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#1 |
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Benutzer
Registriert seit: 25.04.2010
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Alter: 41
Beiträge: 84
Baujahr: 1997
Kilometer: 21.000
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was glaubt ihr, wie weit z.B. handschuhe noch verbessert werden können?
also ich find es logisch, dass lederhandschuhe mit knöchelprotektoren, fingerbrücke usw. sicher besser schützen als nur dünne lederhandschuhe. aber ich frag mich, ob es bei einem unfall wirklich einen unterschied macht, ob der knöchelprotektor aus titan, mit luftpolsterung oder aus wwi ist...? gerade, wenn man auf gute schutzkleidung wert legt, greift man lieber zum neuen teuren teil, aber bringts das überhaupt? oder sind die "extrem teuren produkte" in wirklichkeit genausogut wie die "teuren produkte". z.B..... "Oberhand und Daumen vollflächig mit stoßabsorbierendem SUPROTECT®-Spezialschaum gepolstert und mit 100% Kevlar® (Markenfaser) abgefüttert" oder "Knöchelschale aus echtem Titan unterlegt mit Spezialschaum"... |
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#2 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 21.08.2009
Ort: Hannover
Alter: 35
Beiträge: 1.017
Baujahr: 1993
Kilometer: 39000
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Kannst ja mal nach Tests googeln
Der Held Titan ist eigentlich besser als der Held Phantom und das nur, weil er Titan hat und nicht so ein Carbon Kevlar (aus ieinem Test aus einer Zeitschrift, welche das war grad nicht im Kopf) Und der Phantom ist dann besser, wegen des Preis/Leistungs"verhalten" (oder so^^)
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Die Linke zum Gruß Motorradfahren ohne zu stürzen ist wie Alkohol trinken ohne zu kotzen. Entweder man ist super trainiert, oder man hat nicht alles gegeben. Alle Angaben ohne Gewähr! |
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#3 | |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 30.12.2006
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Beiträge: 462
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grundsätzlich ist zu sagen, dass du, wenn du vom bock absteigst, zwischen "gar keiner" "billiger" und "teurer" schutzkleidung einen unterschied spüren wirst.
ob dich jetzt eine titanplatte, oder eine kohlefaserplatte oder eine thermoplastplatte aus abs an den knöcheln schützt, ist im grunde eigentlich egal, es schützt dich alles 3. (vielleicht gibts unterschiede, ja, .... aber im grunde ist das für straßenfahrer nur schwanzvergleich.) in den geschwindigkeitsbereichen, in denen es einen unterschied zwischen "sehr teurer" und "teurer" schutzkleidung macht, hast du sowieso auf der straße andere sorgen (z.b. die leitplanke, auf die du dich grad mit 150 am arsch liegend zubewegst - vor der auch keine noch so gute schutzkleidung schützen kann) auf der rennstrecke dagegen schauts wieder anders aus
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Life is not a journey to the grave with the intention of arriving safely in a pretty and well-preserved body, but rather to skid in broadside, thoroughly used up, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow, what a ride!!!" Zitat:
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#4 |
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Super-Moderator
Registriert seit: 16.08.2006
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Baujahr: 1995
Kilometer: 66666
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Da ist schon was dran.
