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Alt 10.02.2025, 23:15:43   #1
dunlop007
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Standard Hilfe gesucht: Motor dreht schwer

Hallo zusammen,

ich bin neu im Forum und möchte mich kurz vorstellen: Ich komme aus RLP und besitze eine Suzuki GS 500 E Fivestar (Baujahr 1989). Eigentlich sollte sie nur ein Überbrückungsfahrzeug sein, aber nach 4 Jahren und einigen gemeinsamen Kilometern liegt sie mir mittlerweile doch sehr am Herzen.
Nun habe ich ein Problem, bei dem ich eure Hilfe brauche. Hier ist eine Beschreibung der Symptome und was ich bisher überprüft habe:

Problembeschreibung:
Der Anlasser dreht im ausgebauten Zustand gut, aber der Motor dreht nur sehr schwer, selbst mit Starthilfe (Powerbank). Der Motor macht beim starten grade so 3 Umdrehungen dann klackert das Relai, da der Anlasser es dann wohl zu schwer hat?!

Beim Anrollen im 2., 3., 4., 5. oder 6. Gang springt der Motor ohne Probleme an.

Der Widerstand beim Drehen des Motors ist an einem bestimmten Punkt deutlich höher. ( gefühlt am Hinterrad, beim drehen im eingelegtem Gang )

Ohne Zündkerzen ist der Widerstand deutlich geringer. (logisch da weniger Kompression )

Die Zündkerze im rechten Zylinder ist heller.
Bei bestimmten Drehzahlen hört es sich an als würden die Ventile klappern.



Bisherige Überprüfungen:
Der Starterfreilauf dreht sich nur in eine Richtung und macht keine Geräusche.

Die Kohlen, Magnete und Lager des Anlassers sind in gutem Zustand.

Das Öl ist neu und korrekt eingefüllt.

Der Anlasser schafft es ohne Zündkerzen, den Motor zu drehen, aber unter Last (mit Zündkerzen) nicht.

Der Ansaugkrümmer und die Dichtungen sind dicht (keine Luftlecks).

Die Batterie hat 12,6 V im Stand und wird beim Fahren auf 13,7 V+ geladen.



Da ich schon etwas im Forum geforscht habe, fand ich auch schon einige hilfreiche Beiträge für zb. Ventilspiel überprüfen und anpassen, Lima testen und messen etc. (Ventilspiel und Kompression werde ich noch testen)

Stellen sich mir aber noch folgende fragen:

Ist der Widerstand welcher ich beim Antreiben des Hinterrads spüre auch in hohem Gang normal
Kann es trotzdem am Anlasser liegen
Können die Ventile für diesen ,,schweren Punkt,, verantwortlich sein und wenn ja wie
Welche Fehlerquellen könnte es noch geben

Ich bin für jeden Hinweis und jede Hilfe dankbar! Falls weitere Informationen benötigt werden, lasst es mich wissen.

Vielen Dank im Voraus und beste Grüße
dunlop007 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2025, 07:18:05   #2
berndy
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Deine Beschreibung, Getriebe/Motor, klingt völlig normal.

Ich tippe auf eine schwache Batterie.

Auch neue Batterien, sogar von namhaften Herstellern, können defekt sein. Ich habe hier neben mir so ein Exemplar stehen. Eine Ruhespannung von 12,6 V sagt nichts über den Zustand der Batterie aus.

Um mal eine schwache Batterie auszuschließen, würde ich es mit Fremdstarthilfe versuchen.

- Starthilfekabel
- zuerst rotes Kabel an Plus der Nehmer- und Geber-Batterie
- schwarzes Kabel an Minus der Nehmer- und Geber-Batterie
- Spender-Fahrzeug starten
- Pannenfahrzeug starten.

Ich mache das immer mit meinem Pkw als Spender-Fahrzeug. Da reicht es auch, wenn der Motor nicht läuft. Die Pkw-Batterie hat genügend Kapazität.

Springt deine GS dann an, liegt es an der Batterie.

Sicherheitshalber auch mal die Bordspannung mit laufendem Motor messen. Die Spannung sollte bei laufendem Motor deutlich über 14 V liegen.
__________________

Man sollte es so oder so nicht übertreiben.
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Alt 11.02.2025, 08:21:39   #3
Vinz-Georg
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Da du ja schon überbrückt hast mit einer Powerbank, ich vermute mal so ein Booster-Pack würde ich mal die Anschlüsse der Kabel überprüfen ob da irgendwas oxidiert ist.

Also an den Batteriepolen und am Masseanschluss? Vielleicht liegt da das Problem. Denke aber auch das es eher ein elektrisches Problem ist.
Vinz-Georg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2025, 09:01:25   #4
dunlop007
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@berndy
Eine schwache Batterie hatte ich auch in Verdacht, allerdings habe ich bereits Starthilfe mit einer Powerbank ausprobiert – ohne Erfolg. Ich werde es aber nochmal mit einer Pkw-Batterie testen, um sicherzugehen.

