Hi Forum,
die meisten werden mich aus diversen "Hilfe xx ist kaputt was tun?" -Threads kennen. Meine letzte GS (GM51A) hatte ich 2016 gekauft und bin mit ihr in 2 Jahren ca 21000km gefahren, inkl. Touren nach Italien und Kroatien. Im Mai habe ich einen neuen Job in Newcastle, Großbritannien begonnen und wollte mit meiner GS auf einer 3-Tagestour von Berlin dorthin fahren. Nix da, dachte sich meine GS und fing am Freitagabend vor meiner Abfahrt am Samstag an zu stottern. Hab dann in der Nacht den Vergaser ausgebaut und gesäubert, diverse andere Dinge getestet bis 3 Uhr morgens, hat alles nichts geholfen. Musste die kleine dann in Berlin stehen lassen und hab statt dessen kurzfristig nen Flieger genommen. Lange Rede kurzer Sinn, ich hab die gute dann vor 1 Woche schweren Herzens aus der Ferne verkauft, an einen Käufer aus Berlin, der sie für 400€ mitgenommen hat, obwohl sie als Bastlerfahrzeug bei mobile.de drinstand. Er meinte noch zu mir dass es vermutlich am nicht richtig eingestellten Vergaser liegt. Was es am Ende war habe ich nie richtig rausfinden können. Die Gute ist weg und nach 1 Monat Pause habe ich endlich einen passenden Ersatz in Newcastle finden können
Hier ist die Gute!
Kurz:
-600 Pounds ( ca. 680€)
-23000 Meilen runter (ca. 37000km)
-in sehr gutem Zustand
-kaum Rost am Rahmen
-Baujahr 2000
-Gabeln dicht
-nur 3 Vorbesitzer
-war mehrere Jahre im Besitz zweier Freunde, die sie sich gegenseitig verkauft haben
-Vorbesitzer waren 2 Ex-Britische Soldaten und Ingenieure, sehr freundlich und ehrlich
Habe viel geschaut und gekuckt, der Motorradmarkt hier oben ist leider nicht so gut wie in Deutschland. Habe mir Bandit 600s, ER5s, Honda CB500 Twins angeschaut, aber am Ende fiel meine Wahl wieder auf eine GS500. Warum?
Neben den üblichen Argumenten wie wartungsarm, unempfindlich, robust und verlässlich:
-weil ich sie kenne
-weil ich sie liebgewonnen habe
-weil sie mir von allen 500ern optisch am meisten zusagt
Vor allem weil ich hier oben noch keine Werkstatt meines Vertrauens habe und nur begrenztes Werkzeug, brauche ich eine Maschine die ich kenne und an der ich selbst schrauben kann. Habe durch euch hier im Forum und mein persönliches Interesse viel gelernt. Das hat mir auch gleich geholfen. Am Samstag gekauft und 160km von Leeds nach Newcastle gefahren. Am Sonntag dann Ausfahrt in die Umgebung. Was passiert auf dem Rückweg? Sie fängt an zu stottern und verreckt mir auf der Autobahn

Handyakku auch alle. Denke erst es ist der Reservetank. Lege Schalter um, springt trotzdem nicht mehr an. Schön erstmal 1km schieben und das ohne Standstreifen. Dann von der Autobahn runtergekriegt. Das Ganze bei 26 Grad. Auf dem Weg halten mehrere Engländer in Autos und Motorrädern an und fragen ob alles ok ist. Ein älterer Autofahrer und selbst Motorradfahrer kommt mit Werkzeug wieder, wir kriegen raus dass wohl ziemlich viel Rost und Dreck und sogar Wasser im Tank waren. Wahrscheinlich alles in den Vergaser gezogen und deswegen springt sie nicht mehr an. Hatte mir den Tank von innen beim Kauf angesehen habe aber wohl ein paar Roststellen übersehen. Der unglaublich nette Herr verbringt 1 Stunde mit mir und der Kiste, bringt mich dann zur nächsten Tankstelle, wo ich dann den ADAC rufen kann und die einen Partner von der Automobile Association anrufen. Nach 4 Stunden kommt dieser auch, wir kucken uns das Motorrad an. Er selbst kein Motorradfahrer, aber zusammen kriegen wir, auch dank meines Wissens um die GS innerhalb einer Stunde den Tank ab und leer, holen da einiges an Dreck raus. Benzinschläuche werden auch gespült, für Vergaser haben wir keine Zeit da es dunkel wird und man sowas auch nicht im Freien auf dem Parkplatz macht. Nachdem der Tank gespült wurde gießt er mir neues Benzin ein und siehe da, die Kiste läuft nach ein paar Anläufen.
Ich bin heilfroh, er folgt mir noch nach Hause um sicherzugehen dass ich gut heimkomme und am Ende ist alles wieder im Lot. Werd nächstes Wochenende zu einem neuen Bekannten in seine Werkstatt fahren und dann nehmen wir uns den Vergaser und den Tank vor.
Was haben wir gelernt?
-Motorradfahrer sind auch in England nett zueinander
-Tank beim Neukauf besser anschauen, hätte mir denken sollen dass wenn der Tank nur halb voll ist beim Kauf irgendwo Rost drin ist
-immer ne Powerbank fürs Handy bei der Ausfahrt mit dabei haben^^