Überhaupt Schutzkleidung ist besser als keine. Die Güte und Ausstattung ist dann wieder vom Geldbeutel abhängig. Leder ist immer noch unübertroffen in der Abriebfestigkeit. Textilien haben manchmal einen besseren Tragekomfort. Ob sich das Geld, was man ausgegeben hat, gelohnt hat, stellt man erst im Fall der Fälle fest. Wenn jemand, so wie ich, selten mit mehr als 100 km/h unterwegs ist, kann man auf eine superabriebfeste Bekleidung verzichten, denke ich. Ich hab mir aber auch schon bei einem Sturz mit annähernd 100 km/h eine Lederjacke am Ärmel durchgeschliffen. Die Handschuhe hatten eher weniger abbekommen und dann auch nicht an den Knöcheln. Ich denke, da ist auch viel Promotion dabei. Zurzeit fahre ich mit Lederandschuhen aus dünnem Leder mit Kevlarinnenhandschuh und einer stoßabsorbierenden Schaumeinlage über den Knöcheln (alte Einsatzhandschuhe). Die tragen sich ganz angenehm. Gibts nur nicht mehr. Aber die sind jedenfalls besser als billige Highway-Classics oder Worker-Handschuhe. Da fällt mir ein, ich brauche immer noch einen neuen Helm. |
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#5 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 11.01.2005
Ort: Magdeburg
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Kilometer: 60000
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ist, wie schon gesagt, wahrscheinlich ne glaubensfrage.
jeder sollte das geld ausgeben, was es ihm wert ist für schutzkleidung. und jeder sollte sich nach nem möglichen sturz und den damit verbundenen folgen fragen, ob die schutzkleidung ausreichend war, oder auch nicht... tja, und wer sich dann vorwürfe macht, ob es mit besseren klamotten vielleicht anders ausgegangen wäre?! fakt ist, die beste schutzkleidung nutzt nicht, wenn sie nicht anständig passt, sondern flattert und die protektoren nicht dort sitzen, wo sie zu sitzen haben. vielleicht ist genau das der ausschlaggebene punkt. und sicher gehört auch etwas glück bei der ganzen sache dazu... entweder man trifft den leitplankenpfosten/baum/oder was auch immer, oder eben nicht. trifft man ihn jedoch nicht, sondern rutscht 100m aufm arsch über die straße, dann ist man froh, wenns die klamotten mitmachen. ich persönlich werde mir sicher nicht die ultrateuren klamotten kaufen, weil ab nem bestimmten preisniveau meist nur noch komfortansprüche beachtet werden und die sicherheit auch schon im höherpreisigen niveau zu finden ist. Bsp: Helm für 800€ find ich quatsch, genau wie ne kombi für weit über 1000€. |
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#6 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 21.08.2009
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Kilometer: 39000
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Beim Kombi, sind mir die tausende Euros Wert. Denn eine Schwabenleder Kombi ist besser als eine Kombi von FLM, Vannucci, Dainese, und konsorten....
Das Schwabenleder - man wenn ich das Geld hätte, würde ich mir sofort eine schneidern lassen - ist eine maßanfertigung und solange das Leder "deine zweite Haut" so eng wie möglich ansitzt, ohne dich in irgendeiner Weise zu beschränken, ist es besser als irgendwas von der Stange, was dir kaum oder irgendwie passt...
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#7 |
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Gast
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#8 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 21.08.2009
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Gabelbrückengummis? Er wollte doch das Teil haben, was den Tachobecher und das Tacho zusammenhält... Oder hab ich da was falsch gesehen??
Und WD40, ist doch Kontaktspray Klick mich und du wirst eines besseren Belehrt der dritte Punkt....
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#9 |
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Gast
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http://de.wikipedia.org/wiki/Kontaktspray#Kontaktspray
benutz du mal schön weiter wd40. wenn du 500 dosen wd40 statt kontaktspray benutzt hast, kannst du dir auch n schwabenleder leisten .
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#10 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 21.08.2009
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Jo werd ich auch weiterhin so machen...