Die Ladespannung hatte ich auch schon gemessen: Sie liegt bei 14,4 V während der Fahrt, also noch im normalen Bereich. Ich werde das nochmal überprüfen, falls der Regler oder die Lima doch eine Rolle spielt.

Falls der Motor mit Starthilfe trotzdem schwer dreht, muss es wohl doch eher ein mechanisches Problem sein oder?

@Vinz-Gerorg
Auch hier werde ich am Mittwoch oder Donnerstag mal die ganzen Anschlüsse reinigen und Rückmeldung geben.

Habt ihr noch eine Idee welche mechanischen Teile es sein könnten?
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Alt 11.02.2025, 09:14:04   #5
klassikfon
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Zitat:
Zitat von dunlop007 Beitrag anzeigen
@berndy

Habt ihr noch eine Idee welche mechanischen Teile es sein könnten?
Wenn da mechanisch was wäre, dann gäbe es auch im Fahrbetrieb Auswirkungen, zum Beispiel hättest Du deutlich die Leerlaufdrehzahl nachregulieren müssen, sonst würde sie im Stand ausgehen oder zu langsam laufen.

Ich denke auch, Batterie zu schwach, oder Masse- bzw Kontaktproblem.

Gruß Ric
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Vergaser zerlegen:http://forum.gs-500.de/showthread.ph...458#post424458
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Alt 11.02.2025, 11:06:11   #6
AmigaHarry
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Grundsätzlich: Wenn das Relais beim Startversuch klackert, fällt die Spannung zu weit ab. Da braucht man über gar nichts anderes nachdenken. Die Stromversorgung ist zu schwach. Der Starter kann bis zu 300A aufnehmen!

Zum Verständnis: Würde der Motor blockieren oder schwergängig sein, würde dabei der Starter abbrennen, aber nicht das Relais in der eingangs beschriebenen Art klackern (wenn man brutal am Startknopf bleibt)
AmigaHarry ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2025, 11:30:05   #7
dunlop007
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@klassikfon

Ich werde folgende Kontakte prüfen: Anlasser + an Relai und vom Relai zur Batterie, Masse holt er sich ja über sein Gehäuse. Masseanschluss Batterie und Rahmen, diese werde ich alle etwas abschleifen falls nötig. Habe ich noch etwas vergessen?
dunlop007 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2025, 11:40:13   #8
Kay73
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Ja, Starthilfe von einer richtigen Batterie bzw. ne neue Motorradbatterie.
3 Umdrehungen... und dann ist die Kapazität der Batterie aufgebraucht.
Hast Du doch selbst beschrieben.
Kay73 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2025, 11:45:48   #9
dunlop007
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Zitat:
Zitat von AmigaHarry Beitrag anzeigen
Grundsätzlich: Wenn das Relais beim Startversuch klackert, fällt die Spannung zu weit ab. Da braucht man über gar nichts anderes nachdenken. Die Stromversorgung ist zu schwach. Der Starter kann bis zu 300A aufnehmen!

Zum Verständnis: Würde der Motor blockieren oder schwergängig sein, würde dabei der Starter abbrennen, aber nicht das Relais in der eingangs beschriebenen Art klackern (wenn man brutal am Startknopf bleibt)
Aber ist es nicht möglich dass der Anlasser zu viel Spannung zieht weil er es zu schwer hat den Motor zu drehen? Wie gesagt selbst mit Starthilfe schafft er grade so 2-3 Motorumdrehungen ( er dreht sehr schwer über den größten Widerstand ).

Gibt es eine Möglichkeit den Anlasser auf Last im ausgebauten Zustand zu prüfen?
Ich hatte schon ein Thread gesehen mit dem Durchmessen, da muss ich wohl nochmal Prüfen
dunlop007 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2025, 13:13:42   #10
berndy
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Nö, ein Elektromotor zieht keine Spannung, er zieht Strom. Strom ist nicht gleich Spannung. Spannung wird in V (Volt), Strom in A (Ampère) angegeben.
Wieviel Strom ein Verbraucher bei gegebener Spannung zieht, hängt von seinem Widerstand Ω (Ohm) ab. Ohm´sches Gesetz -> nachlesen( I=U/R, R=U/I, U=RxI).
Je geringer der Widerstand, um so größer der Strom.

