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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 23.06.2002
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Alter: 46
Beiträge: 3.360
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Herrliche Fahrdynamik, Mensch und Maschine, grandiose Freiheit. Wenn es
nicht darum geht, um was geht es beim Motorradfahren dann? Der Kick der Landstraße Streetsurfing Irgendwann in der Steinzeit kam ein Neandertaler auf die Idee, sich auf den Rücken eines Pferdes zu setzen, anstatt es zu essen. Der brutale Abzug des Gauls muß so bestechend gewesen sein, daß der Neander beschlossen hat, Pferde zum Angasen zu benutzen. Es steckt eben im Menschen. Alles, was schneller ist als er zu Fuß, wird genüßlich zur Brust genommen. Rasen. Bis zur Besinnungslosigkeit über die Landstraße brettern. Sich Schräglagen reinziehen, die entgegenkommende Autofahrer mit offenstehenden Mund und völlig fertig den nächsten Parkplatz suchen lassen. Warnschilder und Tempolimits großzügig ignorieren, jeden anderen als Gegner betrachten und obendrein noch einen Heidenspaß haben. Heizen. Blasen. Jagen. Uuaah! Klar, nicht jeder will und braucht das. Ist ja auch verboten und gefährlich. Man kann dabei sterben, im Rollstuhl enden, den Führerschein und viel Geld verlieren. Und trotzdem ist das gut durchgewärmte Fahren auf Landstraßen die Essenz des Motorradfahrens. Du hockst auf dem Eisen, drehst am Gas und es geht vorwärts. Einfach nur vorwärts. Es tut so gut, wenn man Beschleunigung nicht am Tacho ablesen muß, sondern spürt, wie es einem die Augen in Richtung Gehirn zieht, die Eingeweide gegen das Rückgrat preßt und die Arme längt. Aber es muß gar nicht die Brachialbeschleunigung Marke "Tritt in die Nieren" sein. Es reicht, immer wieder in langen Zügen die Geraden runterzufräsen und zu hoffen, daß eine Kurve kommt. ... Bremsen ist nicht lästig, sondern auch schön. Wer liebt es nicht? Zischend fahren die Kolben gegen die Scheiben, und je nach Untersatz ist die Bremswirkung... äh, hoffentlich richtig gut. Der Körper wird schwer und schwerer, der Vorderreifen braust beleidigt am Asphalt, und wenn es genau bis in die Ecke reicht, war's gut. ... Warum aber tun wir es alle, in mehr oder minder drastischen Ausmaß? Antwort: Es ist schöner als Fliegen. Egal, ob es der beinharte Raser ist, der tatsächlich versucht, das Leistungspotential seiner Fireblade auszureizen, oder ob es sich um den mit mathematischer Präzision vorgehenden Ideallinienfuchs handelt, schnell fahren macht glücklich! Uns es ist vermutlich sogar gesund. Was soviel heißt, daß Ihre Krankenkasse es empfehlen würde. Solange Sie sich nicht auf die Erde hauen... Aber das ist ein Thema für sich. Stürzen, darin sind sich die Experten einig, gehört zum Motorradfahren wie das Erbrechen zum Alkoholgenuß. Wer nicht bricht, hat entweder enorme übung oder einfach nicht alles gegeben. Ein kleiner Sturz ist besonders für Einsteiger unvermeidlich. Und wer hat schon aufgehört Fahrrad zu fahren, weil es ihn als Kind mit nichts als einer Badehose am Leib vom Drahtesel gerissen hat? Also Schluß mit dem Gejammer. Problematisch wird es erst, wenn die Zahl der Stürze mit den erfahrenen Kilometern nicht abnimmt. Dann dürfte das gefahrene Durschnittstempo ziemlich sicher über der natürlichen Reaktionszeit sowie vor allem dem IQ des Sturzpiloten liegen. ... Wie aber kann man Stürze vermeiden, ohne langsamer zu werden? Als erstes zählt einzig und alleine die übung. Man kann es nicht oft genug sagen: Je mehr Motorrad man fährt, umso sicherer wird man. Motorradfahren funktioniert eben ganz anders als Autofahren. Während man an das Lenkrad eines Autos einfach ein Gehirn anschließen müßte, um die Kiste nach links oder rechts zu steuern, ist beim Motorrad unbedingt ein komplizierter Körpereinsatz notwendig. Und der ist Übungssache. ... Dritte Regel: Schräglage. Schnelles Fahren ohne die psychische Fähigkeit zur Schräglage ist A) nicht möglich und B) gefährlich. A), weil ein Motorrad mit zunehmender Geschwindigkeit bei gleichbleibendem Kurvenradius einfach einen größeren Schräglagenwinkel braucht. B) ist die Geschichte dazu: Wer hemmungslos in Ecken brät, die dann zuziehen und sich vor weiterem Abwinkeln fürchtet, macht blitzartig den Abflug. Deshalb sollte man ständig an seiner persönlich möglichen Schräglage feilen, im Ernstfall ist das mehr wert als jedes ABS, alle ADAC-Mitgliedschaften und Protektorenkombis zusammen. Also runter mit dem Hobel, ohnmächtiges Vertrauen in den Griff der Straße kostet enorme überwindung, aber die Belohnung ist wundervoll: Der Horizont verzerrt sich, als habe die Maschine Klauen und Zähne, hält sie sich am eingeschlagenen Radius fest, das Blut fließt so wundervoll warm und zäh. Yippieh. ... Unseren klugen Lesern stellen sich vermutlich folgende Fragen: Warum gibt es ein Tempolimit? Sind Tempolimits notwendig? Wenn ich temposündige, bin ich dann ein schlechter Mensch? Was raten mir die Experten? Die Antworten auf all diese Fragen beginnen mit dem durchschnittlichen Verkehrsteilnehmer. Der durchschnittliche Verkehrsteilnehmer ist Autofahrer. Der durchschnittliche Autofahrer hat zwar vom Tuten, aber keineswegs vom Blasen Ahnung. Fahrzustände, die von einer gleichförmigen, einheitlich normierten Fortbewegung abweichen, erschrecken