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#11 |
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Benutzer
Registriert seit: 02.09.2009
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superstarke diskussion, über schutzkleidung
dazu fällt mir nur ein: wenn ich moped fahren will, habe ich entsprechende schutzkleidung und ziehe ich die auch an, macht ja sinn. ob und wie sicher, ist ja quatsch, selbst wenn man bei 80km/h abfliegt, alle knochen gebrochen aber dank "extrem teuerer handschuhe" fingernägel nicht abgebrochen. ha ha oder legt sich jemand mit lederkombi an den strand,gut spart sonnencreme. ganz einfach, fahrstil dem können anpassen+schutzkleidung+vorausschauend fahren. in dem sinne, wünsche allen eine unfallfreie saison |
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#12 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 27.01.2007
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>> ganz einfach, fahrstil dem können anpassen
>>+schutzkleidung+vorausschauend fahren. Moin! Wenn man nix kann, hilft auch keine Schutzkleidung ![]() Wenn man bloß chilliger Cruiserfahrer ist, nicht schneller als 80 (oder so) dann sollten Jeans und T-Shirt ausreichen? Bsp. 1: Neben mir ist mal n Honda whatever Cruiser fahrer in die Leitplanke gerauscht, war auf der Autobahn, gerade Strecke, kein Wind, gutes Wetter im Sommer, kein Gegenlicht oder sowas. Der fuhr geschätzte 100, linke Spur. Ein paar kurze Spurrillen haben ihn zerlegt. Die Stelle war tückisch, weil nur an der stelle die Dosenbahn ausgebessert wurde und nur an der Stelle sich frische Spurrillen gebildet haben. Bischen Schlenker links, bischen Schlenker rechts, wieder links, ab an die Leitplanke und auf der Straße weitergerutscht. Ich habe erste Hilfe geleistet, war da gerade in Ausbildung zum Rettungssanitäter. Resultat: Gebrochenes Schlüsselbein, Brille unter dem Helm ins Nasenbein gedrückt, Nase und beide Jochbeine gebrochen, Schmerzen an der Hüfte, kurzzeitige Bewusstlosigkeit mit Gedächtnissverlust der letzten ca 10 minuten. Bsp.2: Wir haben 2008/09 ne Motorradtour (Enduro) durch Australien gemacht, weite Strecken, kein Verkehr, hauptsächlich Dirtroads und Tracks. Ein Mitfahrer ist beim driften (ca 60km/h) auf feinen Sand gekommen, weggerutscht. Kupplungshebel kaputt, Verkleidung zerkratzt, wasserdichte Packsäcke zerrissen. Textilhose gut angekratzt, Hüfte leicht geprellt. Textiljacke überm Ellenbogenprotektor bis auf den Protektor durch, Jacke an der Schulteraufdopplung durch die erste Lage durch. Normale Reisegeschwindigkeit auf Dirtroads und guten Tracks 100-110km/h, Autos können dort oftmals nur 80-90 fahren, wegen zu geringem Federweg. Doof ist nur, wenn eine Teerstraße ganz plötzlich in Strandsand mündet. vonn 110 auf 0 in 20 Metern; aber man ist weich gefallen, nix passiert, man knirscht nur mit den Zähnen Anderer Track, getrockneter Lehm. 110, dann plötzlich getrocknete Schlingerspuren auf dem Weg. 110 auf 0 im Bruchteil eines Augenblicks. Gebrochener Kupplungshebel, gestauchter Lenkeranschlag, Amaturen verdreht. Helmschild gebrochen, Lippe aufgeschlagen, trotz fest geschlossenem Kinnriemens. Kinnteil vom Helm angebrochen. Knöchel im Endurostiefel verstaucht Schnalle am Stiefel gebrochen, Knie stark geprellt. Sonst Glück im Unglück gehabt. Bin dann noch 2000km mit 1600mg Ibuprofen pro Dosis in die nächste größere Stadt gefahren, das Bein mit Kabelbinder an den Lenker gehängt zum hochlegen - OZ ist nicht Europa, wo an jeder Ecke n Krankenhaus steht... Bsp. 3 Herbst, nachmittags, leichter beginnender Nebel in der Stadt. 