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#1 |
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Erfahrener Benutzer
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Baujahr: 1998
Kilometer: 36000
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Hallo zusammen,
ich hasse es ja wie die Pest verschmodderte Bremsen zu reparieren. Die alten Dichtungen bekommt man ja noch einigermaßen raus (wenn man mal die Kolben draußen hat - hatte da jetzt grade nen Fall, wo ich die Kolben abohren, n Gewinde reinschneiden und dann mit ner Schraube die alten, festgeschmodderten Kolben rausziehen musste...). Aber richtig fies und nervig ist es dann den Sitz der Dichtringe zu reinigen. Wie macht ihr das? Habt ihr da Tricks auf Lager? Und dann gibt es ja noch die Führungsbolzen, die die beiden Hälften der Bremszange zusammenhalten. Oft ist da n richtig fies zähes Fett drin - oder ne Menge Rost. Wie reinigt ihr das? Und womit schmiert ihr es dann?
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(früher: GS500 - 34PS - Bj9 |
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#2 |
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Super-Moderator
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Wenn die Teile bereits zu arg korrodiert sind, muss man sich überlegen ob eine Überholung überhaupt noch sinnvoll ist.
Zum Reinigen nehme ich alles, was mir tauglich erscheint. Außen, groben Schmutz mit einem feuchten Lappen, Bürste ... Dichtringsitze mit Bremsflüssigkeit, gebogenen Drähte (scharfe Kanten brechen, abrunden), kleine Schraubendreher, Holzstücke, einfach alles was mir geeignet erscheint, mit entsprechender Geduld und Vorsicht und vielen Lappen. Man kann dort auch mit Alkohol auswaschen, das verträgt sich mit der Bremsflüssigkeit. Verharztes Fett würde ich mit Bremsenreiniger versuchen zu lösen. Wenn das Zeug richtig verharzt ist, muss man es evenutell erst länger einweichen. Aber dort ist es auch relativ unproblematisch, da kann man auch mit Waschbenzin oder Azeton probieren. Die Innereien der Bremse schmiert man eigentlich entweder mit Bremsflüssigkeit oder spezieller Montagepaste für Bremsanlagen. Die außenliegende Mechanik, da wo sie mit einem Gummibalg geschützt ist, würde ich mit dünnem harz- und säurefreiem Mehrzweckfett schmieren. Ansonsten muss man ja nichts schmieren.
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![]() Man sollte es so oder so nicht übertreiben. |
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#3 |
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Erfahrener Benutzer
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Joar, bisher mach ich das auch immer in so fummeliger Arbeit mit dem, was grade zur Hand ist.
Ich nehm gerne Alu-Bonsai-Draht. Der verbiegt sich zwar beim rumpopeln schnell, aber er ist weicher als das Druckgussteil. Die Bremse, die ich jetzt grade überhole, hat sogar festgegammelte, abgelöste Gummistückchen in der Nut. So fies hatte ich das noch nie. Aber bis auf die beiden Nuten ist das Ding (is von ner Honde) wirklich in nem verdammt guten Zustand. Bzgl. der Führungsbolzen hab ich bisher immer entweder das genommen, was bei nem Revisionskit bei war (nicht die Paste zum Einschmieren der Bremskolben) oder es war alles noch so gut in Schuss, dass ich da nichts machen musste. Ich hab gelesen, dass man da früher gerne Kupferpaste für genommen hat, aber eigentlich jedes Mehrzweckfett defür taugt. Besonders Keramikfett soll gut sein - aber für die 2 Tropfen, die ich pro Bremse brauche, sowas zu kaufen, rscheint mir irgendwie sinnbefreit N Freund von mir ist auf die Idee gekommen, mit nem Dremel mit Messingbürste die Nuten zu reinigen. Prinzipiell find ich die Idee gut, aber einerseits hab ich die Messingbürsten noch nicht hier, andererseits hab ich keinen alten Bremssattel um zu testen, ob da nichts von Schaden nimmt. Hat das hier vielleicht schonmal jemand versucht?
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(früher: GS500 - 34PS - Bj9 |
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#4 |
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Super-Moderator
Registriert seit: 16.08.2006
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Eine schnell rotierenden Messingbürste wäre mir zu heikel, sollte man vorher wirklich erst einmal ausprobieren.
Die Gummireste kann man eventuell vorsichtig mit Aceton einweichen. Den Bremssattel so lagern, dass das Zeug in der Nut an dem Gummirest stehen bleibt, mit einer Einwegspritze vorsichtig draufgeben, warten und dann das gelöste Zeug herauskratzen. Wenn sich der Gummi überhaupt mit Aceton lösen lässt.
