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Alt 25.05.2020, 20:31:46   #28
AmigaHarry
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Ausgehend von deinem ersten Post muss ich jetzt etwas weiter, in Bezug auf die Funktionsweise von Gleichdruckvergasern bei Standgas, ausholen:

Dieses Standgasproblem ist (nachdem Falschluft, Synchronizität und Schwimmerstand ausgeschlossen wurden), so gut wie immer ein Thema des Leerlaufsystems der Mikunivergaser. Dieses System besteht aus den Gemischregulierschrauben und der von vorne, aussermittig sichbaren Leerlauf-Luftdüse sowie deren Kanälen innerhalb des Gehäuses.
Dieses System liefert die Anreicherung des Leerlaufgemisches, welches aber grundsätzlich durch die Drosselklappe (und infolge durch den Schieber mit der Hauptdüse) bestimmt wird. Ohne das Leerlaufsystem würde das Gemisch nicht ausreichend "fett" für eine stabilen Leerlauf sein, da der an den Schiebern anliegende Unterdruck diese nicht bzw. kaum öffnet. Dennoch kommt auch Sprit über die Hauptdüsen in den Ansaugkanal. Das steht ganz im Gegensatz zu älteren Schiebervergasern oder den 2-Taktern - falls das noch wer aus seiner 50cm² Moppedzeit kennt (Bing/Dellorto-Vergaser, etc.).
Das Ganze verhält sich wie eine Waage - wenn du an den LGM (Leerlaufgemischschrauben) drehst, beeinflusst du auch das Main-System (durch höhere oder niederere Drehzahl) und musst da nachregeln (Standgasschraube) und natürlich vice versa. Das musst du solange machen bis sich ein "Gleichgwicht" einstellt. Zudem muss man zwischendurch durch "zupfen" am Gas überpüfen, ob der Motor noch vernünftig abtourt.......
Zum Verständnis: Sobald sich die Strömungsgeschwindigkeit im Ansaugkanal ändert, zieht der Venturi-Effekt Sprit aus Haupt- UND Standgasdüse (auch wenn die Schieber noch ganz unten sind, die sich aber je nach Strömungsgeschwindigkeit/Unterdruck auch bewegen).
Um das perfekt einzustellen brauchts hochempfindliche Strömungsmesser und einen CO2 Tester - das hat nur Mikuni bzw. Suzuki in Japan. Früher waren aus dem Grund die LGM verplombt. Jetzt kannst du dich nur rantasten.
Auch bedenken: Du hast noch eine 2te Waage im System, nämlich die Schieber, welche, je nach Unterdruck im Ansaugkanal und den Öffnungen im Schieberboden, hochfahren. Defekte Membrane (Microrisse) sind da natürlich tödlich.
Das gilt NUR für das STANDGAS!!

Höchstleistung des Motors hängt von anderen Dingen ab!
- Passend Hauptdüse und Düsennadelgeometrie (inkl. passenden Düsenstock).
- Dichte Schiebermembrane und passende Schieber (die F wurde beispielsweise auch über die Schieber gedrosselt)
- passender Luftfilter(!!)
- Kompression der Zylinder (essentiell!)
- Ventilspiel
- Auspuff

Zündung kann man bei der GS vergessen - da gibts nichts einzustellen -die geht oder geht nicht! Die Vorzündung erfolgt elektronisch durch die CDI intern.
Jedenfalls hat sie nichts mit der Höchstgeschwindigkeit zu tun.

Gleichdruckvergaser sind simpel und komplex zugleich - simpel für den User, komplex für den Mechaniker. Ich kann nur auf die Suzuki Werkstättenhandbücher oder Mikuni-Unterlagen verweisen, die das wirklich sehr gut beschreiben.

Geändert von AmigaHarry (25.05.2020 um 20:42:51 Uhr)
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