60km/h, Auto vor mir bremst, ich auch, leicht. Schmierfilm auf der Straße, Vorderrad blockiert und wech. Bin so ca. 10m mit dem linken Bein unterm Möp die Straße entlang gerutscht. Gebrochener Scheinwerfer, Spiegel kaputt, Blinker kaputt, Verkleidung links zerkratzt, Schuh zerkratzt, Textilhose Knieaufdopplung angekratzt. Textiljacke bischen schmutzig geworden. keine Verletzungen. Bsp. 4 Winter, leichter Schneefall, Ampel wird rot, ich stelle meinen Fuß nach rechts ab, unter dem frischen Schnee eine gefrorene Pfütze. Nix passiert Bsp. 5 N guter Freund von mir ist auf Rollsplitt/Sand, whatever in der Kurve auf der Landstraße weggerutscht, zwischen zwei Leitplankenpfosten durch! Auf einem Feld zum liegen gekommen. Helmschale zertrümmert, zwei Lendenwirbel gebrochen, trotz Leder Schutzbekleidung und extra Rückenprotektor. Er ist erst im Krankenhaus wieder aufgewacht. Zwei Jahre her, noch immer Probleme und Schmerzen, fährt aber wieder. Motorrad steckte im Acker, der Lenker war von den Leitplanken abgerissen worden. Ohne Schutzbekleidung? Er sicherlich nie wieder! Ich fahre grundsätzlich mit Schutzkleidung, im Sommer mit Bekleidung aus Australien, die besser belüftet ist, im Winter mit Lederhose und Thermohose drüber. Im Herbst mit Leder oder Textilhose. Alles mit Protektoren. Manchmal auch mit Textilhose + Hose zum "posen" drüber. Jacken habe ich vier Textiljacken, mit Protektoren - für jede Witterung das passende. Einen Endurohelm für den Sommer, aus Australien. Bis jetzt einen AGV, der aufgrund eines unsanften Abgangs vom Regal ausgetauscht wird. Demnächst einen neuen Shoei für alles andere. Lederhandschuhe von Louis und noch welche aus Australien, auch Leder mit Polsterung. Im Winter baugleiche Handschuhe von Louis mit Unterziehhandschuhen. Schuhe: Endurostiefel zum crossen Haix und Baltesstiefel zum "normal" fahren. Im Sommer selten auch mal Doc Martens oder Springerstiefel, nur wenns richtig fußwarm ist... Ich hab im Rettungsdienst schon einige Motorradfahrer gehabt, die "mal eben" wo hin fahren wollten. Schotterflechte und Plastikhosen in der großflächigen Beinwunde sind nicht gerade förderlich fürs Aussehen. Eine Knieschibe, die einen fröhlich durch das Loch in der Jeans anlächelt, wäre wahrscheinlich nicht passiert, hätte er zumindest ne Textilhose angehabt (Stadtverkehr mit ca 30km/h) Fährt hier jemand mit Jet-Helm? Ja? Cool! Sieht lustig aus, wenn Kinn und Nase zertrümmert und bis zum Knochen aufgeschürft sind! Ein freiligender Knochen anstelle des Handballens muss man mal gesehen haben, selber haben möchte man es aber nicht. (Rollerproll der n Wheelie versucht hat...) In acht Jahren Rettungsdienst sammelt sich schon was an... Grüße aus Canada!