Es wäre möglich, dass der Startermotor defekt ist, dass eine Spule durchgebrannt oder gerissen ist. Müsste man durchmessen. Wenn eine Spule defekt ist, entwickelt der Startermotor natürlich nicht genügend Leistung zum starten. Kann aber u.U. noch ohne Last laufen.
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berndy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2025, 14:38:50   #11
AmigaHarry
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Leistungsgesetz: U=P/I

Wie berndy geschrieben hat zieht der Motor Strom (I) aus dem Netz. Ist die Leistung (P) der Stromquelle (Batterie) zu schwach, bricht die Spannung (U) ein.
Darausfolgt ein Spannungabfall am Relais unter die nötige Haltespannung und es fällt ab. Damit wird aber auch der Kreislauf zum Starter unterbochen und die Spannung steigt wieder sprunghaft an - das Relais zieht wieder an und das Spiel beginnt von Neuem --->> Relaisklackern.

Der Startermotor hat im Regelfall eine Stromaufnahme von 200A-250A (Losreißstrom bei kaltem Motor und sehr zähem Öl kann bis sogar 300A gehen)
Das muss eine gute Batterie können. In dem Fall würde das Relais nicht abfallen und der Motor, falls er blockiert ist, gemütlich abbrennen.

Ist er bereits teilweise abgebrannt könnte er einen Kurzschluss verursachen, was auch zu dem Verhalten führen kann. Dem widerspricht aber deine Aussage das er sich ja dreht (ein paar Umdrehungen). So ein Motor würde sich aber nicht mehr rühren.

Um es ganz klar auszuschließen: Häng sie an eine aufgeladene Autobatterie - die hat genug Bums....
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Alt 14.02.2025, 19:29:43   #12
seife
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Bei den alten Burgman400 gibt es das gerne daß die schlecht anspringen wenn durch undichte dichtungen Öl in den Anlasser eingedrungen ist, oder der Anlasser generell nicht mehr so toll ist.
Nun ist mir hier aus dem Forum oder aus eigener Erfahrung bisher der Anlasser der GS500E nicht als besonders anfällig bekannt, aber das heißt ja nicht daß nicht deiner genau der eine ist, der halt doch nicht mehr so toll ist.

Wenn du also sonst nichts findest (Alle dicken Kabel von der Batterie weg mit ihren Verschraubungen wären mir da auch suspekt...), dann würde ich wahrscheinlich die 20€ auf Ebay für einen gebrauchten Anlasser investieren und es einfach ausprobieren.

Bzw. wahrscheinlich hat auch jemand hier im Forum einen übrig, würde mich schon sehr wundern wenn nicht

Viel Erfolg!
seife ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2025, 19:44:27   #13
dunlop007
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Vielen Dank für die zahlreichen Tipps und Ansätze! Leider muss ich gestehen, dass es wohl mein Fehler war: Beim ersten Mal habe ich falsch gemessen. Beim Starten fiel die Batterie doch auf 4 V ab. Nachdem ich die Messung korrekt durchgeführt habe, stellte sich heraus, dass die Batterie tatsächlich das Problem war. :/

Lösung:
Neue Batterie: Ich habe eine neue AGM GP-Pro 12V 11Ah-Batterie eingebaut.

Erdung überprüft: Zusätzlich habe ich eine neue Erdung verlegt, um sicherzustellen, dass der Stromkreis optimal ist.

Das Problem ist damit behoben – der Anlasser dreht jetzt kräftig, und der Motor springt problemlos an. Übrigens war der Anlasser selbst in einem guten Zustand, wie sich herausgestellt hat.

Nächste Schritte:
Trotz der Lösung werde ich die Kompression und das Ventilspiel überprüfen, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist. Schließlich möchte ich, dass meine GS 500 E noch lange zuverlässig läuft.

Nochmals vielen Dank an alle, die mir mit Tipps und Ratschlägen weitergeholfen haben!

Beste Grüße
dunlop007 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2025, 06:33:47   #14
berndy
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Als kleiner Tipp für die Zukunft zur Fehlersuche/Eingrenzung:

Zuerst mit dem naheliegenden anfangen, immer von einfach nach kompliziert und von billig nach teuer.

An Kfz gehen die Batterien häufig kaputt, ist also naheliegend. Anlasser eher selten. Die Batterie lässt sich einfach austauschen. Ein Anlasser nicht ganz so einfach. Die Batterie kostet nicht die Welt, ein Anlasser ist doch schon recht teuer...

Dieses Vorgehen kann man bei allen Systemen anwenden.
__________________

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berndy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2025, 09:49:23   #15
AmigaHarry
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Bitte bei der Kompressionsmessung gleich von Anfang an beachten:

- Motor warm-heiss (Kerzen gefühlvoll rausschrauben!)
- Batterie voll aufgeladen
- Gas voll offen

Sonst sagt dir die Messung nichts aus.

Kerzen erst wieder reinschrauben, wenn der Motor einigermaßen abgekühlt ist.
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