäre es noch viel schlimmer als es jetzt ist.
Stell dir vor, vor deiner Haustür käme die Stadtverwaltung auf die Idee einfach eine neue Umgehungsstraße zu bauen ohne die Anwohner zu befragen und für und wider abzuwägen. Natürlich wird da auch der eine oder andere sein Recht wahrnehmen und klagen.
Wenn die Straße dann schon gebaut wäre, und im schlimmsten Fall wieder zurückgebaut werden müsste, meinst du nicht, das käme teurer und würde länger dauern als vorher alles mögliche abzuwägen?
Was man bei dir so herauslesen kann ist Gang und Gäbe in totalitären Staaten. Da wird einfach gemacht ohne an die Zukunft oder die Einwohner zu denken. Und dort sind die Leute noch viel unzufriedener als bei uns. Nur dürfen die das nicht sagen.
Guck dir die UDSSR, Russland, Nordkorea und China an.
Da wurde/wird einfach beschlossen und gemacht. Ist alles gut? Der Aralsee, die Dreischluchtentalsperre, die vielen "sauberen" Kohlekraftwerke, Atomkraftwerke, Atombombenversuche usw. Da werden einfach Millionen Einwohner zwangsumgesiedelt ohne Rücksicht darauf, dass diese Leute dann Fremde in den Regionen sind, in die sie umgesiedelt werden. Das führt zu Spannungen. Sieht man ja schon bei uns in Deutschland.
So war es in zurückliegender Zeit bei uns teilweise auch. An dem "wir machen einfach", haben wir heute noch zu tragen. Schau dir die vielen Altlasten (kontaminierten Böden) in vielen Bereichen an oder die unheimlich sicheren und so sauberen Atomkraftwerke.
Ich habe die Befürchtung, als man die Dinger baute, dachte man einfach nicht daran, dass man den Atommüll über Jahrhunderttausende sicher lagern können muss. Heute macht man sich Gedanken über sinnvolle Piktogramme, damit auch noch unsere Nachkommen in 100 000 Jahren wissen, was da liegt und sucht händeringend nach sicheren Endlagern, die es auf der ganzen Welt nicht gibt. Das war super toll damals, es ging alles schnell. Da wurde beschlossen und genehmigt, kurz darauf gebaut und heute haben wir die Sch...
Guck auch mal nach den Geothermiekraftwerken. Ist eigentlich eine Superidee. Kostenlose Energie. Aber was würdest du davon halten, wenn dein Haus, das sich deine Familie über Jahrzehnte erspart und erarbeitet hat, durch eine Probebohrung in ein Anhydridfeld in der Nähe so beschädigt wird, dass es abgerissen werden muss. Schlagartig ist das Haus und das Grundstück nichts mehr wert.
Ich weiß nicht, ob das wirklich so gut laufen würde, wenn es dir nachginge.
Die Vergangenheit hat hier doch gezeigt, dass man gerade bei Großprojekten sehr genau an die Zukunft denken muss und sehr genau abzuwägen hat, welche Vor- und Nachteile, auch in 50 oder 100 oder noch mehr Jahren, damit verbunden sein können.
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Man sollte es so oder so nicht übertreiben.
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