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#13 |
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Erfahrener Benutzer
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fällt mir doch gerade wieder ein, das war hier auch mal im Forum unterwegs:
Schutzkleidung? Brauch ich nicht! Motorradfahren ohne Stiefel und zu stürzen könnte Dir zerschundene oder gequetschte Füsse bescheren, oder könnte sogar im Extremfall zu einer Amputation führen. Es könnte sein, Du kannst nie mehr gehen ohne zu hinken. Du könntest für den Rest Deines Lebens mit Gewichts- und Fitnessproblemen zu kämpfen haben. Aber es wird Dich wahrscheinlich nicht umbringen. Motorradfahren ohne Handschuhe und dann zum Sturz zu kommen könnte Dir eine zerschundene oder beschädigte Hand kosten, oder die schweren, quälenden Schmerzen, wenn ein Körperteil, der reich an Nervenenden ist, zerfleischt wird. Oder Du könntest einen Finger verlieren oder zwei. Oder es könnte Dich die Fähigkeit kosten, mit Deinem Sohn Ball zu spielen, die sanfte Rundung der Brust einer Frau richtig zu fühlen, oder ein Bier zu halten. Aber es wird Dich wahrscheinlich nicht umbringen. Motorradfahren ohne wenigstens eine armierte Jacke und Lederhose, oder eine Lederkombi, einen Aerostich, oder einfach eine Lederjacke und Jeans, und dann zu stürzen könnte Dich ernsthafte Abschürfungen von der Strasse kosten. Kann sein, dass Du Dir eine Brustwarze wegschleifst. Kann sein, dass Strassensplitt irgendwo im Ellbogen eingeschlossen zurückbleibt. Kann sein, dass Dein ganzer Rücken aufgeschunden ist. Kann sein, dass Du Dir die Kniescheibe wegradierst oder dass Du, wie einer meiner Freunde, auf Deiner Wade eine Narbe hast, die an die Form von Australien erinnert. Du könntest Dein Leben lang Narben tragen und Dich nicht mehr am Strand mit blossem Oberkörper zeigen wollen, ohne Dich unsicher zu fühlen. Es könnte Dir so gehen wie dem Typen, den Kevin Spacey in "Das Glücksprinzip (Originaltitel: Pay It Forward)" spielt, und Du müsstest Dich jedesmal überwinden in diesem unguten Augenblick, wenn Du Deine Kleidung vor einem neuem Lover ausziehst. Aber es wird Dich wahrscheinlich nicht umbringen. Motorradfahren ohne einen Rückenprotektor und zu stürzen wird in so gut wie allen Fällen ohne Konsequenzen bleiben. Allerdings gibt es da draussen so viel Unwägbares - Randsteine, Stossfänger, Säulen, Leitschienen, alles mögliche Zeugs auf der Strasse - jedes einzelne davon kann diesen gänzlich unwahrscheinlichen Zufallstreffer darstellen, der Dir die Wirbelsäule in gerade der falschen Weise trifft, und Dich für den Rest Deines Lebens in den Rollstuhl befördert. Oder, vielleicht hast Du nur diesen andauernden Ischias-Schmerz in einem Bein. Oder Du kannst Deine Beine nicht bewegen. Oder Du brauchst Windeln, wenn Du @#%$en musst, und/oder musst den Beutel vom künstlichen Darmausgang aus der Hose ziehen, um Deine Exkremente in die Toilette zu entleeren, wie ein Typ, den ich kenne. Oder Du kannst Dich unterhalb des Brustkastens nicht bewegen. Oder vom Hals abwärts. Bist Du gut beim Arbeiten mit Joysticks mit dem Mund? Oder vielleicht brauchst Du ein Atemgerät? Oder Hilfe rund um die Uhr? Keine Frage, es gibt ihn, den Aufprall, bei dem es sonnenklar ist, dass Du permanente Verletzungen davontragen wirst, auch wenn Du den besten Rückenprotektor der Welt verwendest. Aber gleichermassen gibt es Crashes mit darauffolgendem Aufprall, bei denen auch nur mittelmässige Rückenprotektoren den kleinen Unterschied ausmachen - die, mit denen Du aufstehst, zwar tut Dir jedes einzelne Bein