ihn zutiefst. Er ist aber auch gar nicht in der Lage, solche Fahrzustände herbeizuführen, denn er steht meistens im Stau. Steht er nicht im Stau, sitzt er aber immer noch im Auto, und dieses Gefährt ist halt rein konstruktiv nicht in der Lage, aus eigener Kraft ungleichförmige Fahrzustände anzunehmen. Der Staat wiederum liebt seine Autofahrer und tut alles, um die normierte Fortbewegung zu unterstützen und gleichförmiger zu machen. Deshalb gibt es immer mehr autotaugliche, gerade, breite und erzgrottenscheißlangweilige Straßen. An Stellen, wo der Straßenverlauf noch der Topographie folgt, was sehr spannend sein kann, werden dann eben Tempolimits errichtet. Langer Rede, kurzer Sinn: Die meisten Tempolimits auf offenen Landstraßen sind rein sicherheitstechnisch ungefähr so notwendig wie Atombomben im Irak. Sie sind kein schlechter Mensch, wenn Sie sich nicht an diese Limits halten, sondern nur ein illegaler Mensch. Selbst religiöse Menschen sollten prinzipiell kein schlechtes Gewissen haben, denn der einzige, der alles sieht, hat ja kein Tempolimits errichtet. Die Polizei arbeitet zwar daran, alles zu sehen, aber solange sie es noch nicht geschafft hat, wird es durchaus unbeobachtete Momente geben, die man ausnutzen könnte... Tun Sie also, was Sie wollen, und vergessen Sie nie: Nur ein lebendiger und gesunder Mensch kann ein guter Motorradfahrer sein. Andernfalls ist er entweder eine Leiche oder ein Krüppel. Die Auswahl ist da leider sehr begrenzt... ---------------schnipp-------------schnapp----------------------------------- den kompletten Text gibts hier: http://www.jan-heitkoetter.de/Dateien/m ... rocker.htm Cherry
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GS91 98-01, 17-45 Mm / GS97 01-?, 10-55 Mm Verantwortung übernehmen heißt: "die Geschwindigkeit an die Verhältnisse anpassen", nicht zu denken, dass das Tempolimit "Denken und Verantwortung übernehmen" am Steuer erspart. |
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Administrator
Registriert seit: 15.05.2002
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Alter: 43
Beiträge: 9.038
Baujahr: 1994
Kilometer: 45000
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is richtig gut geschrieben finde ich ...
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When I get sad, I stop being sad and be awesome again. True story. |
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Gast
Beiträge: n/a
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Wer denkt sich so was aus? Da wars wohl jemand verdammt langweilig
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 23.06.2002
Ort: Ilmenau
Alter: 46
Beiträge: 3.360
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Gugg dir halt mal den Link an, den ich gepostet hab *g*
der Originaltext ist noch um einiges länger. Und da steht unter anderm folgendes drüber: Warum tun wir's doch? Motorradfahren macht Spaß. Viel mehr Spaß als irgendeine "Dose". Wirklich. Diese Dynamik ist bei vierrädriger Fortbewegung einfach nicht drin. Den Spaß am Motorradfahren hat einmal Dr. Johnny vom Motorradmagazin MO in Worte gefaßt. Dieser Artikel trifft nicht nur den Nerv der Sache, er ist auch noch höchst amüsant zu lesen. Aber lest selbst, auch wenn hier so verabscheuungswürdige Verbrechen wie das Verletzen der Straßenverkehrsordnung verherrlicht werden... Cherry, der morgen seine Suzi wiedersieht und hoffentlich auch mal kurz zum fahren kommt
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#5 |
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Gast
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:P
gruss thomas *der cherry den orden für den längsten beitrag überreicht* |
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#6 |
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Gast
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Hallo erstmal...
Der ist auch nicht schlecht: http://195.185.217.190/motosat/racing/verblasen.htm Ich werde mich jetzt mal auf meine Bandit begeben und ein bisschen Kraftstoff verbrauchen gehen....vielleicht finde ich ja einen Q-Treiber. Michael |
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#7 |
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Gast
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Hallo erstmal....
Nach 120 Km und 2 Kaffee`s habe ich keinen Q-Treiber gefunden der Schleifspuren am Zylinderkopf hatte. Aber dafür eine Bandit mit ein paar netten Ideen für zukünftige Modifikationen... Michael |
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#8 |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 23.06.2002
Ort: Ilmenau
Alter: 46
Beiträge: 3.360
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och menno... bei uns hier liegt noch schnee rundrum... nix mit moppedfahren :-/
wenigstens hab ich der Suzi grad eben mal wieder ein paar Lebenszeichen entlockt *gg* ach tut das gut, den Motor mal wieder ein paar Umdrehungen machen zu hören... Naja, morgen muß ich dann wohl trotzdem mal ne kleine Runde... Tanken und dann mal sehen, was sich ergibt. Cherry
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#9 |
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Gast
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Da ist wohl noch einer auf Entzug
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