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Benutzer
Registriert seit: 26.07.2010
Beiträge: 91
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Zitat:
Was das Herausziehen der Kolben mit Zugschauben betrifft, so sind sie danach natürlich hinüber. Man kann sie doch zerstörungsfrei mit dem Bremshebel herausdrücken und falls nur einer heraus kommt, sperrt man den mit einem Stück Holz ab, bevor er den Bremssattel verlässt, dann bewegt die Druckkraft nur den anderen widerspenstigen. Man lässt den Sattel dazu an der Leitung oder reserviert sich für solche Zwecke extra eine Bremsarmatur. In den Reparaturanleitungen steht manchmal, man soll das mit Druckluft machen, aber wer hat das schon? Kostet halt ein bischen Bremsflüssigkeit. |
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#6 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 02.03.2007
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In dem Fall hat Druckluft nicht geholfen.
Die Bremsen per Bremshebel am Motorrad zu bewegen ging auch nicht. Durch das gekapselte abremssystem der Honda musste zuerst die Bremsleitung ab (draun baumeln lassen geht wegem des Gewichts nicht). Klar, man hätte so im nachhinein betrachtet wieder nach der Demontage die Bremse wieder anschließen können um es dann per Bremshebel zu lösen, aber das wär noch mehr Arbeit gewesen. Das Problem an der Mühle war halt dass die Bremsen richtig festgebacken waren. Verständlich aber - die Maschine ist von Anfang der 80er und da worde vermutlich nie was an den Bremsen gemacht außer n Bremsflüssigkeits/Bremsbelagwechsel. War auch n Garagenfahrzeug, wo nicht ao viel Schlodder dran gekommen ist. Gibts eigentlich n professionelles Tool zum Rausziehen der Kolben in so nem Fall?
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(früher: GS500 - 34PS - Bj9 |
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Stammtisch Hamburg
Registriert seit: 16.03.2008
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Ich meine, dass ich dafür mal ne Zange gesehen habe. Könnte von Knipex gewesen sein.
Ich hatte aber auch schon mal einen Sattel, wo beide Kolben so fest waren, dass ich sie nur unter Einsatz von Schraubstock und Wasserpumpenzange heraus bekommen habe. Die Kolben waren danach natürlich fritte.
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Bandit 1200 TL1000S weil nur 6 Zylinder Sinn ergeben
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#8 |
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Erfahrener Benutzer
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Die Wasserpumpenzange hat bei uns jetzt nicht mehr geholfen. Alles zu fest
Das mit dem Aufbohren, Gewinde reinschneiden und dann n Stahlstück über die Zange legen, durch das die Schraube gehalten wird (einfach irgendwas mit nem Loch drin... ich hab dafür ne olle Bremsscheibe genommen) und dann gemütlich die Schraube anziehen. Total easy, wenig Kraufaufwand, kein gefährliches Rausploppen oder rumspritzen der alten Bremssuppe wie mit Druckluft... (okay, aber dafür müssen neue Bremskolben her
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(früher: GS500 - 34PS - Bj9 |
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#9 |
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Neuer Benutzer
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Ich hab ja gerade meine Bremssättel nach 26 Jahren das erste Mal überholt.
Druckluft zum Kolben entfernen bringt ja nichts, da ich bei mir jeweils 2 Kolben habe und man mit Druckluft nur einen rausbekommt, den leichtgängigeren. Ich habe nach Demontage, aber bevor ich die Bremsleitung abgenommen habe, die Bremse betätigt, bis ein Kolben fast ganz draussen ist. Den dann arretiert, mit Schraubzwinge, Holzstück oder so, damit der nicht weiter rauskommt. Dann solange weiter gebremst, bis der andere, schwergängigere rauskommt. Der andere geht dann super mit der Zange raus. Habe einen Knipex Zangenschlüssel genommen, der macht keine Riefen. Die Nut habe ich mit einem Schaschlikspiess aus Holz gereinigt (lange) da ich nichts beschädigen wollte. Den Rest dann mit einer Nylonbürste im Dremel. Dann auf jeden Fall mit Original Suzuki Dichtungen reparieren. Die zwar etwas teurer, aber wesentlich besser in der Qualität sind. (Gummiring z.B. mit doppelter Dichtlippe, statt unförmigen billigem Hartgummi). Meinen Billig-Dichtsatz von ebay habe ich gleich in den Müll geschmissen. Geändert von Martin.Teves (19.10.2018 um 22:28:35 Uhr) |
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#10 |
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Public-Relations-Manager
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Kilometer: 22000
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Bremskolbenzangen gibt es auch für <20€. Nicht soooo angenehm in der Handhabung, aber tun ihren Job. Wenn die Kolben allerdings derart festgegammelt sind, bringt die Zange auch nichts mehr.
Wenn man einen gammeligen Sattel vor sich hat, sollte man abwägen, ob die Revision lohnt. Ist die Nut der Dichtung zu sehr korrodiert, fehlt es nach der Reinigung an Material.und der Sattel.wird nicht mehr dicht. Da ist es sinnvoller, einen besseren gebrauchten zu überholen.
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