weh, aber immerhin Du *gehst*. Möchtest Du wirklich, dass es Dein letztes Mal auf Deinen zwei Beinen war, nachdem Du aus dem Laden mit einer Packung Zigaretten gekommen und dann auf Dein Motorrad gestiegen bist? Diese 5 kostbaren Schritte von Ausgang hinüber zum Bike, die jene 5 Schritte sein werden, die Du Dein Leben lang nicht vergessen wirst, weil beim nächsten Mal, an dem Du nicht mehr am Bike gesessen bist, Du auf die Bahre geschnallt warst und an die Decke des Ambulanzwagens gestarrt hast, Tränen rinnen über Dein Gesicht weil Du nichts mehr spüren kannst, und Du bist nahe daran, Dich zu übergeben wegen des Gestanks Deiner @#%$ weil Du Deine Eingeweide nicht unter Kontrolle hast? Motorradfahren ohne einen Rückenprotektor und zu stürzen kann überhaupt keine Konsequenzen haben, oder es kann alle Konsequenzen dieser Welt haben. Es mag sein, es bringt Dich nicht um, aber es könnte es Dich wünschen lassen, es hätte Dich umgebracht. Und schliesslich, Sturzhelme. Motorradfahren ohne Helm und zu stürzen mag keinerlei Konsequenzen haben. Mag sein, Du berührst den festen Boden mit Deiner Birne nie. Oder Du gibst Dir ein Facelift mit Hilfe des Asphalts. Du fasst vielleicht nur eine Gehirnerschütterung aus, und hast den ganzen nächsten Tag Schädelweh. Kann aber auch sein, dass Du eine ernsthafte Gehirnerschütterung davonträgst, die Dich in die Klinik bringt, wo Du endlos durch Computertomografie und Magnetresonanz gehst, und dann für den Rest Deiner Tage mit Migräne geplagt bist. Deine Augenhöhle kann gebrochen sein und Du verlierst Deine Sehkraft. Du kannst einen Schädelbruch davontragen, dabei voll funktionsfähig bleiben, aber eine schreckliche Narbe wie Frankenstein und eine Metallplatte behalten, die Dir einerseits an kalten Tagen fest zusetzt, andererseits jedesmal die Metalldetektoren auf den Flughäfen anschlagen lässt. Du kannst eine innere Verletzung im Schädel haben, von der Du Stunden oder Tage oder Wochen oder Monate lang nicht aufwachen wirst - während immer Deine Mutter, Dein Vater, Deine Schwester, Dein Bruder, Deine Kinder, Arbeitskollegen, und / oder Bikerfreunde Dich besuchen kommen, sie machen aus einem beklemmenden Spitalsraum einen seltsamen Dschungel aus Blumen, die Du vielleicht nie riechen und gutgemeinten "Gute Besserung"-Karten die Du vielleicht nie sehen können wirst. Klar, es kann auch sein, dass Du wieder ganz normal aufwachst, wenn man von dem Loch absieht, das in Deine Schädeldecke gebohrt werden musste, damit der Druck abgelassen werden kann. Oder, Du könntest so eigenartig benommen aufwachen, ohne richtig zu wissen, wer all diese Leute rundum sind. Oder Du könntest aufwachen und müsstest alles, was Du in Deinem Leben bisher gelernt hast, neuerlich lernen, möglicherweise mit dem Erfolg, wieder ganz normal oder vielleicht sogar besser, wie Harrison Ford in "In Sachen Henry (Originaltitel: Regarding Henry)" zu werden. Oder Du könntest als Mann-Kind erwachen, sabbernd und lachend wenn Du Bausteine aufeinanderschlichtest, in Sweatpants und mit einem T-Shirt, das von Deiner Mutter, Vater, Schwester, Bruder, Kinder, Arbeitskollegen, Bikerfreunden unterschrieben wurde, was Du aber nie wirst lesen können. Oder Du könntest eine offene Schädelverletzung, von der "DU" wie Du Dich gekannt hast, Dich nie wieder erholen wirst. Der Rest Deines Lebens - sei es ein Tag, eine Woche, ein Monat, ein Jahr - wird aus künstlicher Ernährung, der endlosen Geräuschkulisse des Herztätigkeitsmonitors und des Atemgerätes, dem Tropf-Tropf der intravenös verabreichten Flüssigkeiten, dem