Wheelie, Stoppie, Burnout, Donut
Hey alle zusammen,
in letzter Zeit hat mich Mal das Interesse gepackt, was man mit so 'nem Motorrad außer Fahren sonst noch so alles machen kann. Neben den üblichen Skills, die man als Motorradfahrer so draufhaben sollte, wie Vollbremsung, Schrittgeschwindigkeit, Ausweichen, stell ich mir vor allem den Donut zum Wenden auf der Stelle ziemlich nützlich vor. Die anderen Manöver interessieren mich zwar eher weniger, bin aber jetzt nicht abgeneigt sie auch Mal auszuprobieren.
Da ich mein Moped aber natürlich auch sehr gerne habe, würde ich mal wissen wollen, inwiefern solche Aktionen der Maschine (langfristig) Schaden können, da sie ja sicherlich nicht dafür ausgelegt ist.
Daher die Frage an die Leute, die sich theoretisch damit auskennen, aber vielleicht auch an diejenigen, die so etwas schonmal gemacht haben:
Was kann alles kaputt gehen bzw. ist kaputtgegangen/ nicht kaputtgegangen, speziell auch was die GS500 angeht.
Edit: Es geht mir in diesem Thread weder darum eine Anleitung für diese Manöver zu erhalten noch deren Sinnhaftigkeit infrage zu stellen! Ich möchte einfach nur auf technisch/sachlicher Ebene wissen inwiefern und warum
solche Manöver welche Bauteile zusätzlich belasten oder gar beschädigen können. Die beschriebenen Manöver sind gefährlich und sollten nicht im öffentlichen Straßenverkehr geübt/durchgeführt werden.
Zusammenfassung der Antworten:
Wheelie:
Die GS500 ist aufgrund ihrer Leistung bzw. ihres maximal erzeugbaren Drehmoments nicht in der Lage einen Wheelie nur durch Gasaufdrehen hinzubekommen. Das für das Abheben des Vorderrads nötige Drehmoment muss daher aus der Rotationsenergie der sich bewegenden Teile im Antriebsstrang (Getriebe) generiert werden. Durch schnelles kommen lassen der Kupplung kann daraus kurzzeitig eine Überhöhung des Drehmoments erreicht werden, die (zusammen mit einer Gewichtsverlagerung) für einen Wheelie ausreicht. Da der Antriebsstrang allerdings nicht für so eine hohe Belastung ausgelegt ist können dessen Bauteile (Getriebeausgangswelle, Zahnräder, Kupplung...) auf Dauer stark beschädigt/zerstört werden. Die Kette kann durch die höhere Belastung reißen. Der Kupplungsverschleiß ist stark erhöht. Durch die unterdämpfte Gabel kann beim wiederaufkommen des Vorderrads, das Lenkkopflager etwas abbekommen.
Stoppie:
Ein Stoppie ist durch die schwächere Bremse der GS500 auch eher nur durch zusätzliche Gewichtsverlagerung möglich und auch nur schwierig zu dosieren. Da die Bremse einseitig ist, bringt sie etwas Verwindung in die Gabel, was sie allerdings immer beim Bremsen tut, das sollte also innerhalb der Auslegung liegen. Die Gabel kann bei dem Manöver auch auf Block gehen, da das allerdings weniger Ruckartig wie beim Wheelie passiert , dürfte das Lenkkopflager davon eher keinen Schaden nehmen. Durch die einseitig wirkende Bremskraft, neigt sich die GS beim abheben nach links, wodurch der Stoppie auch schwerer kontrollierbar wird.
Burnout/Donut:
Um den Reifen Durchdrehen zu lassen muss die Haftreibgrenze überschritten werden, das heißt der Reifen muss mehr Kraft übertragen wollen, als er eigentlich kann. Da die GS500 aufgrund ihrer Leistung bzw. max. Drehmoments allein nicht in der Lage ist diese Grenze zu überschreiten, muss das Durchdrehen (also der Übergang in die Gleitreibung) durch Abwinkeln der Maschine, Achslast- bzw. Gewichtsverlagerung und durch Drehmomentüberhöhung durch schnelles kommen lassen der Kupplung erreicht werden. Danach muss das Drehmoment am Rad allerdings immer noch höher sein, als die jetzt erreichte Grenze der Gleitreibung. Ob die GS dazu in der Lage ist ist abhängig von der Fahrbahn und vermutlich nur bei geringer Reibung (Kies, Nässe,...) möglich. Bei einem Burnout (Motorrad steht senkrecht) ist das nötige Drehmoment und somit die Belastung höher als bei einem Donut (Motorrad steht schräg). Da in diesem Zustand konstant die maximale Leistung abgerufen wird, aber der Motor ohne Fahrtwind keine Kühlung erfährt, führt das relativ schnell zur Überhitzung und kann den Motor beschädigen. Wenn das durchdrehende Rad wieder greift und plötzlich die enorme Kraft überträgt, kann wieder der Antriebsstrang strake Schäden davontragen und die Kette reißen. Eine während der "Fahrt" reißende Kette hat eine hohe Energie und kann Fahrer und Motorrad gefährlich verletzen/beschädigen.
Falls jemand etwa hinzufügen möchte, sehr gerne. Danke an alle für die Antworten!
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende : )
Geändert von Halbroyal (15.04.2021 um 17:52:26 Uhr)
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