Erfahrungsbericht
So, läuft wieder. Anbei ein paar Erfahrungswerte.
Zuerst: Das blaue Buch täuscht sich an mindestens zwei Stellen.
Die Soll-Meßwerte des Gleichrichters haben nix mit der Wirklichkeit zu tun.
Trotzdem danke, denn so habe ich einen neuen Gleichrichter besorgt und der hat das Problem gelöst. ABER: die Widerstandmessungen am neuen Gleichrichter haben auch rein gar nichts mit denen aus dem Buch zu tun und liegen wie beim defekten Teil im MegOhm-Bereich und nicht bei Ohm. Ausserdem steht da als erste Maßnahme: Neue Batterie. Das wäre bei mir nicht nötig gewesen.
Fehlerbild war: Mit geladener Batterie startet das Moped zwar, die Bordspannung fällt aber schnell unter 12,5V und der Motor stirbt ab. Batterie laden und man kann das wiederholen.
OHNE Gleichrichter im Netz (Stecker abziehen) hält die Batterie die Maschine merklich länger am Laufen - für eine kleine Reststrecke würde das reichen.
Es gibt eigentlich nur drei möglich Fehlerursachen ausser einer def. Batterie:
1. Irgend ein Masseschluss. Zum Ausschließen:
Batterie geladen.
Motor aus.
Masse ab.
Zweipoliger Stecker am Gleichrichter ab.
Ampermeter zwischen Minuspol und Massekabel.
Zündung an - max 0,5 Ampere (rote und grüne Lampe)
Nach und nach Standlicht - Abblendlicht - Blinker dazu schalten und überschlagen, was da fließen darf. Wenn die Spannung zusammenbricht hat wohl der zuletzt zugeschaltete Verbraucher einen Schluss. Darauf dass die 20A-Sicherung kommt braucht man kaum zu warten. Vorher schmurgelt ein Kabel durch.
2. Lichtmaschine:
Erst mal nach dem blauen Buch die Spulenwiderstände durchmessen.
Danach eigentlich eine Spannungsmessung an den drei Phasen durchführen - Phase gegen Phase min.70V AC - da hab ich mich nicht ran getraut. Aber eigentlich schließt man damit die LiMa als Fehlerursache aus.
3. Spannungsregler/Gleichrichter:
Bleibt jetzt als einzig mögliche Fehlerquelle übrig. Nachbau bei Händler 100€ - Orginal bei eBay 20€ mit der Gefahr, dass der gebrauchte auch kaputt ist.
Wenn er wie bei mir funtioniert, dann hat man im Betrieb merklich über 14 Volt im Bordnetz bei laufendem Motor - bei mir 14,4 bei 1500U/min.
Die 5000U/min vergiss mal - weniger geht genauso - wichtig ist, dass die Spannung im Betrieb höher ist, als an der (gesunden) Batterie im Stillstand und das auch noch wenn das Fernlicht brennt. Wie viel ist erst mal wurscht und sagt nur aus, wie schnell die Batterie geladen wird.
Wie gesagt, was man vergessen kann ist die Messanleitung im blauen Buch für den Gleichrichter. Ich hatte Glück mit meinem eBay-Kauf - was sicher auch ginge wäre ein billiger 3Phasen-Gleichrichter von Amazon zur Fehlersuche und wenn er es dann ist, denn teuren Nachbau kaufen.
Und ja, da war kein Ablaufschlauch dran...darum ist drunter jetzt auch alles gammelig. Bin ich dran.
Geändert von gsbuster (18.03.2022 um 16:49:01 Uhr)
|