Katheter im (hm, so genau wolln wir's gar nicht wissen) und den Ernährungsschläuchen. Natürlich wirst Du das alles nicht so mitkriegen, denn Du wirst in einem Traumland sein, das niemand so richtig kennt. Dein Körper wird dahinvegetieren und verkümmern. Irgendwann wird die Hülle, die Du einmal gewesen bist, aufgeben, und Deine Liebsten werden die beschissenste Entscheidung ihres Lebens treffen müssen. Oder aber, Du stirbst auf der Strasse, Deine Gehirnmasse gemischt mit Blut und Rückenmarksflüssigkeit. Vielleicht ist Deine letzte Fahrt mit 30 km/h vor Deinem Haus, wenn ein ungeduldiger junger Verkehrsteilnehmer eine Stoptafel ignoriert. Oder es passiert auf der Autobahn, wo ein Schlagloch Felge und Reifen demoliert und Du in der Leitschiene landest. Oder Du zelebrierst einen Wheelie bei 160 km/h, der ungeplant endet. Egal wie es passiert, es wird kaum mehr als einen Bericht von 10 Sekunden Dauer geben, je nachdem, wo Du lebst, möglicherweise einen kleinen Absatz auf Seite 32B des lokalen Blättchens. Motorradfahren ohne Helm kann keinerlei Auswirkung haben - oder es kann den Unterschied bedeuten zwischen weiterzumachen wie bisher, oder das Leben genommen zu bekommen, so als ob der Lebensschalter auf AUS geklickt wurde. Ich kann leben ohne Zehen oder mit einem zerstümmelten Fuss - aber ich entscheide mich, das zu verhindern zu versuchen. Ich kann leben mit einer Hand, die aussieht wie die eines Brandverletzten, und möglicherweise auch mit der linken Hand wieder schreiben lernen - aber ich entscheide mich, das zu verhindern zu versuchen. Ich kann mit einer Narbe auf meiner Wade leben, die die Gestalt von Australien hat - aber ich versuche, es zu verhindern. Ich kann leben mit Strassenabschürfungen auf meinem Körper und meinen Armen - aber ich versuche, das zu verhindern. Ich könnte wohl auch im Rollstuhl leben und mich durch jeden Tag quälen - aber ich entscheide mich, das zu verhindern zu versuchen. Als Mann-Kind könnte ich nicht leben. Mit Bausteinen habe ich bereits ausreichend gespielt. Sabbern tu ich nur im Schlaf. Wir alle treffen unsere Entscheidungen. Schutzkleidung kann Dich nicht immer retten. Alles, auch das beste Leder, Denim, Cordura, Kevlar, Fiberglass und Plastic hilft nichts wenn das Schicksal Dir das unbewegliche Objekt oder die unwiderstehliche Kraft in den Weg stellt. Aber: Ich versuche, die Karten zu meinen Gunsten zu mischen. Sollte alles nutzlos gewesen sein, und die Karten in meinem Ärmel ungenügend gewesen sein gegen den Royal Flush des Schicksals: so sei es. Aber ich habe es wenigstens versucht. -Autor unbekannt- ------- Übersetzung Ende ------------ kann sich also jeder selbst sein Bild machen und überlegen wieviel Geld man wofür ausgeben möchte... |
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#14 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 13.04.2009
Ort: Wien
Beiträge: 189
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Netter Text freaky, kann das mim Jet-Helm nur bestätigen. Bin auch Sani und hatte schon Patienten mti ähnlichen Verletzungsmustern.
Wie darf man sich das mit Kablebinder und Bein am Lenker vorstellen? Bist du da selbst gefahrn und so verdammt gelenkig? |
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#15 | |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 02.10.2004
Ort: Gerasdorf bei Wien
Alter: 73
Beiträge: 144
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Zitat:
Der Link zum Original stimmt allerdings nicht mehr, der geht neuerdings so: No need for safety gear... (kann das ein Moderator fixen, bitte?)
