Zum generellen Thema:
Ich habe mindestens 100 Stunden Testerei in GS500E-Vergasern versenkt. Auch mit den Bohrungen habe ich experimentiert, schon allein, weil es ja Schieber mit je einem und mit zwei Löchern gibt.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass für den normalen Alltagsbetrieb kein Setup so tauglich ist, wie das komplett originale der ersten Baujahre (also mit 120er HD). Alles ori, gescheit synchronisiert, neue Schläuche und auch neuer Benzinhahn. Einzig die oft dargestellten Probleme mit verschiedenen Luftfiltern konnte ich nicht provozieren.
Ich gehe davon aus, dass eine empfundene "Mehrleistung" oftmals auf den desolaten Ausgangszustand aller beteiligter Baugruppen zurückzuführen ist. Also wenn jemand sich einer ungepflegten GS500 richtig annimmt, dann macht er ja nicht nur den Gaser frisch. In Summe führen alle erledigten Arbeiten dann zu diesem gefühlten Ergebnis.
In meinen Aufzeichnungen habe ich noch andere brauchbare Abstimmungen notiert, zum Beispiel für K&N ohne Innenrohr oder für unsere Sandbahnrenner, die ja ohne ESD gefahren werden. Teils also sehr speziell.
Auch lässt sich mit veränderten Abstimmungen der EINE ODER ANDERE DREHZAHLBEREICH bzw. Fahrzustand positiv beeinflussen, allerdings immer ZUM NACHTEIL VON ANDEREN BEREICHEN. Das Gleiche traf auch bei sämtlichen Änderungen an den Bohrungen in den Schiebern sowie bei anderen Membranen und Federlängen auf. Meistens geht der eine erreichte Vorteil zu Lasten von Drehmomentverlauf und damit auch dem Kraftstoffverbrauch. Maßnahmen, die ein spontaneres Hochdrehen ermöglichen, schlagen sich oft negativ auf den Volllastbereich nieder.
Wer also fahren und nicht experimentieren will, dem sei ein gut gepflegter Originalzustand dringend ans Herz gelegt. Auch mit Blick auf die, von zahlreichen Demontagen und Montagen gequälten Ansaugstutzen, die dann Ihrerseits wieder Probleme machen.
Gruß Ric