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Walter (mit Bikergruss) rote GS 500E Bj'98 (07/2004 - 06/2007) silberne TDM 900 (07/2007 - ) |
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#16 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 27.01.2007
Ort: Lübeck (D)
Beiträge: 136
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@Potassium
Jo, bin noch selber gefahren... Man lernt auf Straßen, die 100km nur geradeaus führen recht schnell auch mal die Hand zum Gasgeben zu wechseln, BITTE NICHT IM BEREICH DER STVO AUSPROBIEREN!!!! Das kann auch gut schief gehen, zumindest ohne Übung und ohne Kupplungshebel.... Oder, sich quer aufs Mopped zu setzen, mit 100 im stehen zu fahren, auf dem Sitz zu knien, die Beine auf dem Tank abgelegt und zwischen Lenker und Blinker fixiert, auf dem Gepäck zu sitzen, nur um seine Gashand und den Hintern zu schonen... Wir haben auch kabelbinder zum fixieren des Gasgriffs genommen und sind dann viele viele Kilometer freihändig gefahren... Haben wir aber wieder verworfen, falls man dann doch mal absteigen sollte. Unser Mitfahrer hat das bischen zu fest gemacht, es hat sich verkantet und er ist mit gezogener Kupplung und Vollgas an die Tankstelle gerollt. Erst dann ist ihm die Idee mit dem Zünschlüssel gekommen... ![]() Das alles natürlich nur auf Teerstraßen. Nach meinem Unfall haben wir möglichst viele Dirtroads vermieden, was in Westaustralien nicht unbedingt einfach ist... Hab einen Kabelbinder am Stiefel fixiert, den anderen durchgezogen und als schlaufe gelassen. Dann an den Bilinker gehängt. Zumindest für sowas sind diese riesen Originalblinker gut...
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StGB § 328 :Verursachen einer nuklearen Explosion: 5 Jahre Haft. UrhG § 106,108a : Verbreitung von Raubkopien: 5 Jahre Haft. |
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#17 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 13.04.2009
Ort: Wien
Beiträge: 189
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Mhm, dir kann zumindest keiner vorwerfen wehleidig zu sein, respekt. Klingt aber cool das Fahren dort. War das ne geführte Tour oder einfach mit paar Kumpels?
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#18 |
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Benutzer
Registriert seit: 15.08.2008
Beiträge: 86
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Um dann auch mal meine aktuellen Erfahrungen mit der Wirkung von Schutzkleidung zu verbreiten:
Sturz in enger Rechtskurve bei ca. 40-50 km/k ( über´s Vorderrad gerutscht): Textilhose am rechten Knie über dem Protektor aufgerissen, Textiljacke am rechten Arm leicht angeschliffen, keine Verletzungen ( auch keine blauen Flecken etc)
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Extra Bavariam nulla vita, et si est vita, non est ita |
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#19 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 13.04.2009
Ort: Wien
Beiträge: 189
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Wie weit bist du über die Fahrbahn gerutscht? Was hast du sonst noch angehabt? Was ist dem Motorrad passiert? Sozia gehabt?
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#20 |
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Benutzer
Registriert seit: 15.08.2008
Beiträge: 86
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Hm, ich bin vielleicht 6 bis 7 Meter gerutscht bevor ich mitsamt dem Motorrad im Unterfahrschutz der Leitplanke gelandet bin. Helm und Handschuhe sind ohne Bodenkontakt geblieben, am rechten Stiefel ist nur der Schleifschutz deutlich angeschliffen. Das Motorrad hat relativ wenig abbekommen, nur der abgebrochene Bremshebel war sehr nervig ( der Fortsatz der auf die Pumpe drückt war weg, keine Ahnung wie genau das passieren konnte, aber so war an weiterfahren natürlich nicht zu denken und ich musste einen Kumpel überreden mit einem Ersatzteil vorbeizukommen
Ach ja, gefahren bin ich allein, mit Sozia hätt ich die Kurve sicherlich anders genommen^^
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